Montag, 28.11.2016

NFL: Denver Broncos - Kansas City Chiefs 27:30 OT

Mile High Madness! Chiefs gewinnen OT-Drama

Die Kansas City Chiefs (8-3) haben ein völlig verrücktes Sunday Night Game in der Mile High City gegen die Denver Broncos (7-4) mit 30:27 (0:0, 9:3, 7:7, 8:14, 6:3) in der Overtime für sich entschieden und bleiben damit in der AFC West den Oakland Raiders auf den Fersen. Bester Mann des Spiels wurde ein Rookie, der Geschichte schrieb, Matchwinner war jedoch letztlich der Kicker.

Die Broncos und Chiefs begannen wie zu erwarten war äußerst vorsichtig und wollten sich keine frühen Fehler erlauben. Folglich behielten die Defenses die Oberhand. Erst ein Muffed Punt von Jordan Norwood brachte Leben ins Spiel. Ein Safety und ein Kick-Off-Return-Touchdown gaben den Gästen die ersten Punkte und eine Pausenführung.

Hier geht's zum BOXSCORE

Die zweite Hälfte brachte schließlich forscherres Offensivspiel und ein offeneres Spiel. Die Broncos schlugen zuerst zu, die Chiefs hatten danach noch eine Antwort. Doch im Schlussviertel blühte Trevor Siemian merklich auf und brachte Denver in Front, um nochmal nachzulegen. Doch die Hausherren ließen KC genug Zeit auf der Uhr für einen dramatischen Touchdown zum Ausgleich.

Es ging in die Verlängerung, wo beide Field Goals erzielten. Anschließend vergab McManus einen langen Kick, die Chiefs durften nochmal ran und trafen dann mit auslaufender Uhr und sehr viel Glück zum Sieg.

Die Stimmen:

Gary Kubiak (Broncos-Head-Coach) ...

... zur Field-Goal-Entscheidung am Ende der Overtime: "Es war sehr schwierig. Da wir keine Timeouts mehr hatten, tendierte ich zu dieser Entscheidung. Wenn wir da noch Timeouts gehabt hätten, hätten wir vielleicht nochmal drüber nachgedacht und versucht, den Ball tief in die gegnerische Hälfte zu punten, um zu schauen, ob wir ihn nochmal zurückbekommen. Ich weiß es nicht. Wir versuchen zu gewinnen. Ich habe B-Mac schon mehrfach im Training aus der Entfernung treffen sehen. Ich habe den Chiefs eine Chance gegeben. Ich dachte, wir können es schaffen, doch wir haben es nicht zu Ende gebracht. Zollt den Chiefs Respekt."

Brandon McManus (Broncos-Kicker): "Es war immer noch locker in meiner Reichweite. Ich habe nur einfach ein bisschen in den Boden getreten. Aus dieser Entfernung muss alles einfach perfekt sein, weil du einfach sehr weit weg bist. Es hat einfach nicht gepasst."

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...und danach gönnte sich der stets exzentrische Receiver erst einmal ein großes Stück vom obligatorischen Thanksgiving-Truthahn!
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Das ist längst eine gute Tradition: Das Sieger-Team darf sich nicht nur über ein entspanntes Wochenende, sondern auch über Truthahn am Spielfeldrand freuen. Wohl bekomms, Mr. Brady!
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Da schließen sich die Fans vor den Stadien nur zu gerne an - Tailgating gibt es auch an Thanksgiving und damit leistet der NFL-Anhang seinen Beitrag zu den 46 Millionen Truthähnen, die pro Thanksgiving gegessen werden
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Mit Truthahn feiern konnte auch Baltimores Jacoby Jones nach dem Thanksgiving-Duell gegen Pittsburgh 2013. Zuvor hatte ihm Steelers-Coach Mike Tomlin beim Return noch ein Bein gestellt und musste später 100.000 Dollar Strafe zahlen
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Ebenfalls eine große Tradition: Thanksgiving-Football in Detroit! Die Lions richten seit Jahren immer eines der Thanksgiving-Spiele aus, die Fans sind dementsprechend ausgestattet...
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...und um genau zu sein: Seit 1934 genießt Detroit dieses Vorrecht
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Den besten Spieler, den Lions-Fans dabei je beobachten durften, war Barry Sanders. Das persönliche Highlight lieferte "Mr. Thanksgiving" 1997 ab, als er 167 Yards und drei Touchdowns gegen Chicago erlief
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Allerdings durften Lions-Fans auch durchaus große Running Backs auf der anderen Seite des Feldes bewundern: An Thanksgiving 1976 stellte Buffalos O.J. Simpson den Single-Game-Rushing-Rekord mit 273 Rushing-Yards auf - inzwischen ist er damit nur noch 6.
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Stichwort Bestmarken: Erinnert sich noch jemand an Robert Griffin III? RG3 zerlegte Dallas in seiner Rookie-Saison 2012 mit vier Touchdowns - und vermieste Cowboys-Fans das Familien-Dinner
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Ebenfalls bis heute berühmt: Das Thanksgiving-Duell zwischen Pittsburgh und Detroit 1998. Beim Münzwurf zur Overtime sagte Steelers-RB Jerome Bettis (M.) erst Kopf, dann Zahl. Der Ref gab den Lions den Ball - und die gewannen sofort per Field Goal
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Übrigens: Die einzige aktive Franchise, die noch nie an einem Thanksgiving-Spiel teilgenommen hat, kommt aus Jacksonville. Aber hey, dafür dominieren die Jaguars nach wie vor London!
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Good to know, Teil 2: Das Auto sollte man in Amerika lieber in der Garage lassen, wenn man sich zum traditionellen Familienessen aufmacht. Die Prognose fürs Vorjahr etwa: 47 Millionen Autofahrer wurden an den vier Tagen um Thanksgiving erwartet!
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Auch eine gute Show darf natürlich nicht fehlen, wie im Super Bowl treten Stars in der Halbzeit auf. Hier: Mariah Carey in Detroit...
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...und 2014 gaben sich Ne-Yo und Pitbull in Dallas die Ehre - flankiert selbstverständlich von den Cowboys-Cheerleadern
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Und da aller guten Dinge drei sind: Auch Selena Gomez trat 2013 bereits zum Thanksgiving-Football auf, und zwar in diesem...nunja, gewagten Outfit
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Jede Menge Show und jede Menge Football gibt es auch diesen Donnerstag wieder zu genießen! Und in diesem Sinne: Happy Thanksgiving everybody!
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Der Spielfilm:

Vor dem Kick-Off:

Nach dem Comeback-Sieg der Oakland Raiders (9-2) früher am Tag stehen beide Teams automatisch unter Druck, denn der Verlierer wird einen Rückstand von zwei Spielen auf die Spitze der AFC West aufweisen. Personell gehen die Broncos allerdings entspannt an die Aufgabe heran, alle wichtigen Spieler sind dabei. Das heißt auch, dass das Top-Cornerback-Duo um Aqib Talib und Chris Harris wieder vereint ist. Zudem ist auch Defensive End Derek Wolfe zurück im Lineup.

Das können die Chiefs nicht von sich behaupten, denn neben den ohnehin schon bekannten Langzeitverletzten muss erwartungsgemäß auch Linebacker Dee Ford passen. Für ihn wird allerdings Star-Pass-Rusher Justin Houston nach seinem Saisondebüt in der Vorwoche sein Start-Comeback feiern. Offensiv wird Wide Receiver Jeremy Maclin fehlen.

1. Viertel: 4:2 steht es nach einem Viertel - nach First Downs für die Chiefs. Punkte gab es bis hierhin keine, jede Serie bislang endete mit einem Punt, wobei es die Chiefs immerhin einmal in die gegnerische Hälfte geschafft haben. Beide Teams agieren offensiv eher vorsichtig und ohne größeres Risiko. 0:0 nach einem Viertel.

Hier geht's zum kompletten Roundup von Week 12

2. Viertel: Der zweite Abschnitt geht weiter wie der erste. Bis zu einem verhängnisvollen Punt-Return von Jordan Norwood mit weniger als sieben Minuten auf der Uhr: Er leistet sich einen Muff, holt sich aber den Ball nahe der eigenen 5-Yard-Line zurück. Kurz darauf gelingt Houston der Strip-Sack gegen Siemian in der Endzone - Safety! Den anschließenden Free-Kick returniert Tyreek Hill über 86 Yards zum Touchdown. Innerhalb weniger Sekunden steht es 9:0 für KC! Denvers folgender Drive beschert den Hausherren aber wenigstens noch ein Field Goal. Halbzeitstand: 9:3 Kansas City.

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3. Viertel: Nach einem schnellen Stop der Broncos-Defense legt die Offensive ihren besten Drive des Spiels bis dahin hin: Zwölf Plays über 63 Yards. Am Ende scrambelt Siemian bis er den freien Jordan Taylor in der Endzone für einen Sechs-Yard-Touchdown-Pass findet. Danach gelingt auch den Chiefs ein längerer Drive, der aber in ein Field Goal mündet - zumindest sah das so aus! Doch die Broncos haben beim Kick sieben Mann auf einer Seite an der Line of Scrimmage, was eine Fünf-Yard-Strafe nach sich zieht - das reicht für ein neues First Down und die Gäste nutzen diesen Fehler eiskalt aus - Hill per End-Around zu einem Drei-Yard-Touchdown für die erneute Führung der Chiefs! 16:10 Kansas City.

