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LIVE-STREAM am So.: Clippers vs. Bulls, 21.30 Uhr

Wer soll CP3 stoppen?

Von Ole Frerks
Sonntag, 24.11.2013 | 13:36 Uhr
Chris Paul spielt bisher eine Saison auf MVP-Niveau
© getty
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Die NBA im LIVE-STREAM FOR FREE bei SPOX mit Frank Buschmann! Zum Ausklang des Wochenendes (21.30 Uhr) treffen die Los Angeles Clippers auf die Chicago Bulls. Während die Kalifornier defensiv noch zulegen müssen, gibt es in der Windy City ganz andere Probleme. Ohne Derrick Rose und Jimmy Butler stellt sich die Frage, wie man gegen Chris Paul in MVP-Form bestehen soll.

Auslangslage:

Die Clippers sind noch damit beschäftigt, sich an ihren neuen Coach Doc Rivers sowie die Neuzugänge JJ Redick und Jared Dudley zu gewöhnen. Aufgrund der routinemäßig überragenden Vorstellungen des All-Star-Duos Chris Paul und Blake Griffin steht das Team mit einer Bilanz von 9-5 trotzdem gut da und ist ohne Frage auf Playoff-Kurs. Das war allerdings auch zu erwarten.

Den Clippers reicht der bloße Einzug in die Playoffs jedoch lange nicht, sie wollen um den Titel mitspielen. Dafür muss sich die Defense allerdings noch erheblich verbessern: Mit 105 erlaubten Punkten bei 100 Ballbesitzen stellt L.A. den viertschlechtesten Wert der Liga. Eigentlich wollte man unter Rivers "seriöser" spielen, bisher spielt man allerdings ganz im Sinne von "Lob City": Viel Spektakel, viele Punkte - allerdings auf beiden Seiten.

Während bei den Clippers im Prinzip auf hohem Niveau gemeckert wird, haben die Bulls viel grundlegendere Probleme. Innerhalb von kürzester Zeit verlor man den kompletten Starting Backcourt - dabei fand man gerade erst so richtig in die Saison hinein. Die hatte ernüchternd begonnen, zuletzt entwickelte sich aber langsam besseres Ball Movement und ein gewisser Flow in der Offensive. Das ist jetzt Geschichte.

Meniskusriss! OP bei Rose

Derzeit ist nicht einmal klar, ob Derrick Rose noch in dieser Saison zurückkehren wird, Jimmy Butler wird auch noch einige Spiele aussetzen. Dass die Bulls im schwachen Osten auch ohne Rose Playoff-Charakter haben, haben sie bereits im letzten Jahr bewiesen, auch wenn sich im Kader seitdem ein bisschen was verändert hat. Momentan hat man in der Windy City aber erst einmal ganz andere Sorgen.

Star des Teams:

Chris Paul: An den Qualitäten des "Point Gods" gibt es schon lange keine Zweifel mehr, trotzdem legte er zum Start dieser Saison noch einmal los wie die Feuerwehr. Zwölf Spiele hintereinander mit Double-Doubles aus Punkten und Assists hat zum Start einer Saison vor ihm noch nie jemand geschafft, mit Galavorstellungen wie gegen Golden State oder gegen Minnesota im letzten Viertel gewann er schon einige Spiele fast im Alleingang.

Chris Paul: Noch nichts erreicht

CP3 zieht vorne meisterhaft die Fäden und kommt auf dem Platz irgendwie immer genau dorthin, wo er seinen Wurf loswerden möchte. Zudem ist er in der Lage, drei Viertel lang seine Teammates ins Spiel zu bringen und am Ende das Spiel zu übernehmen, wenn der Score es erfordert. Die Dominanz des 28-Jährigen geht so weit, dass "ESPN"-Analyst Tom Haberstroh die fast schon ketzerische Frage aufwarf, ob Paul nicht der beste Point Guard aller Zeiten sei. Und ob er nicht schon den legendären Magic Johnson überholt habe.

Wie wichtig Paul für die Franchise ist, zeigte sich auch bei den Moves im Sommer: Nachdem er gedroht hatte, anderswo zu unterschreiben, wenn Rivers nicht als neuer Coach verpflichtet würde, tat das Front Office der Clippers genau dies. Mit einem Fünfjahresvertrag über rund 107 Millionen Dollar ist Paul als unangefochtener Franchise Player allerdings auch in der Bringschuld.

