Montag, 04.01.2016

Roundup, Week 17

Manning-Comeback rettet Broncos!

Die Denver Broncos haben sich den Spitzenplatz der AFC und damit Heimvorteil in den Playoffs gesichert - dank Peyton Manning, der das Team bei seiner Rückkehr zum Sieg führte. Die Patriots straucheln und machen den Weg frei, Pittsburgh sichert sich im Fernduell mit den Jets den letzten Platz in der Postseason. In der NFC glänzen Cam Newton und die Seahawks - und Minnesota verbannt Green Bay in die Wildcard-Runde.

Peyton Manning kam, sah - und siegte! Die Broncos haben Heimvorteil in den Playoffs
© getty
Peyton Manning kam, sah - und siegte! Die Broncos haben Heimvorteil in den Playoffs

Die Wildcard-Playoff-Spiele im Überblick:

Houston Texans - Kansas City Chiefs (Sa., 22.35 Uhr)
Cincinnati Bengals - Pittsburgh Steelers (So., 2.15 Uhr)

Minnesota Vikings - Seattle Seahawks (So., 19.05 Uhr)
Washington Redskins - Green Bay Packers (So., 22.40 Uhr)

Die Top-Seeds:
AFC: Denver Broncos (1), New England Patriots (2)
NFC: Carolina Panthers (1), Arizona Cardinals (2)

Buffalo Bills (8-8) - New York Jets (10-6) 22:17 (7:0, 9:7, 3:10, 3:0) BOXSCORE

Was für ein unfassbares Drama in Buffalo! Einen Sieg hatten die Jets gebraucht, um sich die letzte verbleibende Wildcard, den einzigen noch offenen Startplatz in den Playoffs zu sichern. Nach 60 Minuten stand fest: Ex-Coach Rex Ryan hatte seiner bisherigen Franchise die Suppe gründlich versalzen.

Bei windigen und sehr schweren Bedingungen brachten beide Teams zu Beginn überhaupt keine Offense auf den Rasen, es brauchte einen 18-Yard-Touchdown-Run von Tyrod Taylor (182 YDS), um für die ersten Punkte zu sorgen. An der linken Seitenlinie erreichte er gerade noch so den Pylon - 7:0 Bills. Bei den Jets nahm derweil die Pannenshow ihren Lauf: Nur drei von elf Third Downs wurden erfolgreich absolviert, sie leisteten sich einen schwachen Punt, Randy Bullock verfehlte ein Field Goal, dazu kamen blöde Penalties, Drops... und das alles in der ersten Halbzeit. Ryan dagegen setzte voll auf Angriff, spielte Fourth Downs aus - und verwirrte die Defense einmal dadurch, dass plötzlich Backup-QB E.J. Manuel in der Mitte stand und Tyrod Taylor als Receiver wartete. So zog man Verteidiger Sheldon Richardson in die neutrale Zone und sicherte sich ein wichtiges First Down.

Die SPOX-NFL-Webshow: "So muss ein Saisonfinale aussehen"

Trotzdem: Die Jets haben mit dem Trio Fitzpatrick - Marshall - Decker ein sensationelles Gespann. Als QB Fitzpatrick in Halbzeit zwei zuerst Marshall (126 YDS) und dann Decker (50 YDS) in der Endzone fand, stand es nur noch 17:19. Fitz hatte so die Franchise-Bestmarke von Vinny Testaverde (29 TDs) geknackt, Decker und Marshall schon zum neunten Mal in einem Spiel beide gepunktet (NFL-Rekord).

Im Schlussviertel war also noch alles drin für die Jets - und dann brach alles zusammen. Fitzpatrick war schon auf dem Weg zur Führung, doch dann warf er eine Interception in der gegnerischen Endzone. Die Bills antworten mit einem langen Drive und einem Field Goal zum 22:17, aber immer noch genug Zeit! Doch dann kam der Pass Rush durch, ein Pass von Fitzpatrick geriet so zur Bogenlampe - zweiter Pick, zwei Minuten vor dem Ende. Doch es war noch nicht Schluss, einmal kamen die Jets noch an den Ball. Ein Wunder? Nein, stattdessen die dritte Interception von Fitzpatrick, der sich ausgerechnet am letzten Spieltag zurück in einen Kürbis verwandelte. Die Jets fahren in den Urlaub.

Cleveland Browns (3-13) - Pittsburgh Steelers (10-6) 12:28 (3:7, 6:7, 0:3, 3:11) BOXSCORE

Postseason, Postseason - die Steelers sind dabei! Steelers-Coach Mike Tomlin kann Rex Ryan erst einmal ein paar Blumen schicken, in eigener Hand hatte es sein Team schließlich nicht mehr - und gegen die Browns, die ohne den an einer Gehirnerschütterung laborierenden Johnny Manziel antraten, war es lange ein sehr hartes Stück Arbeit.

