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Manning-Comeback rettet Broncos!

Von SPOX
Peyton Manning kam, sah - und siegte! Die Broncos haben Heimvorteil in den Playoffs
© getty
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Miami Dolphins (6-10) - New England Patriots (12-4) 20:10 (3:0, 7:3, 0:7, 10:0) BOXSCORE

Ein Sieg bei den vermeintlich so harmlosen Dolphins, die ohne wirkliches Spielziel antraten und am Samstag noch schnell ihren General Manager Dennis Hickey feierten, und die Pats hätten sich den Heimvorteil für die Playoffs gesichert. Doch darauf schien das von vielen Verletzungen dezimierte Team von Bill Belichick an diesem Abend überhaupt keinen Wert zu legen. Die Devise war viel mehr: Bloß wieder unbeschadet abreisen! So spielte Rückkehrer Danny Amendola nur hier und da ein paar Snaps, und Tom Brady warf in der kompletten ersten Hälfte nur fünf Pässe, um sich dem Pass Rush nicht auszusetzen (21 Runs). Vielleicht nicht zu Unrecht: Als er einmal passen wollte, wurde er von Ndamukong Suh in eine Brezel verwandelt und musste sich danach erst einmal am Knöchel behandeln lassen.

So war die Offensive der Pats natürlich sehr leicht auszurechnen, Stephen Gostkowski verschoss ein Field Goal und so wurden es gerade mal drei Punkte in der ersten Hälfte. Die Dolphins und QB Ryan Tannehill hatten zwar auch Probleme, aber Tannehill brachte gegen die aggressive Deckung eben doch den einen oder anderen langen Pass an den Mann - und irgendwie immer dann, wenn es lichterloh brannte. Kurz vor der Pause fand er DaVante Parker für den Touchdown und ein optimistischer Jump Ball auf Parker bereitete einen Score von Jordan Cameron im Schlussviertel vor.

Der Week-16-Hangover: Ein Feigling im Punter-Kostüm

So warf Brady am Ende doch noch ein paar Pässe, sogar tiefe (12/21, 134 YDS), aber ohne Anspielstationen, gegen eine gut aufgelegte Secondary und dem Druck des Pass Rushes ausgesetzt (2 Sacks), gelang fast nichts. Kurz vor dem Ende erhöhten die Dolphins auf 20:10 - und Belichick warf das Handtuch. Die Stars blieben draußen, Jimmy Garoppolo brachte das Spiel zu Ende.

Damit könnte der Top Seed der AFC weg sein, wenn die Broncos ihr Spiel gegen die Chargers gewinnen. Auch Bradys Chancen auf den MVP-Award sind weiter gesunken Sollten die Pats im Gegenzug Julian Edelman, Sebastian Vollmer und Co. gesund für die Postseason zurückbekommen, wird ihnen das herzlich egal sein. Und: Durch den Sieg der Steelers würde man auf die potente Offense von Big Ben und Co. erst in einem möglichen Championship Game treffen.

Houston Texans (9-7) - Jacksonville Jaguars (5-11) 30:6 (3:0, 17:3, 0:3, 10:0) BOXSCORE

So macht man's! Einfach mal die Jaguars abschießen und sich so vor jeglichen Szenarien um die Colts und den Spitzenplatz der AFC South absichern. Und es fing mal wieder mit einem Mann an: J.J. Watt! Der amtierende Defensivspieler des Jahres lief diesmal ohne Schiene an seiner gebrochenen linken Hand auf und terrorisierte die Offensive Line der Jaguars fast bei jedem Snap. Drei Sacks, drei von acht Tackles für Raumverlust, mehrere Pässe verteidigt, einen Fumble provoziert, einen anderen gesichert - Watt dürfte sich auch für dieses Jahr den Award gesichert haben - und hatte mit Teamkollege Whitney Mercilus (3,5 Sacks) einen kongenialen Partner.

So wurde es ein langer Abend für Blake Bortles, der achtmal gesackt wurde und ob des ständigen Drucks auch noch zwei Interceptions warf. Das Running Game der Jags war ebenfalls abgemeldet (32 Yards). Es war eine Demontage. In der Offensive bauten die Texans auf den wieder genesenen Brian Hoyer, der passabel spielte (249 YDS, TD, INT). Aber wer eine solche Defensive hinter sich weiß, dazu ein starkes Running Game (30 CAR, 160 YDS), der ist auch in den Playoffs nicht zu unterschätzen. Die Texans werden sich, wie der Gegner auch heißen sollte, gute Chancen ausrechnen.

Cincinnati Bengals (12-4) - Baltimore Ravens (5-11) 24:16 (0:0, 7:9, 14:0, 3:7) BOXSCORE

Können die Bengals mit Backup-Quarterback AJ McCarron wirklich ein Playoff-Spiel gewinnen? In seinen bislang drei Starts für den verletzten Starte Andy Dalton konnte McCarron diesen Nachweis noch nicht wirklich erbringen - gegen die Ravens spielte er mit 160 Yards (17/27, 2 TDs) über weite Strecken eher Platzhalter. Andererseits: Dalton blieb dieses Kunststück in seiner Karriere bisher ja ebenfalls verwehrt - und wann der Rotschopf seinen gebrochenen Daumen wieder an einen Football bringen kann, ist immer noch offen.

