Freitag, 20.01.2012

NBA: Utah Jazz - Dallas Mavericks 91:94

Mavs-Sieg beim heißesten Team der NBA

Die Dallas Mavericks (9-7) sind mit einem starken Auswärtssieg in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Nach den beiden bitteren Pleiten in Los Angeles gewannen Dirk Nowitzki und Co. bei den Utah Jazz (9-5) mit 94:91.

Die Mavs sind nach den Lakers erst das zweite Team, das in Utah gewinnt
© Getty
Die Mavs sind nach den Lakers erst das zweite Team, das in Utah gewinnt

Für die Jazz, die acht ihrer letzten neun Spiele gewonnen hatten, war es erst die zweite Heimniederlage der Saison (7-2). Topscorer der Mavs war Shawn Marion mit 22 Punkten. Rodrigue Beaubois steuerte 17 Zähler zum Sieg bei. Dirk Nowitzki lieferte nur 12 Punkte (5/12 FG).

Der Deutsche nahm im letzten Viertel nur einen einzigen Wurf - sein angeschlagenes rechtes Knie scheint ihm doch ziemlich zu schaffen zu machen. Beste Werfer bei Utah waren Al Jefferson (22 Punkte) und C.J. Miles (17 Zähler). Paul Millsap verbuchte ein Double-Double (16 Punkte, 13 Rebounds). Für die Mavs geht es am Samstag mit einem Auswärtsspiel bei den New Orleans Hornets weiter.

Die Reaktionen:

Dirk Nowitzki (Dallas): "Das ist ein großer Sieg für uns. Das ist eine verdammt harte Arena, in der man erst mal ein Spiel gewinnen muss."

Shawn Marion (Dallas): "Wir haben uns nicht unterkriegen lassen. Wir wussten, dass sie einen Run starten würden. Die Jazz sind ein junges Team mit viel Energie. Und gerade in ihrer Halle spielen sie hart. Aber wir haben die Fassung bewahrt und waren in der Lage, nach jedem ihrer Runs darauf zu antworten."

Rick Carlisle (Trainer Dallas): "Wir machen stetig Fortschritte. Aber es ist ein hartes Stück Arbeit. Wir müssen weiter an uns arbeiten. Es geht nicht über Nacht, so leicht geht es einfach nicht."

Al Jefferson (Utah): "Wir müssen uns in der Liga den Ruf erarbeiten, dass man uns nicht herumschubsen kann. Wir kämpfen immer bis zum Ende. Dallas mag das Spiel gewonnen haben, aber die Jungs wussten, dass sie hier in einen echten Fight müssen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tipoff: Keine Überraschungen. Vince Carter (Fußverletzung) fällt erneut aus und lässt sich in Dallas behandeln. Die Mavs starten wieder mit Jason Kidd, Delonte West, Shawn Marion, Dirk Nowitzki und Brendan Haywood. Utah mit seiner gewohnten Starting Five bestehend aus Devin Harris, Raja Bell, Gordon Hayward, Paul Millsap und Al Jefferson. Ex-Maverick Josh Howard (Wadenzerrung), in der Saison bislang gut drauf, muss passen.

6.: Nowitzki trifft seinen ersten Jumper. Die Mavs mit einem frühen 10:0-Run. 12:6 Dallas. Bei den Jazz läuft nichts zusammen. Timeout Ty Corbin.

12.: C.J. Miles ist von der Bank gekommen und gibt den Jazz jede Menge Energie. Miles mit einem Highlight-Dunk im ersten Viertel, aber die letzte Aktion der ersten zwölf Minuten gehört Nowitzki. Der Layup ist drin. 25:22 Mavs.

21.: Das Zeichen, dass bei den Mavs offensiv fast alles gelingt? Haywood mutiert zu Mr. Automatic von der Freiwurflinie. Innerhalb kürzester Zeit trifft Haywood zweimal beide Freiwürfe. 4/4. Wahnsinn. Dallas auf 11 weg. 52:41.

24.: Marion in den letzten Minuten vor der Pause nicht zu stoppen. Sekunden vor der Sirene sitzt sein nächster Wurf. Dann pennen die Mavs allerdings noch mal komplett in der Defense und lassen Bell aus der Ecke freistehend mit dem Buzzer noch einen Dreier reinhauen. Was Nowitzki sichtlich sauer macht, Dirk feuert den Ball auf den Boden. Dennoch: Dallas zur Pause 59:50 vorne.

32.: Hässlicher Start in die zweite Halbzeit. Bei beiden Teams geht offensiv nichts. Aus dem Nichts jetzt aber ein 10:0-Lauf der Jazz. Erst Hayward mit dem spektakulären Coast-to-Coast-Slam-Dunk, dann Jefferson mit dem Jumper. Schon sind die Jazz im Geschäft. 65:64 Mavs.

36.: Die Emotionen kochen hoch. Derrick Favors bekommt ein Offensiv-Foul gepfiffen, regt sich darüber auf und schmeißt den Ball weg. Und was macht der Ref? Der schmeißt Favors raus. Ejection! Vollkommen übertrieben. 17:6-Run der Jazz im dritten Viertel. 71:71.

40.: Unglaubliche Sequenz von Roddy Beaubois. Hinten blockt der kleine Guard einfach mal den Millsap weg - und vorne haut der Franzose den Dreier rein. Ganz starke Leistung von Beaubois. 79:75 Mavs.

46.: Immer wieder diese Turnover bei den Mavs. Diesmal fängt Harris einen Kidd-Pass ab und schickt Hayward auf die Reise. Und der ehemalige Butler Bulldog lässt es wieder mal krachen. 87:87.