4. Viertel: Die Broncos beginnen endlich aggressiver zu spielen. Zwei Deep Balls auf Emmanuel Sanders drehen schließlich das Spiel (35-Yard-TD). Mit drei Minuten vor Schluss bleibt Siemian dann cool und wirft einen weiteren Deep Ball gegen einen All-Out-Blitz Richtung Bennie Fowler, während Cornerback Phillip Gaines die Sache komplett falsch einschätzt. Fowler geht auf und davon für einen 76-Yard-Touchdown. Die Broncos lassen dadurch aber noch drei Minuten auf der Uhr. Kansas City reagiert mit einer wilden Angriffsserie, die irgendwie mit einem Touchdown von Tyreek Hill am Rande der Endzone endet. Und das wird Sekunden vor Schluss auch erst durch eine Booth Review festgestellt - Hill hat den Ball vor der Endzone, wird gestoppt, doch erst nach der Landung auf dem Rücken in der Endzone kontrolliert er den Ball. Anschließend gelingt die Two-Point Conversion zum Ausgleich. Spielstand nach 60 Minuten: 24:24 - Overtime!

Overtime: Die Broncos bekommen zuerst den Ball und marschieren übers Feld, doch in der Red Zone hält die Defense der Chiefs, sodass es bei einem 44-Yard-Field-Goal von Brandon McManus bleibt. Im Anschluss tun es ihnen die Chiefs gleich und marschieren ebenfalls nahezu problemlos übers Feld, müssen sich aber auch mit einem Field Goal aus 37 Yards von Cairo Santos begnügen. Da sind es noch 4:19 Minuten auf der Uhr. Mit 1:03 Minuten auf der Uhr versucht McManus schließlich ein 62-Yard-Field-Goal, das jedoch klar vorbei geht. Ein Punt wäre die Alternative gewesen. Diese Vorlage nutzen die Gäste und bereiten ein 36-Yard-Field-Goal für Santos vor, der mit auslaufender Uhr den linken Upright trifft, doch der Ball prallt von dort doch durch die Stangen für den dramatischen Sieg der Chiefs! Endstand: 30:27 Kansas City.

Der Star des Spiels: Tyreek Hill. Was für eine Vorstellung von Tyreek Hill (9 REC, 52 YDS, TD)! Der Rookie erzielte seine drei Touchdowns auf drei verschiedene Arten: Reception, Rush und dann auch noch (Kick-Off-)Return. Das gelang zuletzt Hall-of-Famer Gale Sayers 1965 in Diensten der Chicago Bears! Damit gelangen ihm sämtliche Chiefs-Touchdowns, womit er maßgeblichen Anteil am Sieg hatte. Auch stark: Pass Rusher Justin Houston (10 Tackles) mit drei Sacks.

Der Flop des Spiels: Jordan Norwood. Kandidaten wären auch die Offensive-Linemen gewesen, die von Von Miller und Justin Houston vorgeführt wurden, doch Norwood hatte ja nur einen Job - Punts returnieren. Und das gelang ihm eher schlecht als recht. Ein Muff führte zu einem Safety und dem anschließenden Kick-Off-Return-TD der Chiefs, ein weiterer wurde direkt zum Turnover in der zweiten Halbzeit.

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Das fiel auf:

  • Die größte Schwachstelle der Denver-Offense ist in diesem Jahr die rechte Seite der Offensive Line. In diesem Spiel bekam Ty Sambrailo den Start als Right Tackle. Mit wenig Erfolg, er wurde regelrecht überrannt und lächerlich gemacht von Houston. Zur Mitte des zweiten Viertels übernahm dann Donald Stephenson. Selbiger sorgte für merklich mehr Stabilität als sein Konkurrent auf der rechten Seite.
  • Kurz nach Stephensons Einwechslung gelang den Chiefs der Safety. Allerdings war das nicht seine Schuld, denn Houston stellte sich neben Tamba Hali auf der linken Seite aus Sicht der Broncos auf und war beim Blitz nicht zu halten.
  • Trevor Siemian (20/34, 368 YDS, 3 TD) legte wohl sein bestes Spiel bisher hin. Er begann auch aufgrund der jeweiligen Feldposition und des konservativen Play-Callings eher überschaubar. Doch als man ihn dann machen ließ, drehte der junge Quarterback auf. Sein Scrambling vor dem Taylor-Touchdown sowie die Deep Balls auf Sanders und Fowler waren allesamt beeindruckend und wegweisend für die Broncos.
  • Das Spiel wurde lange von den Defensivreihen geprägt. Und Von Miller war der dominanteste Verteidiger auf Seiten der Broncos. Er war wie üblich nicht zu stoppen und kam auf drei Sacks, zehn Total Tackles, vier Tackles for Loss und insgesamt vier QB-Hits. Eine Wahnsinnsvorstellung des amtierenden Super-Bowl-MVPs!

Week 12 im Überblick

Marcus Blumberg

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Marcus Blumberg(Redaktion)

Marcus Blumberg, Jahrgang 1984, ist seit 2014 für SPOX.com tätig. Geboren und aufgewachsen im Herzen Niedersachsens studierte er Germanistik und Philosophie in Göttingen. Schon währenddessen war er für Baseballinsider und AmericanFootballinsider tätig. Nach einem Praktikum bei SPOX Anfang 2012 kehrte er zurück und ist vor allem in den Bereichen Sportal, Live und US-Sport tätig.

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