Die Ravens, die vor einer Woche noch gegen den großen Rivalen aus Pittsburgh gewinnen konnten, hielten auch diesmal lange dagegen und führten nach drei Field Goals von Justin Tucker zur Pause mit 9:7. Doch QB Ryan Mallett (30/56, TD, 2 INTs) konnte diesmal nicht so restlos überzeugen wie noch vor einer Woche. Zudem ließ sein Running Game zu wünschen übrig - ganz im Gegensatz zu Cincy, das von Jeremy Hill und Co. gleich 145 Yards Raumgewinn bekam. Die Defense stand lange sicher, und Tight End Tyler Eifert meldete sich nach langer Verletzungspause mit einem Touchdown zurück. Und die Ravens? Die freuen sich nach einem Spiel ohne erfolgreichem Third Down (0/9, elf Penalties) auf die Rückkehr von Joe Flacco.

Chicago Bears (6-10) - Detroit Lions (7-9) 20:24 (0:7, 0:3, 10:7, 10:7) BOXSCORE

Vielleicht der letzte Auftritt von Lions-Coach Jim Caldwell? Sollte es so kommen, dann darf er mit dem Bewusstsein abtreten, diesmal das Beste aus seinen Stars herausgeholt zu haben: Quarterback Matthew Stafford legte gegen die Bears 298 Yards und drei Touchdowns auf, Star-Receiver Calvin Johnson brachte es auf zehn Catches, 137 Yards und einen Score. Und dann trug sich Kicker Matt Prater mit einem 59-Yard-Field-Goal auf dem eisigen Boden im Soldier Field in die Geschichtsbücher der Franchise ein - vielleicht beeindruckender als sein 64-Yard-Rekord in Denver.

Quarterback Jay Cutler auf der anderen Seite wollte Stafford kontern, etwa nach dessen Pass auf Tim Wright zum 7:0. Doch sein Pass von der 5-Yard-Line wurde abgelenkt und landete bei James Ihedigbo. Vor der Pause warf Cutler dann noch einen Pick - und beim Stand von 20:24 waren zwei Minuten vor dem Ende dann aller guten Dinge drei. Ein First Down brauchten die Lions noch, doch statt bei dritten Versuch und fünf fehlenden Yards auf das Laufspiel zu setzen, fand Stafford Megatron für genau sechs Yards. Game Over!

Dallas Cowboys (4-11) - Washington Redskins (8-7) 23:34 (0:21, 14:3, 0:3, 9:7) BOXSCORE

"You like that!?" Dieser geflügelte Ausspruch von Redskins-Quarterback Kirk Cousins muss man schon lange mit "Yes!" beantworten - und die Ausrufezeichen dahinter werden immer länger. Die Skins hatten sich den Titel in der NFC East und damit ein Playoff-Heimspiel gesichert, aber da waren ja noch ein paar Rekorde für Cousins abzugreifen. Und das machte der 27-Jährige in - Achtung, Kalauer! - Rekordzeit. Nicht einmal die vollen 15 Minuten im ersten Viertel brauchte Captain Kirk, um gegen die schwache Cowboys-Defense gleich drei Touchdown-Pässe aufzulegen, darunter einen wahren Bilderbuch-Spielzug auf Receiver Pierre Garcon über 39 Yards.

So stand es schnell 21:0 und Cousins (12/15, 176 YDS) hatte den Rekord für die meisten Passing-Yards eines Washington-QBs inne. Er löste Jay Schroeder (4.109) ab und steht selbst nun bei 4.166. Und wenn er nicht schon im zweiten Viertel von Colt McCoy (128 YDS, TD) abgelöst worden wäre, er hätte den Rekord weiter hochgeschraubt. In seiner vierten und letzten Serie hatte er sogar die Chance, als erster QB der NFL-Geschichte drei Partien mit 4 TDs und keinem Pick in Serie aufzulegen - es wurde aber nur ein Field Goal.

McCoy machte den Rest, während die Cowboys wieder auf Kellen Moore (435 YDS, 3 TDs, 2 INTs) setzten, der der erst in der "Garbage Time" Yards auf das Feld bringen konnte. Ein bitterer Tag könnte es für Dallas-Linebacker Sean Lee sein: Der hat in seinem Vertrag nämlich eine Klausel, die ihm einen Bonus von zwei Millionen Dollar garantiert, wenn er 80 Prozent aller Spielzüge des Teams absolviert. Vor dem Spiel stand er bei 82,1 Prozent, musste aber verletzt passen. Ob sich Besitzer Jerry Jones dennoch spendabel zeigt?

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