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NBA: Paul Zipser von den Chicago Bulls im Interview

"Die Superstars haben viel Macht"

Montag, 23.10.2017 | 11:10 Uhr
Paul Zipser lernte bei den Bulls in der vergangen Saison von Butler und Wade
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SPOX: Wie geht denn das Team damit um, dass durch den Rebuild - gerade auch im Hinblick auf hohe Picks - Siege nicht als besonders wichtig erscheinen?

Zipser: Wie das langfristig ist, werden wir ja erst im Laufe der Regular Season sehen. Aber die Vorbereitungsspiele haben schon gezeigt, dass wir mit den Gegnern mithalten können beziehungsweise sie auch schlagen können. Das wird für uns als Team auch immer das Ziel bleiben - Spiele zu gewinnen. Der Unterschied zu letzter Saison ist höchstens, dass wir keinen besonders großen Druck von außen haben, da nicht viel erwartet wird.

SPOX: Es spielt hinsichtlich der Motivation also keine Rolle, was für Ziele die Franchise für eine Saison hat?

Zipser: Überhaupt nicht! Ich bin hier - und das gilt auch für das restliche Team - um Spiele zu gewinnen. Und ich glaube auch nicht, dass die Franchise das anders sieht und es lieber hätte, wenn wir verlieren. Wir haben ja auch gute Spieler zu uns geholt. Würden wir verlieren wollen, hätten wir das nicht getan, sondern stattdessen schlechte Spieler verpflichtet.

SPOX: Das klingt logisch. Nächster Themensprung: Durch diverse Trades in dieser Offseason ist das Leistungsgefälle zwischen Ost und West noch einmal größer geworden. Wie nimmt man das als Spieler wahr?

Zipser: Das ist ja kein neues Phänomen, auch wenn es sich in diesem Sommer noch einmal verstärkt hat. Generell finde ich es auch nicht so gut, wenn sich viele Superstars in einem Team zusammentun und ich glaube auch nicht, dass das so positiv für den Sport ist, dass es einige Franchises mit vielen Superstars gibt, dafür aber auch sehr viele andere ohne einen einzigen. Aber es ist nun einmal so, dass der Trend in diese Richtung geht - und wenn einzelne Franchises und deren Besitzer die Möglichkeit haben, viele gute Spieler zu verpflichten, kann man ihnen keinen Vorwurf machen, wenn sie dies auch tun.

SPOX: Im Rahmen der Superstar-Trades werden grundsätzlich viele weitere Spieler, die keinen so großen Namen haben wie Paul George oder Carmelo Anthony, getradet. Wie geht man als Spieler mit diesem Gefühl um, dass es einen jederzeit selbst treffen könnte?

Zipser: Das ist natürlich kein schönes Gefühl. Aber dass das so ist, wusste ich schon, bevor ich in die NBA gekommen bin. Zudem betrifft es ja nicht nur den Basketball, sondern generell alle Ligen im US-Sport. Das mag nicht besonders schön sein, aber so läuft das Business hier drüben.

SPOX: Mit Maxi Kleber und Daniel Theis ist die Anzahl der deutschen Spieler in der NBA erstmals in der Geschichte auf fünf gestiegen. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?

Zipser: Es ist ja offensichtlich, dass in der Spieler-Entwicklung in Deutschland sehr gute Arbeit geleistet wird. Ob in der NBA oder auf europäischem Level: Es gibt immer mehr Topspieler, die auf sich aufmerksam machen. Man hat ja auch bei der EuroBasket gesehen, dass wir mit einem jungen Team trotz vieler Absagen auf sehr hohem Level mithalten können.

SPOX: Können Sie beschreiben, wie die deutschen Spieler in den USA wahrgenommen werden?

Zipser: Das ist schwierig zu beantworten, weil es in der Zeit, in der ich hier war und bin, "nur" uns drei, also Dirk, Dennis und mich, gab. Da gehen die Wahrnehmungen natürlich weit auseinander. Über Dirk muss man nicht reden, er hat Legenden-Status. Und auch Dennis hatte sich inzwischen etabliert und sich einen Status erarbeitet. Ich hingegen bin noch recht neu - es gibt also nicht den deutschen Spieler. Wenn man das aber auf eine europäische oder internationale Ebene hebt, sieht man natürlich, dass solche Spieler sehr begehrt sind - weil die Leute erkannt haben, dass wir Sachen aufs Parkett bringen können, die viele College-Spieler nicht beherrschen.

SPOX: Dazu passt, dass viele der heranwachsenden Superstars Internationals sind...

Zipser: Stimmt. Towns ist kein Amerikaner, Embiid ist keiner, Giannis oder Porzingis sind Europäer. Das ist mir persönlich jetzt aber nicht neu, dass nur die Amerikaner Basketball spielen können - es ist nur schön, dass das inzwischen auch woanders wahrgenommen und all das Talent geschätzt wird.

Seite 1: Zipser über den Superstar-Schwund in Chicago

Seite 2: Zipser über den Rebuild und die Lage der Liga

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