Die Spurs und Rockets nach Spiel 1

Die eigene Philosophie verraten

Von Philipp Jakob
Dienstag, 02.05.2017 | 12:19 Uhr
Die San Antonio Spurs haben Spiel 1 gegen die Rockets verloren
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Nach der deftigen 99:126-Klatsche in Spiel 1 der Western Conference Semifinals gegen die Houston Rockets begeben sich die San Antonio Spurs auf die Suche nach Antworten. Problemherde gibt es schließlich genug.

Es waren noch nicht einmal 80 Sekunden gespielt, als Gregg Popovich zum ersten Mal so richtig sauer wurde. Sofort kündigte der Head Coach der San Antonio Spurs eine Auszeit an, nahm sich Danny Green zur Brust und versuchte mit ernster Miene und energischen Worten herauszufinden, warum dieser kurz zuvor einen Switch zugelassen hatte.

Als Resultat davon hatte sich nämlich ein hoffnungslos überforderter David Lee einem gewissen James Harden ausgesetzt gesehen. Der MVP-Kandidat fackelte nicht lange und versenkte einen eiskalten Dreier über die ausgestreckten Arme Lees.

Erneut zwei Minuten später hatte sich Popovich immer noch nicht beruhigt. Und wenn doch, dann hatte der 68-Jährige eine kurze Phase der Gelassenheit ganz schnell hinter sich gelassen. Erneute Auszeit der Spurs, dieses Mal war es Lee, der die Schimpftirade seines mit hochrotem Kopf wild gestikulierenden Bosses über sich ergehen lassen musste. Die Spurs-Fans saßen ungläubig und verzweifelt auf ihren Sitzen, das Internet bereitete alles für eine Meme-Lawine vor.

Offensive Meisterleistung

Viel besser sollte Popovichs Laune - und wahrscheinlich auch die der Spurs-Fans - während der herben 99:126-Klatsche auch nicht mehr werden. Immerhin hatte er nach seinen Ausrastern gut zwei Stunden Zeit, sich zu beruhigen, bevor er auf dem Podium vor der Presse Platz nahm. "Wir haben verloren, sie haben gewonnen und sie haben besser gespielt", gab Coach Pop mit versteinerter Miene zu Protokoll.

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Manchmal kann Basketball eben so einfach sein. Die Rockets haben allerdings nicht nur besser gespielt, die Rockets haben ihren Gegner zudem nach allen Regeln der Basketball-Kunst überrannt. Houston forcierte von Beginn an das Tempo, baute früh Druck auf die in der Transition unsortierte Defense der Spurs aus und bestrafte jeden noch so kleinen Freiraum mit einem extrem heißen Händchen - vor allem von Downtown.

Angeführt vom bärenstarken Harden versenkten die Rockets 22 von 50 Versuchen von der Dreierlinie (44 Prozent). Nur ein Team hat in der Playoff-Geschichte der NBA mehr Dreier verwandelt. "The Beard" selbst traf nur drei Dreier und erzielte 20 Punkte, dafür setzte er mit seinen 14 Assists Trevor Ariza (5 Dreier), Ryan Anderson (4), Eric Gordon (3) oder Patrick Beverley (2) immer wieder gut in Szene.

"Die Spurs haben uns die Möglichkeit gegeben, viele Dreier zu werfen", erklärte Harden. Ein eklatanter Fehler, den Houston - immerhin das gefährlichste Team aus der Distanz in der regulären Saison (14,4 verwandelte Dreier pro Spiel) - eiskalt bestrafte.

Der Teufelskreis

Die Spurs wussten natürlich, was auf sie zukommen würde. Sie wussten um die Bedeutung des Distanzwurfes für das Spiel der Rockets. Und sie wussten, dass Houston eine Menge Firepower besitzt. Dennoch war San Antonio nicht in der Lage, Harden und Co. zu stoppen. Warum?

