Samstag, 27.11.2010

NBA: San Antonio Spurs - Dallas Mavericks 94:103

Die Seriensieger-Besieger aus Dallas

Die Dallas Mavericks haben die nächste Siegesserie beendet. Die 12 Spiele lang ungeschlagenen San Antonio Spurs fanden nie ein Mittel gegen Dirk Nowitzki und den Mavs-Frontcourt. Lediglich Manu Ginobili überragte. In Dallas bereitet allerdings der undisziplinierte Brendan Haywood Sorgen.

Shawn Marion war mit 19 Punkten zweitbester Scorer der Dallas Mavericks
© Getty
Shawn Marion war mit 19 Punkten zweitbester Scorer der Dallas Mavericks

Dirk Nowitzki war erneut bester Scorer der Dallas Mavericks. Am Ende kam er auf 26 Punkte und 8 Rebounds bei einer überragenden Feldwurfquote von 86 Prozent. Unterstützung bekam er von Shawn Marion (19 Punkte, 8-12 FG) und Tyson Chandler (19 Punkte, 8 Rebounds, 13-16 FT)

Topscorer der Begegnung war der Argentinier Manu Ginobili, der es auf 31 Punkte und 4 Assists brachte. Bei den San Antonio Spurs überzeugte außerdem George Hill (21 Punkte, 3 Steals).

Ärger gab es wegen Backup-Center Brendan Haywood, der aus einem nicht näher genannten Grund teamintern für ein Spiel gesperrt wurde.

Reaktionen:

Rick Carlisle (Trainer Dallas):

...zur Sperre für Brendan Haywood: "Was ich an Mark Cuban und dieser Franchise so bewundere, ist, dass sich hier alle respektieren. Jeder hat ein hohes Maß an Verantwortung. Daran muss man sich halten. Mehr werde ich dazu nicht sagen."

...zum Sieg in San Antonio: "Es war ein Spiel des Willens und wir haben es bestanden. Wir haben es wirklich immer versucht und hatten heute einen großartigen Spirit."

...zur Leistung von Shawn Marion: "Es war das zweite Spiel hintereinander, in dem Shawn den besten Spieler des Gegners (Manu Ginobili) verteidigt hat. Der Rest des Teams profitiert sehr davon."

Dirk Nowitzki (Dallas): "Chandler ist ein Biest! In den letzten Spielen bewegen wir den Ball sehr gut. Früher haben wir mich immer erzwungenermaßen mit Bällen gefüttert. Jetzt können viele Spieler punkten."

Shawn Marion (Dallas): "Jeder hilft hier jedem. Wir tun, was wir tun müssen. Es ist eine wirklich wichtige Woche und eine große Herausforderung für uns. Wir entwickeln uns nach vorne. Und wir haben wieder einen großen Sieg geholt."

Gregg Popovich (Trainer San Antonio): "Wir hatten heute zu viele Spieler, die neben der Spur waren. Wir haben als Team an beiden Enden des Feldes nicht gut funktioniert. Ich denke, sie waren ein bisschen hungriger als wir. Das hat man im letzten Viertel gesehen."

Manu Ginobili (San Antonio): "In den letzten Spielen haben wir unseren Aufgaben sehr gut erledigt und unsere Würfe getroffen, aber heute haben sie das getan. Es war ziemlich klar zu sehen, dass sie die Würfe, die sie brauchten, getroffen haben und wir eben nicht."

Spurs - Mavericks: Die Highlights zum Spiel im Video bei ESPN

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tipoff: Nichts Ungewöhnliches in beiden Starting-Lineups. Bemerkenswert ist lediglich, dass Mavs-Backup-Center Brendan Haywood wegen eines nicht näher genannten Verstoßes gegen die Team-Regeln heute gar nicht für die Mavericks aufläuft.

5.: Die Spurs im Spielaufbau, da hechtet Kidd in einen Pass. Er holt den Steal und spielt quasi im Aus einen tollen Behind-the-back-Pass. Der ermöglicht Butler einen leichten Jumper. 13:9 Dallas.

12.: Relativ ausgeglichenes Spiel im ersten Viertel. San Antonio leistet sich viele Ballverluste (5). Dafür ist Ginobili nicht zu stoppen (16 Punkte). Die Mavs haben Probleme an der Freiwurflinie (4-10). 29:27 Spurs.

24.: Gute Verteidigung der Mavericks. Die Spurs verbrauchen nahezu die ganze Wurfzeit. Dann zieht Hill von außen zum Korb, versucht den Layup, doch Chandler hat was dagegen. Block! Im anschließenden Fastbreak vergibt Terry den einfachen Korbleger. 51:49 Spurs. Halbzeit.

28.: Butler mit dem Ball im Spielaufbau. Gegen drei Mann zieht er zum Korb. Nowitzki wedelt völlig freistehend an der Dreierlinie mit den Armen. Doch Butler rennt mit dem Kopf durch die Wand und trifft natürlich nicht.

30.: Ginobili verpasst den schwierigen Layup. Die Mavericks im Fastbreak über Kidd und Terry. Der spielt zu Nowitzki an die Dreierlinie. Der Deutsche setzt an, und trifft. Sein zweiter Dreierversuch, sein zweiter Treffer. 20 Punkte schon für Dirk. 61:58 Dallas.

