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NFL-Spielbericht: New England Patriots verlieren erneut - Lions brechen Fluch

Von Pascal De Marco
Tom Brady und die Patriots hatten gegen die Detroit Lions keine Antworten.

Die New England Patriots haben die zweite Niederlage in Folge hinnehmen und feststellen müssen, dass die Pleite in der Vorwoche gegen Jacksonville kein Ausrutscher gewesen ist. Beim 26:10-Erfolg der Detroit Lions wirkten die Patriots lange Zeit komplett neben der Spur und konnten Detroit defensiv nicht stoppen.

Es war angerichtet für das große Wiedersehen zwischen dem langjährigen Defensive Coordinator der Patriots Matt Patricia und seinem ehemaligen Team. Und wer nach dem schwachen Saisonstart der Lions dachte, dass der alte Schützling vom Lehrmeister Bill Belichick erst einmal einen Denkzettel verpasst bekommt, der sah sich sowas von getäuscht. Die Patriots boten nämlich einen blutleeren Auftritt und starteten mit drei Three-and-Outs.

Detroit hingegen marschierte das Feld herunter und traf auch im Play-Calling immer wieder die richtigen Entscheidungen. New England war in Sachen Pass-Rush und Tackling enorm enttäuschend und ließ beim Thema Geschwindigkeit und Effizienz vieles Vermissen. So scorten die Lions bei ihren ersten drei Drives und übertrumpften die Gäste mit 231 zu 70 Yards in der ersten Halbzeit. Dass man nach einer derart einseitigen ersten Hälfte nur mit zehn Punkten führte war auch auf enorm vorsichtige Entscheidungen bei 4th Down zurückzuführen.

Die Patriots wurden durch eine schlimme Interception von Matthew Stafford (27/36, 262 YDS, 2TD, INT) beim ersten Drive im zweiten Durchgang wachgeküsst und verkürzten ihren Rückstand auf drei Zähler. Die Defense jedoch konnte weiterhin keine Stops beitragen und Stafford fand nach einem herrlichen Play-Action-Fake Marvin Jones über 33 Yards in der Endzone. Detroits Arbeit in der Secondary war herausragend und so fand Tom Brady (14/26, 133 YDS, TD, INT) selbst bei guter Protection keine Anspielstationen. Wie schon in der Vorwoche fanden die Patriots keine alternativen Anspielstationen zum intensiv gedeckten Rob Gronkowski (5 TGTS, 4 REC, 51 YDS).

Da die Lions auch das Running-Game auf das Feld brachten kontrollierte man die Uhr. So hatten die Hausherren doppelt so lange den Ball in den Händen wie New England. Als Brady im Desperation-Mode dann auch noch von Darius Slay intercepted wurde war die Sache für Detroit in den trockenen Tüchern. Patricia gewinnt Spiel Eins gegen den ehemaligen Mentor und New England muss sich über das uncharakteristische Auftreten ernsthafte Gedanken machen. Eine Niederlage gegen Miami in der kommenden Woche würde bedeuten, dass man schon drei Spiele hinter den Dolphins wäre.

Lions vs. Patriots - Die wichtigsten Statistiken

Detroit Lions (1-2) - New England Patriots (1-2) 26:10 (3:0, 10:3, 7:7, 6:0) BOXSCORE

  • Die 70 Yards, die die Patriots in der ersten Halbzeit an Offense auf das Feld brachten waren der schlechteste Wert eines Patriots-Teams seit der ersten Halbzeit gegen die New York Jets in Week 16 2014.
  • Die Patriots haben in vier der letzten fünf Spielen zur Halbzeit mit mindestens zehn Punkten zurückgelegen. Vorher ist dies nur in vier von 55 Spielen passiert. Erstmals seit 2002 haben die Patriots zwei Spiele in Folge mit zweistelligem Abstand verloren.
  • Matthew Stafford hat in der All-Time-Passing-Yards-Liste wieder einen Platz gutgemacht. Er überholte Jim Kelly (35.467 Yards) und steht nun auf Platz 26.
  • Kerryon Johnson hat den Rushing-Fluch der Lions gebrochen. Der Rookie lief für 101 Yards und schaffte es damit, die individuelle 100-Yard-Rushing-Marke zu überwinden, was letztmals Reggie Bush 2013 für die Lions bewerkstelligen konnte. Seitdem hatten die Lions in 70 Spielen keinen Rusher mehr, dem dies gelang.

Der Star des Spiels: Frank Ragnow (Detroit Lions)

Der Rookie-O-Liner dominierte in der Line und war ein ausschlaggebender Faktor, warum die Lions auch immer wieder mit Inside-Runs Erfolg hatten. Die O-Line der Lions gewann das Duell in den Trenches glasklar und erlaubte so gut wie gar keinen Druck. Ragnow spielte dabei fehlerfrei und hatte setzte seine Physis immer wieder derart überzeugend ein, dass sich gegnerische Linemen immer wieder vom Boden aufraffen mussten.

Der Flop des Spiels: Dont'a Hightower (New England Patriots)

Aus der Defensive der Patriots hätten sich hier so einige Namen nennen lassen. Dont'a Hightower allerdings hat sich durch ganz schlechtes Verhalten im Tackling am stärksten darum beworben. Der Linebacker wirkte enorm langsam auf den Beinen und verpasste so sichere Tacklings. Auch in Coverage-Aufgaben kam 28-Jährige immer wieder zu spät. Wie schon im Vorjahr wirkt die Patriots-Defense im ersten Saison-Viertel noch nicht auf der Höhe.

Analyse Lions vs. Patriots: Die Taktik-Tafel

  • Die Lions präsentierten sich mit einem erfrischenden Gesicht auf der offensiven Seite und bereiteten den Patriots durch ihre Designs zu Beginn der Partie allerhand Probleme. Immer wieder wurden Pässe aus Formationen mit LaGerrette Blount gespielt und dann gelaufen, wenn Kerryon Johnson auf dem Feld war.
  • Trotz einer dominanten ersten Halbzeit führten die Lions nur mit 10 Punkten. Gerade vom langjährigen Patriots-Assistent Patricia hätte man sich hier etwas mehr Mut zum Risiko gewünscht, doch die Lions trauten sich bei Fourth-and-Short nicht, dafür zu gehen. Und die Patriots mit Field Goals zu schlagen schafft man normalerweise in den seltensten Fällen.
  • Die Secondary der Lions hatte die Patriots-Receiver vollkommen im Griff. Rob Gronkowski wurde durch Double-Teams stark eingeschränkt und die Coverage hielt selbst dann, wenn Brady sehr lange Zeit bekam um auf Separation zu warten. Hier braucht New England sehr schnell Alternativen zu Gronkowski. Josh Gordon war für die Partie noch nicht fit genug, während Julian Edelman in Week 5 zurückkommt.
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