Nebenrolle für Mischa Zverev im Davis Cup

SID
Donnerstag, 02.02.2017 | 15:48 Uhr
Mischa Zverev gelang bei den Australien ein Überraschungserfolg gegen Andy Murray
© getty

Für den Mann, der auf der großen Grand-Slam-Bühne in Melbourne die Nummer eins der Tenniswelt schockte, bleibt in Frankfurt am Main zunächst nur eine Nebenrolle. Mischa Zverev tritt nach seinem sensationellen Sieg über Andy Murray und dem Einzug ins Viertelfinale der Australian Open zurück ins zweite Glied.

"Wir haben im Training festgestellt, dass die beiden das beste Tennis in unserer Mannschaft spielen", sagte Mischa Zverev und bezeichnete die Entscheidung seines Teamchefs Michael Kohlmann als "richtig".

Der Linkshänder ist bereits glücklich darüber, siebeneinhalb Jahre nach seinem Debüt wieder der Auswahl des DTB anzugehören. Als Teil des ersten Brüderpaares in der deutschen Davis-Cup-Geschichte geht für Mischa sogar ein Traum in Erfüllung.

Der brüderliche Konkurrenzkampf im Hause Zverev - egal, ob an der Playstation, beim Wettessen oder auf dem Trainingsplatz - ist groß. Vor ihrem ersten gemeinsamen Einsatz für Deutschland versicherten Alexander und Mischa jedoch, alles in den Dienst der Mannschaft zu stellen.

"Ich bin nur vom Ranking die Nummer eins", sagte Alexander Zverev: "Ich habe hier bestimmt nicht das Sagen." Außerdem sei das völlig egal, "wir haben alle dasselbe Ziel: mit einem Sieg nach Hause zu fahren."

Die Vorzeichen dafür stehen gut, weil Melbourne-Viertelfinalist David Goffin seinen Einsatz kurzfristig abgesagt hat. Kohlschreiber gegen Steve Darcis und Alexander Zverev gegen den Weltranglisten-143. Arthur De Greef sind in ihren Matches am Freitag (ab 14.00 Uhr live auf DAZN) klare Favoriten.

Umstellung möglich

Für das Doppel am Samstag (ab 13.00 Uhr live auf DAZN) sind zwar Mischa Zverev und Jan-Lennard Struff vorgesehen, allerdings hat Kapitän Kohlmann die Chance, spontan umzustellen. "Generell sind wir da nicht festgezurrt", sagte er. Möglich, dass die Zverev-Brüder Seite an Seite aufschlagen werden.

Zu Irritationen oder gar offen ausgetragenem Zoff, der in der Vergangenheit in der DTB-Auswahl häufig an der Tagesordnung war, wird es in Frankfurt aller Voraussicht nach nicht kommen. Egal, wer letztlich auf dem Court steht. Kohlschreiber freut sich über die "lustige Stimmung" und die "frische Energie", die beide Zverevs mitbringen.

"Die nehme ich als Oldie gerne mit", sagte der 33-Jährige, der beim letzten deutschen Sieg gegen Belgien vor zehn Jahren sein Davis-Cup-Debüt gegeben hatte.

"Wollen die Favoritenrolle annehmen"

Alle acht Begegnungen mit dem Nachbarn hat Deutschland bislang gewonnen, ohne Spitzenspieler Goffin ist der Finalist von 2015 außerdem nicht erstklassig besetzt.

"Die Bilanz und die Rangliste sind nicht wegzudiskutieren. Wir wollen die Favoritenrolle annehmen", sagte Kohlmann. Sollte es nach den ersten beiden Tagen doch knapp werden, kann der Teamchef am Sonntag (ab 13.00 Uhr live auf DAZN) auf Mischa Zverev bauen, den Mann, der gegen Murray die Tenniswelt auf den Kopf stellte.

Mischa Zverev im Steckbrief

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