40.: Fastbreak Mavericks. Terry spielt zu Nowitzki. Der wird direkt gedoppelt. Pumpfake. Dann durch zwei Männer hindurch der Pass zu Mahinmi. Der steht völlig frei und stopft die Kugel rein. 82:79 Dallas.

47.: Terry mit starkem Drive zum Korb. Von hinten kommt die Hand von Parker. Terry kriegt den Ball noch abgedrückt und zieht das Foul. Der Ball fällt, den Extra-Freiwurf verwandelt Jet auch noch. 98:90 Dallas. Das holen die Spurs nicht mehr auf.

Der Star des Spiels: Dirk Nowitzki. Ja, es wird langweilig, doch was sollen wir tun? Nowitzki machte zwar "nur" 26 Punkte, stellte die Spurs allerdings permanent vor unlösbare Probleme und war enorm effektiv. Er verwandelte 12 seiner 14 Würfe (!!) aus dem Feld, darunter zwei von zwei Dreierversuchen. Er setzte seine Mitspieler immer wieder gut ein (5 Assists) und war immer dann zur Stelle, wenn die Spurs scheinbar davonzogen. Mit ihm machten die Mavericks 15 Punkte mehr als ihr Rivale. Beachtlich: Nowitzki stand kein einziges Mal an der Freiwurflinie. Auch Marion und Chandler bewarben sich eindrucksvoll für diese Kategorie.

Der Flop des Spiels: Tony Parker. Normalerweise liegen ihm die Mavericks. Gegen den Dallas-Backcourt macht der Franzose oft seine besten Spiele. Unvergessen, wie Parker in den Playoffs 2009 quasi alleine für alle Spurs-Punkte verantwortlich war. In diesem Spiel allerdings hatte der Point Guard bereits früh Foulprobleme und wirkte kaum Einfluss auf das Spiel aus. Er traf lediglich 4 seiner 12 Würfe aus dem Feld, verteilte nur einen einzigen Assist und leistete sich vier zum Teil haarsträubende Ballverluste. Fakt ist: Die Spurs brauchen einen guten Parker, um gegen die besten Teams zu bestehen. Dies war heute nicht der Fall.

Analyse: Texas-Derby. Es war das erwartet intensive und teilweise ziemlich zerfahrene Spiel zweier erbitterter Rivalen, das die Mavericks nach etlichen Führungswechseln letztendlich verdient gewannen, weil bei den Spurs gleich mehrere Spieler einen schwarzen Abend erlebten und niemand ein Rezept gegen Nowitzki hatte.

Die Spurs wollten es offensichtlich besser machen als die Teams zuvor und Nowitzki von der Freiwurflinie fernhalten, was auch erstaunlich gut gelang. Bis zum Ende des Spiels stand der Deutsche kein einziges Mal an der Linie. Dafür foulte San Antonio allerdings exzessiv Chandler. Dumm nur, dass der auch Freiwürfe verwandeln kann. 16 Mal musste der Center an die Linie, 13 Mal verwandelte er. Abgesehen von Chandler hatte Dallas aber erstaunlich große Probleme mit den eigenen Freiwürfen (64,5 Prozent verwandelte FT), was die Spurs gnadenlos ausnutzten und immer wieder Spieler an die Linie schickten.

Die Freiwurfschwäche hätte Dallas fast das Genick gebrochen, wenn San Antonio sich nicht so unglaublich viele unerzwungene Ballverluste geleistet hätte. Bereits zur Halbzeit hatten die Spurs 12 Turnover produziert, am Ende waren es 17. Alleine Parker, der völlig von der Rolle war, warf den Ball viermal weg. Zwar hatten auch die Mavericks gewohnte Probleme mit den Ballverlusten (14 Turnover), doch waren die zumeist der intensiven Spurs-Defense geschuldet.

Was allerdings viel erstaunlicher war: Die Spurs fanden kein Mittel gegen die Big Men der Mavericks. Der überforderte Blair (2,01 m) rackerte sich in der Defensive zwar ab, ist aber schlichtweg zu klein, um Nowitzki (2,13 m) zu verteidigen. Eigentlich war es ganz egal, wen man Nowitzki gegenüberstellte, der Mavs-Star warf einfach über alle Spieler drüber. Duncan und McDyess hatten zudem erhebliche Probleme mit dem viel athletischeren Chandler. Auch Marion bekam niemand so recht in den Griff. Gerade der desolate Jefferson (0-4 FG, 2 TO) hatte Probleme mit der Penetration von Matrix.

Sowieso schien nicht das Spurs-Team auf dem Court zu stehen, das die letzten 12 Spiele gewonnen hatte und damit einen Franchise-Rekord aufstellen konnte. Gleich mehrere Leistungsträger spielten unter ihrem Niveau. Der furios ins Spiel gestartete Ginobili wurde in der zweiten Hälfte fast gänzlich vom abermals sehr starken Marion abgeschaltet.

Bei Dallas teilten sich Mahinmi und Ajinca die Minuten hinter Chandler. Beide fielen weder positiv noch negativ auf. Der intern gesperrte Haywood macht allerdings immer mehr Probleme. Nach den schlechten Leistungen folgen nun Undiszipliniertheiten, welche Fragen nach der Einstellung des im Sommer mit einem großen Vertrag ausgestatteten Big Man aufwerfen.

NBA: Ergebnisse und Tabellen

Martin Gödderz

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