"Wir haben eine Menge grundlegender Basketball-Regeln missachtet, wovon Houston profitieren konnte", erklärte Popovich auf der Pressekonferenz. San Antonio, nicht unbedingt bekannt für einen schnellen Spilstil, ließ sich vom Tempo der Rockets anstecken. "Wenn wir schnell abschließen und schlecht werfen, wird es einen Fastbreak nach dem anderen geben", so Coach Pop weiter. "Und darin sind sie besser als wir."

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Wie viel besser zeigte sich in Hälfte eins. Die Rockets hatten zur Halbzeitpause bereits 22 Fastbreak-Punkte auf dem Konto. Die Spurs? Mickrige 4 Zähler. Statt sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren, nahm San Antonio überhastete Würfe in der Offense und fand keine Stabilität in der Defense.

Dadurch wiederum fanden die Spurs zu keinem Zeitpunkt ihren Wurfrhythmus. Die Rockets auf der anderen Seite konnten ungehindert weiter Tempo machen. Ein Teufelskreis, der vor allem LaMarcus Aldridge zu schaffen machte. Der Big Man schien besonders unter dem hohen Tempo zu leiden.

Das Problem namens Harden

"Das war nur ein Spiel, aber wir müssen verstehen, was passiert ist", sagte Tony Parker, der mit 11 Punkten (3/9 FG) sowie 3 Assists wie die meisten seiner Teamkollegen blass blieb. Manu Ginobili wurde da schon etwas konkreter: "Wir müssen die Offense mehr kontrollieren, den Ball besser bewegen. Wenn wir dann jede Possession fünf gegen fünf spielen, wird es ein bisschen einfacher. Heute, mit diesem schnellen Basketball, haben sie uns fertig gemacht."

Damit meinte er vor allem Harden. Der 27-Jährige dominierte das erste Viertel nach Belieben. In seiner Rolle als Point Guard legte er in Spiel 1 vor allem einen Fokus auf seine Mitspieler. Im ersten Spielabschnitt nahm der MVP-Kandidat nur vier Würfe selbst (für 11 Punkte), verteilte gleichzeitig aber fünf Assists. Damit ermöglichte er es seinen Mitspielern wie Ariza, Anderson oder Clint Capela (20 Punkte, 8/10 FG), schnell ihren Groove zu finden.

"Deswegen ist er so großartig", lobte deshalb auch Anderson. "Er hält nicht die ganze Zeit den Ball in der Hand und wirft 20 Mal im ersten Viertel. Oft legen die Gegner ihren Fokus auf ihn und er weiß, wenn er den Ball abspielt, kreiert er für jemanden einen offenen Wurf."

Nur deshalb waren die Rockets überhaupt in der Lage, so Feuer zu fangen. Harden - und auch die anderen Rockets auf dem Parkett - ließ den Spalding exzellent durch die eigenen Reihen laufen. 30 Assists zeugten von diesem hervorragenden Ball-Movement.

Leonard als Lösung?

Für die Spurs wird es nicht nur wichtig sein, in Spiel 2 in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (ab 3.30 Uhr live auf DAZN) das Tempo und die eigene Offense zu kontrollieren. Sie müssen auch versuchen, Harden besser in den Griff zu bekommen. Danny Green, der von Beginn an zur Bewachung Hardens angesetzt wurde, erledigte seinen Job wie erwähnt nicht hundertprozentig zur Zufriedenheit seines Coaches.

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Der hat aber immer noch ein Ass im Ärmel: Kawhi Leonard. Der Edelverteidiger der Spurs kam in Spiel 1 noch nicht im direkten Duell mit Harden zum Zug. Das könnte sich in Spiel 2 ändern. Schließlich könnte ein Kettenhund wie Leonard Hardens Kreise weit genug einschränken. Das wiederum würde dem Spiel der Rockets empfindlichen Schaden zufügen. Coach Pop wird sich den ein oder anderen Kniff für das kommende Duell mit den Rockets ausdenken, so viel ist sicher.

Einen - zugegebenermaßen nicht gerade überraschenden - Kniff hat er sogar schon verraten: "Wir müssen einfach viel smarter spielen." Den Spurs und vor allem auch dem Blutdruck von Popovich würde das auf jeden Fall weiterhelfen.

Das Playoff-Bracket im Überblick

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