Zwar gelang den Browns mit Quarterback Austin Davis (240 YDS, 2 INTs) nicht viel, aber die Steelers machten sich ihre Raumgewinne selbst kaputt: So fumbelte Antonio Brown im ersten Drive den Ball weg, im dritten warf Roethlisberger (349 YDS, 3 TDs) einen überflüssigen Pick, und den vierten beendete Chris Boswell per verfehltem Field-Goal-Versuch. Da stand es "nur" 7:6 für den haushohen Favoriten.

Aber der hatte eben trotzdem Antonio Brown. Der Wide Receiver beendete seine Saison für die Geschichtsbücher mit Stil. Schon zur Halbzeit hatte er zehn Catches und 150 Yards, auf dem Konto, am Ende waren es 13, 187 YDS und ein Touchdown. 1.834 Yards bedeuten Platz vier in der ewigen Bestenliste, vier Partien mit mindestens 175 Yards hatte noch niemand. 136 Catches in diesem Jahr sind Platz drei all-time, und zählt man das letzte Jahr mit 129 Catches dazu, ergibt das zwei Jahre mit 265 Receptions. Einsamer Rekord.

Week 17: Rekorde, Träume, irre Playoff-Szenarien

Auch nach dem Seitenwechsel war das Spiel mit einer 14:9-Führung für Pittsburgh noch nicht durch, vor allem als Big Ben seinen zweiten Pick warf und die Browns in der Redzone aufschlugen. Sechs Interceptions für Roethlisberger in den letzten drei Spielen, das macht Sorgen. Doch man hat ja noch James Harrison. Der Altmeister schnappte sich im Gegenzug einen Pass von Davis an der Goal-Line. Danach war der Widerstand der Browns gebrochen, die sich im Draft auf einen hohen Pick freuen dürfen. Und die Steelers reisen in einer Woche zu ihren Playoff-Auswärtsspiel. Zuvor heißt es aber noch: Hoffen und Bangen um Running Back DeAngelo Williams, der sich am Knöchel verletzte.

Die Browns machten kurz nach Spielende Nägel mit Köpfen und verkündeten den Abgang von Head Coach Mike Pettine und General Manager Ray Farmer. Der Rebuild in Ohio hat begonnen.

Atlanta Falcons (8-7) - New Orleans Saints (6-9) 17:20 (3:7, 14:7, 0:3, 0:3) BOXSCORE

War es das letzte Spiel von Saints-Coach Sean Peyton im Big Easy? Vielleicht sogar das letzte Spiel von Drew Brees? Unwahrscheinlich - doch wenn ja, dann sicherten sich der Coach und sein QB mal wieder einen Sieg über die Falcons. Zum 15 Mal in 20 Partien, um genau zu sein. Die entscheidenden Punkte legte aber nicht der fast 37 Jahre alte Quarterback, der 2016 rund 30 Millionen Dollar gegen die Gehaltsobergrenze der Saints zählen wird, auf. Stattdessen war es Kicker Kyle Forbath, der mit ablaufender Uhr ein 30-Yard-Field-Goal verwandelte.

Das hatte Matt Ryan (334 YDS, 2 TDs, INT) mit seinem Pick rund eineinhalb Minuten vor dem Ende vorbereitet. Der Quarterback legte davon abgesehen aber ein ordentliches Spiel auf und verstand sich mit Receiver Julio Jones (9 REC, 149 YDS) mal wieder blind. Jones setzte sich mit 1.871 Yards und 136 Catches in dieser Saison jeweils an den zweiten Platz der ewigen Bestenlisten. Auch Running Back DeVonta Freeman (81 YDS) konnte sich freuen - er knackte die 1.000 Rushing Yards.

Davon abgesehen ließen die so starken Offensiven ein paar Punkte liegen: Die Saints blockten ein Field Goal aus 45 Yards Entfernung, verpassten im direkten Gegenzug aber ein Fourth-and-One von der gegnerischen 17-Yard-Linie. In Halbzeit zwei fumbelte Freeman drei Yards vor der Endzone, die Saints marschierten 94 Yards - und fumbelten ihrerseits an der 2-Yard-Linie. Zeit für Urlaub!

