Freitag, 08.01.2016

SPOX-Power-Ranking im Januar

Vorsicht vor den Seahawks!

Die Playoffs sind endlich da! Kein Team kommt pünktlich zur Postseason heißer daher als die Seattle Seahawks. In der AFC dagegen regieren Fragezeichen: Denvers QB-Entscheidung ist zwar frühzeitig fix, es bleibt aber eine gewisse Unsicherheit. Gleiches gilt für die Secondary der Steelers sowie die Offensive Line der New England Patriots. An der Spitze dominiert die Elite der NFC - während die Green Bay Packers weit fallen.

Seattles Marshawn Lynch kehrt pünktlich zu den Playoffs zurück
© getty
Seattles Marshawn Lynch kehrt pünktlich zu den Playoffs zurück

12. Green Bay Packers (10-6)
(@Washington Redskins)

Wer hätte die Packers vor drei Monaten hier vermutet?! Für die Playoffs hat es zwar gereicht, doch die Pleite gegen Minnesota im Regular-Season-Finale hat einmal mehr die Probleme der Packers aufgedeckt. Der Offense fehlt jeglicher Rhythmus, weil das Running Game keinerlei Konstanz hat und sich die Receiver gegen zunehmend häufige Eins-gegen-Eins-Manndeckung zu selten frei laufen. Press Coverage scheint in Green Bay dieser Tage ein nicht zu überwindendes Problem. Wenn dann noch, wie zuletzt, die Offensive Line (nur drei Quarterbacks müssen bei Dropbacks häufiger mit Pressure auskommen) personell angeschlagen ist und von Four-Men-Rushes überwältigt wird, sieht selbst Aaron Rodgers immer menschlicher aus - und fängt inzwischen auch an, äußerst Rodgers-untypische Fehler zu machen. So geht Green Bay als Außenseiter in sein Wildcard-Spiel bei den Redskins, und muss am Ende wohl froh sein, dass es nicht zum Division-Sieg und dem damit im Vorfeld theoretisch möglichen Heimspiel gegen die Seahawks gereicht hat.

11. Houston Texans (9-7)
(vs. Kansas City Chiefs)

Diese Houston Texans sind nicht zu unterschätzen: Die Pass-Defense hat sich in die Liga-Elite gearbeitet, angetrieben von einem brandheißen Pass-Rush um J.J. Watt(17,5 Sacks, 50 QB-Knockdowns - beides Ligaspitze) lassen die Texans nur noch 6,6 Yards pro Passversuch zu. Eine Problemzone bleibt allerdings: Schafft es Houston, gegnerische Play Action endlich effizienter zu verteidigen? Ein anderes Problem: Ist diese Offense Playoff-tauglich? Kurioserweise steht Houston auch hier bei 6,6 Yards pro Passversuch, in dem Fall aber der drittschwächste Wert der Regular Season. Die im Saisonfinale erlittene schwere Verletzung von Left Tackle Duane Brown, Houstons bester O-Liner, tut hier extrem weh und wird die Offense weiter straucheln lassen. Das gilt sowohl für die Pass-Protection, als auch für ein ohnehin inkonstantes Running Game.

10. Washington Redskins (9-7)
(vs. Green Bay Packers)

Washington muss langsam aber sicher ernst genommen werden. Die Skins haben offensiv zwar nach wie vor kein nennenswertes Running Game, können sich aber mehr und mehr auf Kirk Cousins verlassen. Der ist der klare Leader in einem von vielen Completions (69,5 Prozent, Ligabestwert) geprägtem Passing Game und verfügt inzwischen über ein gefährliches Waffenarsenal: DeSean Jackson und Jordan Reed können jedem Gegner Probleme bereiten. Über die letzten vier Wochen blieb Washington nie unter 24 Punkten. Wahr ist aber auch: Keine Defense verzeichnete in der Regular Season prozentual gesehen auch nur ansatzweise so viele Fumbles pro Gegner-Drive wie das Team aus der Hauptstadt - ein Wert, auf den man weder bauen, noch sich darauf verlassen kann oder gar sollte. Dazu kommen beachtliche Löcher in der Run-Defense und so bleibt abzuwarten, wie weit die Offense Washington tragen kann. Darauf wird es am Ende ankommen.

