LIVE-STREAM: Thunder vs. Knicks, So. ab 19 Uhr

Geld auf der Bank

Von David Digili
Freitag, 07.02.2014 | 13:29 Uhr
Amar'e Stoudemire verpasste in der laufenden Saison bereits 13 Spiele
© getty
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Vom einstigen Hoffnungsträger der New York Knicks ist nicht mehr viel übrig: Amar'e Stoudemire spielt in der Rotation von Coach Mike Woodson kaum noch eine Rolle. Leitete der Forward 2010 den Wandel im Big Apple mit ein, ist er 2014 nur noch der teuerste Ersatzspieler der Sportwelt - und dauerverletzt. Am Sonntag geht es für ihn und die Knicks gegen die Thunder (So., ab 19 Uhr im LIVE-STREAM FOR FREE mit Frank Buschmann).

Dem Drink der - je nach persönlicher Präferenz sehenswerten - Zuschauerin dort in der ersten Reihe in der Time Warner Cable Arena zu Charlotte, ihm war kein langes Leben vergönnt. Dafür aber war die Basketballwelt um einen Beweis der These reicher: Ein großartiger Passer war Amar'e Stoudemire noch nie.

Der Angriff der Knicks lief gerade, die letzten Sekunden der Shotclock tickten runter, der Power Forward kam an den Ball - der Rest war Arbeit für die fleißigen Helfer, die flugs die Folgen des Pass-Missgeschicks beseitigten. Zuschauerin unverletzt, Getränk futsch.

"Was hat er sich dabei bloß gedacht?" fragten die Kommentatoren in einer Mischung aus Ungläubigkeit und Jux. Amar'e Stoudemire wusste wohl selbst nicht so genau, was er da tat.

Es war ein Fallbeispiel für die Verfassung des mittlerweile 31-Jährigen im Jahr 2014. Der einst hoch geschätzte "STAT" ist nur noch ein Schatten seiner selbst, "Standing Tall And Talented" nur noch Makulatur.

Abwärtstrend setzt sich fort

Eine Zahl drückt zumindest den Ansatz der völlig verfahrenen Situation aus: 21,6 Millionen US-Dollar. Das ist das Gehalt, das Stoudemire der 2010 unterzeichnete Fünf-Jahres-Vertrag in dieser Saison garantiert.

Ligaweit Platz drei, nur Kobe Bryant und Dirk Nowitzki verdienen mehr. Stieg das Salär seit seiner Ankunft in New York stetig an, Stoudemires Leistungen gingen rapide in den Keller.

Denn die Spielzeit 2013/14 war bis jetzt der absolute Tiefpunkt seiner Karriere. 9,6 Punkte, 4,4 Rebounds, 0,4 Assists in knapp 19 Minuten Spielzeit - der Abwärtstrend setzte sich bisher fort. "Ich will hier im Knicks-Trikot zum Hall-of-Famer werden. Das ist mein Ziel," erklärte Stoudemire zum Saisonstart. Selten war er weiter davon entfernt.

"Nicht der Amar'e von früher"

"Er ist einfach nicht der Amar'e von früher", entfährt es auch Knicks-Co-Kommentator Walt Frazier immer wieder bei Spielen seines Teams. Die Fans derweil waren bislang unentschieden.

Massenhaften Buhrufen bei missglückten Aktionen des einstigen Stars stand hoffnungsvoller Jubel gegenüber, wenn es mal wieder besser lief beim Mann mit der Nummer eins auf dem traditionsreichen Knicks-Trikot.

So wie Ende Dezember gegen Toronto (23 Punkte, neun Rebounds, zwei Blocks) oder jüngst im neuen Jahr bei den aufeinanderfolgenden 102:92-Siegen über Miami (14/11) und in Philadelphia (21/5).

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Fokus abseits des Courts

Erstmals seit März 2013 stand er in vier Partien an fünf Tagen hintereinander auf dem Platz, erzielte dabei 15,7 Zähler im Schnitt. "Er war einfach phänomenal", lobte auch Carmelo Anthony danach.

"Er kanns doch noch" scheinen dann die Anhänger zu raunen. Allerdings nur sehr selten, lichte Momente im Spiel des Olympia-Bronzegewinners von 2004, sie sind äußerst rar geworden.

Basketball nicht mehr der Mittelpunkt?

Positive Nachrichten gab es von Stoudemire zuletzt fast ausschließlich abseits des Courts: Vom vielfältigen sozialen Engagement über Film- und Serienrollen bis hin zum eigenen Damen-Modelabel oder biografischen Büchern - die Interessen des 111-Kilogramm-Mannes sind vielfältig.

Seit 2010 beschäftigt er sich zudem intensiver mit seiner jüdischen Familiengeschichte, wurde jüngst sogar Miteigentümer vom israelischen Traditionsklub Hapoel Jerusalem.

Und wurde nicht müde, bei jedem Anlass seine neu gefundene Religiosität zu erwähnen, bis es fast schon Tim-Tebow-esque Ausmaße annahm. Vielleicht sind dies aber alles nur Anzeichen dafür, dass Basketball längst nicht mehr der Mittelpunkt im Leben des Amar'e Carsares Stoudemire ist - und doch ist er selbst für die Knicks ein Problem.

Teuerster Ersatzspieler der Sportwelt

"Die Knicks sind zurück" erklärte Stoudemire noch selbstbewusst auf seiner Vorstellung am Hudson River 2010. Als Free Agent kam er damals von den Suns - und ließ anfangs auch Taten folgen: Erst erzielte er in neun Partien in Folge 30 Punkte und mehr, stellte damit einen neuen Franchise-Rekord auf.