47.: Jason Terry hat das ganze Spiel nichts getroffen (1/8 Dreier), aber in der Crunchtime ist der Jet eben da! Sein Dreier sitzt, dann noch Marion mit den Punkten. 92:87 Dallas.

48.: Unfassbare letzte Sekunden. Miles verkürzt noch mal per Dreier auf 91:94. Dann verdaddelt Kidd den Einwurf so was von mies, aber die Jazz-Spieler unter dem Korb sind auch total überrascht und können nichts mehr mit dem Geschenk anfangen. Die Uhr läuft runter. Sieg Mavs. Die vogelwilde Kidd-Aktion hätte das Potenzial zum totalen Desaster gehabt.

Der Star des Spiels: Shawn Marion. Ganz klar die beste Saisonleistung des Forwards. Macht normal knapp 10 Punkte pro Partie, in Utah waren es vor allem dank einer phänomenalen ersten Halbzeit am Ende 22 Zähler (10/17 FG). Dazu lieferte Marion 7 Rebounds, 3 Assists, 1 Steal und 1 Block. Das beste Plus-Minus-Rating (+15) hatte er auch noch. Dank Marion konnte Dallas kompensieren, dass von Nowitzki so wenig kam bzw. kommen konnte. Außerdem stark: Rodrigue Beaubois. Dessen 17 Zähler (6/9 FG, dazu 2 Blocks!) in nur 18 Minuten waren ein eminent wichtiger Faktor zum Sieg. Und auch von Lamar Odom gibt es Positives zu berichten. 11 Punkte (4/5 FG) in 20 Minuten - der wichtigste Mavs-Neuzugang kommt ganz langsam in die Gänge.

Der Flop des Spiels: Devin Harris. Eine absolut grauenvolle Vorstellung des Ex-Mavericks. In Halbzeit eins blieb der Point Guard ganz ohne Punkt und Assist, am Ende hatte Harris 1 Punkt und 2 Assists auf seinem Konto. Harris' Quote: 0/7 aus dem Feld. Bezeichnend war sein furchtbarer Airball in der letzten Minute, der war so weit am Korb vorbei, dass es jeder Beschreibung spottet. Jazz-Coach Corbin hätte in der Schlussphase Harris draußen lassen und dem sehr soliden Earl Watson (5 Punkte, 7 Assists) vertrauen sollen. Bei Dallas trotz 11 Assists mit vielen Fehlern: Jason Kidd. Der Mavs-Spielmacher leistete sich 6 Turnover und sein Dreier fällt überhaupt nicht (1/15 in den letzten drei Spielen).

Die Analyse: Sehr beeindruckende Offensiv-Vorstellung der Mavs in der ersten Halbzeit. Nur 24 Stunden nach der bitteren Last-Second-Pleite bei den Clippers lief es im Dallas-Angriff wie am Schnürchen. Angeführt vom überragenden Marion spielten die Mavs in den ersten 24 Minuten extrem effizient.

58,5 Prozent Trefferquote aus dem Feld. Sensationelles Ball Movement im Mavs-Stil (14 Assists). Dazu kaum Turnover (4). Viel besser hätte die erste Halbzeit offensiv für Dallas nicht laufen können. Die Jazz (42 Prozent FG) lagen zwischenzeitlich mit 13 Punkten in Rückstand (43:56) und blieben nur einigermaßen im Spiel, weil sie immer wieder den Weg an die Freiwurflinie fanden (16/17 FT).

Das eigentlich so starke Inside-Spiel von Utah mit Jefferson und Millsap kam aber nur teilweise so zur Geltung, wie man das zuletzt gesehen hat. Phasenweise nahmen die Jazz uncharakteristisch viele Würfen von Außen und gingen von ihrer größten Stärke weg. Normalerweise macht kaum ein Team so viele Points in the Paint wie Utah.

An diesem Abend hatten aber die Mavs sogar in diesem Bereich klare Vorteile. Schwach war außerdem die viel zu softe Pick'n'Roll-Defense der Jazz. Dazu kam der Totalausfall auf der Point-Guard-Position namens Harris. In der zweiten Halbzeit hätten die Mavs sich weiter absetzen können, weil Utah zu Beginn des dritten Viertels im Angriff ganz schwach spielte. Mehr als ein Pass wurde kaum gespielt, da wurde der nächste Schuss schon abgefeuert und meistens verfehlte der sein Ziel. Aber Dallas tat den Jazz den Gefallen und leistete sich jetzt selbst eine Schwächephase.

Nach vier Ballverlusten in Halbzeit eins warfen die Mavs im dritten Viertel siebenmal den Ball weg und brachten Utah dadurch zurück in die Partie. Auch die Trefferquote der Mavs ging gegen eine jetzt viel aggressivere Jazz-Defense in den Keller. Im dritten Viertel erzielte Dallas nur 12 Punkte. Aufgrund der Ballverluste und der krassen Unterlegenheit am Brett (15:4-Offensiv-Rebounds für Utah) hätten die Mavs das Spiel leicht verlieren können.

Letztlich rettete Dallas aber die starke Trefferquote von 52 Prozent (Utah: 39 Prozent) und die abermals exzellente Defense. Und diesmal machten die Mavs in der Crunchtime die entscheidenden Plays zum Sieg. Wie wichtig der Sieg für die Mavs ist? Vor dem Spiel in Utah lautete die Bilanz der Mavs gegen Teams mit einer positiven Bilanz: 1-6. Bei einem West-Team hatte man außerdem auswärts noch gar nicht gewonnen. Deshalb ist ein Sieg bei einem so heimstarken und heißen Team wie den Jazz nach den letzten Pleiten extrem gut fürs Selbstvertrauen.

NBA: Der komplette Spielplan

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Florian Regelmann

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