© Spox

9. Pittsburgh Steelers (10-6)
(@Cincinnati Bengals)

Es brauchte schon eine Tragödie in Grün und Weiß, dass die Steelers doch ihr Last-Minute-Ticket für die Postseason lösten - und selbst das wäre beinahe noch schief gegangen. Pittsburgh wackelte gegen ein von Quarterback Austin Davis angeführtes Browns-Team in der ersten Halbzeit bedenklich, nachdem Big Ben und Co. eine Woche zuvor ihr Playoff-Schicksal gegen Ryan Malletts Baltimore Ravens schon aus der Hand gegeben hatten. Zusammenfassung: Es ist Sand im Getriebe der eigentlich so explosiven Steelers-Offense, zu welchem Grad wird sich zeigen müssen. Dass jetzt auch noch Leading-Rusher DeAngelo Williams mutmaßlich ausfällt, hilft in jedem Fall wenig, es droht eine eindimensionale Offensive. Und die Secondary kann auch von Bengals-QB AJ McCarron geschlagen werden. Genau wie in der Regular Season besteht Pittsburghs Defense nur mit Turnovern. Mit jeder Menge Turnovern.

8. Minnesota Vikings (11-5)
(vs. Seattle Seahawks)

Der Schlussspurt der Vikes war beeindruckend, beginnend mit der unerwartet knappen 20:23-Pleite in Arizona wurde vor allem das Defensiv-Lazarett endlich kleiner und dazu passend auch die Offense schlagkräftiger. Gleichzeitig ist Minnesota offensiv aber weiterhin schlicht zu eindimensional, auch wenn sich Bridgewater im letzten Saisondrittel steigerte: Wird Adrian Peterson, der ohne den verletzten Blocking-Tight-End Rhett Ellison auskommen muss, gestoppt, ist die Offense meist viel zu schnell abgemeldet. Die Defense muss sich in den Playoffs vor niemandem verstecken, umso mehr, da Defensive Tackle Linval Joseph inzwischen auch wieder fit ist. Steigern sich Bridgewater und das Passing Game, in dem mit deutlich mehr kürzeren Pässen bereits an den richtigen Schrauben gedreht wurde, aber nicht nochmals merklich, wird es schwer, zu bestehen.

7. Denver Broncos (12-4)
(tbd)

Immerhin frühzeitig kam die Entscheidung: Peyton Manning wird die Broncos als Starting-Quarterback in der Divisional-Runde aufs Feld führen. Einstimmig heißt es aus dem Broncos-Lager, dass Manning körperlich so gut drauf ist wie schon lange nicht mehr. Doch wie lange wird das gegen Playoff-Pass-Rusher der Fall sein, wenn Manning hinter einer in Pass-Protection maximal durchschnittlichen Offensive Line bestehen muss - und dabei unter Dauerdruck steht? Gegnerische Defenses erhöhen den Druck seit dieser Saison, die Angst davor, dass Manning einen Blitz mit einem Big Play bestraft, ist schlicht nicht mehr so groß. Umso wichtiger wird es sein, dass das Running Game funktioniert. Eigene Turnover bei 15,6 Prozent der Offensiv-Drives kann man sich in den Playoffs nicht leisten. Auch nicht mit der besten Defense der Liga.

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Adrian Franke

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Adrian Franke(Redaktion)

Adrian Franke, Jahrgang 1989, ist seit 2013 bei SPOX.com tätig. Nach dem Abitur 2007 in Mannheim sammelte er erste Praxiserfahrungen im Printjournalismus. Anschließend war er 2010 bereits für einige Monate als Praktikant bei SPOX und kehrte 2013 parallel zu seinem Geschichts- und Anglistikstudium in Heidelberg zurück. Seit Herbst 2015 ist sein Kernressort die NFL.

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