NBA: Los Angeles Clippers - Dallas Mavericks 91:89

Dirk Nowitzki fordert: "Nicht immer diese Dreier"

Von SPOX
Donnerstag, 19.01.2012 | 12:51 Uhr
Chauncey Billups traf den entscheidenden Dreier gegen die Mavs
© Getty
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Wieder eine Mavs-Pleite in der Crunchtime! Dirk Nowitzki schlägt Alarm und will mehr Kampfgeist in den entscheidenden Momenten sehen! Denn die Dallas Mavericks (8-7) verloren auch Spiel zwei ihres Roadtrips. Nach dem 70:73 bei den Los Angeles Lakers setzte es im Staples Center gegen die Clippers (8-4) in einer dramatischen Schlussphase eine 89:91-Niederlage. Und wieder war ein Dreier in letzter Sekunde schuld, diesmal kam Chauncey Billups zum entscheidenden Schuss. Nowitzki lief trotz einer Erkältung auf, Clippers-Star Chris Paul musste wie erwartet erneut passen. Der Matchwinner für die Gastgeber kam von der Bank: Mo Williams erzielte 26 Punkte.

Vier Schiedsrichterentscheidungen in den letzten 20 Sekunden der Partie sorgten für nervenzerreißende Spannung.

Und obwohl die Niederlage äußerst knapp geriet, war es ein bitterer Abend für Dallas. Bereits zum dritten Mal in dieser Saison verlor das Team von Chefcoach Rick Carlisle Augenblicke vor der Schlusssirene durch einen Dreier des Gegners.

"Wir müssen immer weiter kämpfen", forderte Dirk Nowitzki, der nach dem Spiel zum ersten Mal zugab, dass er Probleme mit seinem rechten Knie hat. "Ich habe Probleme, meine Knie zu beugen. Es ist besser als noch vor drei Wochen, aber es ist insgesamt immer noch ein wenig steif und ich kann mich nicht so bewegen, wie ich will. Aber das wird schon", meinte Nowitzki, der sich aber vor allem über die bittere Pleite aufregte.

"Niemand hat gesagt, dass es leicht werden würde, aber wir können nicht jedes Mal verlieren, weil wir am Ende diese Dreier kassieren."

Gegen Oklahoma City war es Kevin Durant, der einen unmöglichen Schuss aus einer Drehung heraus weit vor der Dreierlinie nahm und traf. Zuletzt bei den Lakers verdarb Derek Fisher den Texanern die zum Greifen nahe Overtime.

Chauncey Billups trifft zum Sieg

Und nun also Chauncey Billups. Der Guard der Clippers kam nach vier Unterbrechungen in den letzten 20 Sekunden doch noch an den Ball - und sein Dreier saß. "Ich war so frei und bekam die Zeit, den Wurf zu nehmen", genoss Billups den Moment nach dem Spiel noch einmal. "Sie haben es zu spät bemerkt, da war der Ball schon in der Luft. Es hat sich großartig angefühlt, ihn fallen zu sehen."

Dass das Team von Clippers-Coach Vinny Del Negro überhaupt noch einmal in Wurfposition kam, hatte sich Dallas selbst zuzuschreiben. Zunächst verursachte Dirk Nowitzki einen unnötigen Jump Ball, indem er einen sicheren Rebound vermasselte.

Und nach Jason Terrys sensationellem Dreier fünf Sekunden vor dem Ende, als wohl auch die Clippers schon an einen Mavs-Sieg glaubten, ließ sich Jason Kidd von Billups vernaschen.

Dallas tat sich schwer - Mo Williams on fire

Doch bereits in der regulären Spielzeit tat sich Dallas schwer: Zwar erzielten Nowitzki und Delonte West je 17 Zähler, auch Ian Mahinmi (13), Jason Terry (zwölf) und Shawn Marion punkteten zweistellig (zwölf Punkte, zehn Rebounds).

Dennoch gelang es dem amtierenden Champion nie, sich entscheidend abzusetzen. Ihre Quote aus dem Feld lag bei mageren 42 Prozent, nur zwölf von 18 Freiwürfen fanden ihr Ziel.

Die Clippers dagegen trumpften auch ohne Chris Paul munter auf. Dass Del Negros Truppe das dritte Spiel in drei Tagen abriss, war ihr nicht anzumerken. Mo Williams, erstmals nach seiner Verletzung wieder dabei, punktete, wie er wollte. Der Point Guard traf seine ersten sieben Würfe, gemeinsam mit Billups sorgte er für 32 Zähler in der ersten Hälfte.

Nowitzki im dritten Viertel punktlos

Im dritten Viertel begannen die Mavs mit einem 15:6-Run und machten damit einen Neun-Punkte-Rückstand gut. In dieser Phase bestand auch dank der erneut ordentlichen Defensive durchaus die Chance, den Clippers den Zahn zu ziehen, doch Nowitzki blieb im gesamten dritten Abschnitt ohne Zähler.

Das Duo Williams/Billups überzeugte auch nach der Halbzeit: Insgesamt schenkten sie den Mavs sieben Dreier und 47 Punkte ein. "Wir haben heute ein gutes Team ohne unseren besten Spieler geschlagen. Das war wichtig für unser Selbstbewusstsein", so Williams.

Mavericks fehlen die Automatismen

Die hektische Schlussphase beweist: Dallas' einstige Stärke unter Carlisle, enge Matches in den letzten Minuten nervenstark für sich zu entscheiden, gehört der Vergangenheit an. Lediglich eines dieser Spiele, das mit fünf Zählern und weniger gewonnen wurde, ging in dieser Saison an das Nowitzki-Team.

Besagte Duelle gegen die Thunder, Lakers und Clippers hingegen gingen unnötig verloren. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Mavericks dann, wenn es um Automatismen und blindes Verständnis geht, doch noch nicht so sehr zusammengewachsen sind, wie es die Serie von fünf Siegen vor dem Roadtrip to L.A. glauben machen konnte.

Einsatz von Paul erneut fraglich

Einzig schlechte Nachricht des Abends für die Clippers: Obwohl er sich schon vor der Mavs-Partie gründlich warm machte, droht Chris Paul auch am Freitag gegen die Minnesota Timberwolves auszufallen.

"Er ist so heiß darauf, wieder da raus zu gehen, aber wir müssen das klug abwägen", erklärte Del Negro seinen Verzicht auf den neuen Helden.

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