Am Ende standen 25,3 Zähler, 8,2 Rebounds, 1,9 Blocks und eine Bestmarke von 2,6 Assists pro Spiel, Stoudemire schien zusammen mit Carmelo Anthony, der zur Mitte der Saison von den Denver Nuggets kam, die Speerspitze einer neuen Euphorie in New York zu werden. Höhepunkt: Die erste Playoff-Teilnahme seit 2004.

Doch die Einstandssaison sollte ein Strohfeuer bleiben. Der Lockout und eine Rückenverletzung limitierten den erhofften Heilsbringer im zweiten Jahr auf 47 von 66 Partien, 17,5 Punkte und 7,8 Rebounds im Schnitt kosteten ihn zum ersten Mal seit 2006 die Teilnahme am All-Star Game.

Knieprobleme en masse

In der Postseason gegen Miami dann sorgte Stoudemire für ein Kuriosum: Wütend über die 94:104-Niederlage in der zweiten Partie der Erstrundenserie, zerschlug er in der Gäste-Umkleide das Sicherheitsglas einer Feuerlöscherhalterung und verpasste dadurch Spiel 3 verletzt.

Auch in der letzten Saison kostete ihn eine erneute Knieverletzung erst 30 Spiele zum Saisonstart, dann wurde ein erneuter Eingriff im März nötig - das vorzeitige Saisonende. Ohnehin war schon der Starting-Five-Platz weg, 14,2 Punkte und fünf Rebounds im Schnitt in nur 29 Regular-Season-Spielen ließen kaum Grund für Optimismus.

Aufregung kam in der Sommerpause 2013 auf, als bekannt wurde, dass sich Stoudemire erneut einer Knie-OP unterzogen hatte. "Ich kann und werde wieder so dominant sein wie früher," kündigte er noch in der Reha an - bisher blieb es bei der Ankündigung. Knicks-Coach Mike Woodson beschränkte das malade Sorgenkind schon zuvor auf maximal 30 Minuten pro Partie.

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Hoch gepokert

Mittlerweile leisten sich die New Yorker also den teuersten Ersatzspieler/Dauerverletzten der Sportwelt. 2010 ging das Knicks-Frontoffice mit der Verpflichtung ein großes Risiko ein. In Phoenix wusste man um die unsichere Langzeitperspektive des Forwards.

Spätestens in drei Jahren würden sich Spätfolgen der Mikrofrakturierung im Knie von 2005 einstellen, so die Vorhersage der Suns-Ärzte - und das Team ließ ihn ziehen.

Der damalige Knicks-GM Donnie Walsh pokerte hoch und gönnte dem Wunschspieler eben jenen Fünf-Jahres-Vertrag über 99,7 Millionen US-Dollar. Auch die spielerischen Schwächen Stoudemires waren wohl bekannt.

Perfektes System in Phoenix

Das System der Suns indes war perfekt - es zeigte seine Vorzüge in der Offense und ließ gleichzeitig das eklatante Unvermögen in der Verteidigung marginal erscheinen.

Phoenix war die Punktemaschine der Liga, angetrieben von MVP Steve Nash, ein Mitfavorit auf die Meisterschaft, welcher berauschte Erfolgsfan fragte da nach Defense? Doch in New York weht bekanntlich ein anderer Wind.

Auch nach über einem Jahrzehnt NBA-Basketball scheint sein Spiel noch immer nur halbfertig. "Unter Mike D'Antoni habe ich nie irgendetwas von Defense gehört", erklärte Stoudemire unverhohlen kurz nach dessen Aus.

Besonders seit der Umstellung unter Woodson wurden die Aussetzer in Stoudemires Spiel offensichtlich - auch hier profitierte er zuerst vom Spielstil D'Antonis, bis der im Frühjahr 2012 zurücktrat.

Er ist ein verhältnismäßig schwacher Rebounder an beiden Enden des Courts, lässt es an jedwedem Timing vermissen, kommt in der Verteidigung oft zu spät, wirkt behäbig, verliert sogar oft die Orientierung.

Trade-Partner verzweifelt gesucht

Was die Zukunft bringen könnte, ist fraglich. Ein Buyout würde keinen Cap-Space bringen, einzig eine durch einen von Liga und Spielergewerkschaft anerkannten Mediziner diagnostizierte Sportinvalidität wäre möglich.

Schon vor der vergangenen Saison soll die Team-Führungsetage verzweifelt wie vergeblich nach Interessenten gesucht haben. "Amar'e war einer der Hauptgründe, warum ich nach New York wollte", bestätigte Melo kürzlich. "Ich hätte mir gewünscht, eine volle Saison mit ihm in Topform spielen zu können."

Es mag Ironie des Schicksals sein, dass die Knicks einen gesunden, gut aufgelegten Stoudemire brauchen, um anderen Klubs einen Trade schmackhaft zu machen. Viel Hoffnung kam bisher nicht auf.

Beim 83:78 der Knicks im Dezember gegen Chicago trabte Stoudemire einem Loose Ball gemütlich in den Backcourt hinterher - und Bulls-Forward Mike Dunleavy sprintete dazwischen, schnappte ihm den Spalding weg und verwandelte zwei einfache Punkte für die Gäste.

Ein Drink wurde aber damals zumindest noch nicht verschüttet.

Amar'e Stoudemire im Steckbrief

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