New York Giants (6-10) - Philadelphia Eagles (7-9) 30:35 (3:14, 17:7, 7:7, 7:3) BOXSCORE

Beide Teams hatten die Playoffs bereits verpasst - ging es also um nichts mehr, sieht man von der Draft-Reihenfolge ab? Nicht ganz: Ein London-Trip stand auf dem Spiel. Während der Sieger und damit Zweitplatzierte der NFC East in der kommenden Saison bei den Seattle Seahawks antreten muss, steht dem Verlierer ein Duell mit den Rams ins Haus - und zwar in London. Die anstrengende Reise in die englische Hauptstadt oder doch lieber nach Seattle? Schwierig!

Unabhängig davon war es aber immer noch ein Spiel mit zwei richtig schlechten Defenses. Und so entwickelte sich ein Shootout, im Verlaufe dessen die Eagles das erste Team der NFL-Historie wurden, welches in drei Spielzeiten am Stück über 6.000 Yards gegnerischen Raumgewinn zuließ.

Dabei fing es sehr gut an: Mit einem 54-Yard-Touchdown-Run eröffnete der nach dem Rauswurf von Chip Kelly rehabilitierte DeMarco Murray den Reigen, über Darren Sproles und Jordan Mathews (65 YDS, 2 TDs) setzte man sich auf 21:13 ab. Doch als die G-Men nach Scores von Rashad Jennings und einem 45-Yard-Catch von Rueben Randle wieder vorn waren, wurde ein Pass von Eli Manning (302 YDS, 2 TDs, INT) in der gegnerischen Red Zone getippt. Ex-Giant Walter Thurmond griff beherzt zu und belohnte sich mit einem 83-Yard-Pick-Six! Mathews' zweiter Touchdown 9:19 vor dem Ende brachte dann die Entscheidung.

So konnte bei den Blauen nur Einer jubeln: Odell Beckham Junior erlebte einen recht ruhigen Abend, fing aber dennoch genügend Arbeitsnachweise (5 REC, 54 YDS), um 2.726-Yard-Bestmarke von Randy Moss zu knacken: Mit nun 2.755 Yards hat kein Receiver in seinen ersten beiden NFL-Saisons mehr Raumgewinn zu verzeichnen als OBJ.

Indianapolis Colts (8-8) - Tennessee Titans (3-13) 30:24 (10:7, 10:7, 7:3, 3:7) BOXSCORE

Theoretische Chancen hatten die Colts noch auf den Playoff-Platz - aber dafür mussten so viele Szenarien eintreffen, dass sich die Hoffnungen von Coach Chuck Pagano und Co. wohl eher im Promille-Bereich bewegten. Also nutzte man den letzten Spieltag, um noch einmal einiges auszuprobieren. Zum Beispiel auf der Quarterback-Position: Andrew Luck war schließlich weiter verletzt, ebenso wie seine bisherigen Ersatzmänner Matt Hasselbeck und Charlie Whitehurst.

Deshalb gab man gleich zwei weiteren Quarterbacks die Chance, sich für die kommende Saison zu empfehlen. Josh Freeman etwa, der vor genau 840 Tagen seinen letzten Touchdown-Pass geworfen hatte und für das eine Saisonspiel genau 43.824 Dollar kassierte. Freeman (15/28, TD, INT) machte seine Sache recht ordentlich, hatte an der Interception keine Schuld und legte Tight End Coby Fleener einen 57-Yard-Touchdown genau in die Arme. Zwischendurch durfte dann auch noch Ryan Lindley an, ebenfalls erst vor wenigen Tagen verpflichtet. Seinen Drive beendete Lindley (6/10) ebenfalls mit einem Touchdown.

Die Titans, die sich mit der Niederlage den ersten Pick im Draft sicherten, hatten mit Marcus Mariota ihren etatmäßigen QB ebenfalls schon verloren. Zach Mettenberger begann das Spiel, legte den ersten TD-Run seiner Karriere hin - und war nach einer Interception und anschließender Verletzung am Arm im dritten Viertel zum Zuschauen verdammt. Für ihn kam Alex Tanney, ehemals Practice Squad in Indianapolis, in die Partie - und spielte richtig gut (10/14, 99 YDS, TD).

Adam Vinatieri: Jäger des entscheidenden Moments

Auch für die Statistiker war noch etwas Nettes dabei: Colts-Kicker Adam Vinatieri setzte seine drei Field-Goal-Versuche ins Ziel, darunter einen 52-Yarder. Er machte damit die 100 Punkte voll - zum 18. Mal in seiner glorreichen Karriere. Natürlich Rekord. Der deutsche Pass Rusher Björn Werner spielte für die Colts ein paar Snaps, blieb dabei aber unauffällig. Nachdem seine Rolle in Indianapolis in den letzten Monaten immer kleiner geworden war, ist seine Zukunft in Indiana womöglich auch nicht in Stein gemeißelt.

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