Derrick Rose sollte natürlich eigentlich für die Bulls hier stehen, die neuerliche Verletzung des MVPs von 2011 muss dem Team wie ein hässliches Deja-Vu vorkommen. Bis er zurückkehrt, muss sich Chicago wieder auf das Rezept verlassen, das sie im letzten Jahr immerhin bis in die zweite Playoffrunde gebracht hat: Defense, selbstloser Teambasketball und nochmal Defense. Einen Star haben sie nun nämlich vorerst nicht im Kader.

Durch Roses Ausfall lastet abermals sehr viel Verantwortung auf den Schultern von Joakim Noah, Luol Deng und Carlos Boozer. Das Problem: Nur Boozer hat bisher richtig gut in die Saison gefunden, während Deng extrem schwache Quoten aufweist und Noah selbst mit einigen Verletzungen zu kämpfen hatte.

Schlüsselduell:

Wer soll Chris Paul verteidigen? In Ermangelung von Alternativen dürften die Minuten im Bulls-Backcourt wohl unter Mike Dunleavy, Marquis Teague, Kirk Hinrich und eventuell Tony Snell verteilt werden. Von den athletischen Fähigkeiten her wäre Teague wohl noch am ehesten in der Lage, Paul in seinen Kreisen einzuschränken, bisher scheint Tom Thibodeau ihm aber nicht uneingeschränkt zu vertrauen. Dazu ist der Coach nun aber möglicherweise gezwungen.

Wenn Paul schalten und walten kann, wie er will, wird für die Bulls im Staples Center kaum etwas zu holen sein. Da jeder Clipper abgesehen von DeAndre Jordan offensiv gefährlich ist, kann man nicht pausenlos gegen CP3 aushelfen - sein Gegenspieler muss versuchen, ihn im Eins-gegen-Eins zumindest einigermaßen einzuschränken. Im Hinblick auf seine derzeitige Form kann man nur sagen: Viel Glück dabei.

Geschichte:

In den Playoffs sind beide Teams logischerweise noch nicht aufeinandergetroffen, sodass sich die Stichprobe hier auf Spiele in der regulären Saison beschränkt. Da gibt es ein schlechtes Zeichen für die Bulls: In der letzten Saison gewannen die Clippers gegen die Bulls beide Spiele. In der Vorsaison gingen zwar beide "W"s an Chicago - der überragende Mann bei diesen Siegen hieß jedoch Derrick Rose (30.5 PPG).

Auf Seiten der Clippers spielt vor allem Blake Griffin gerne gegen Chicago. In fünf Spielen gegen die Bulls legte er durchschnittlich 28,6 Punkte, 11,6 Rebounds und 3,8 Assists auf und traf knapp 56 Prozent aus dem Feld. Dem erdverbundenen Carlos Boozer gegenüber hat er in Sachen Athletik einfach erhebliche Vorteile.

Interessant ist auch das Coaching-Duell: Tom Thibodeau war Doc Rivers' Co-Trainer in Boston, als die Celtics 2008 NBA-Champion wurden. Die beiden sind bis heute befreundet und bei Spielen gegeneinander immer wieder besonders motiviert.

Rookies:

Reggie Bullock ist der einzige Rookie im Kader der Clippers. Der 25. Pick des Drafts kam zu Beginn der Saison nicht zum Einsatz, in den letzten Spielen durfte er dagegen teilweise zumindest für Kurzeinsätze aufs Parkett. Mit seiner Wurfquote von 27,3 Prozent empfiehlt sich der Shooting Guard bisher allerdings nicht wirklich für höhere Aufgaben.

Bei den Bulls gibt es zwei Rookies, die allerdings gerade die Erfahrung machen, dass Rookies es unter Thibodeau generell schwer haben. Zweitrundenpick Erik Murphy kommt bisher auf ganze sieben Karriereminuten, auf seinen ersten Punkt wartet er noch. Den hat Tony Snell immerhin schon erzielt; wer weiß, vielleicht wird der athletische Small Forward anhand der Verletzungsprobleme im Kader nun doch ins kalte Wasser geworfen.

Die Stimmen:

Chris Paul (L.A. Clippers) nach dem knappen Sieg über Sacramento: "Wir müssen den Gegner auch mal fertig machen und es nicht immer so eng werden lassen. Es hat aber irgendwie gepasst, dass wir das Spiel mit einem Defensive Stop gewonnen haben, weil wir zuletzt an unserer Verteidigung gearbeitet haben. Hoffentlich gibt uns das Selbstbewusstsein."

Blake Griffin (L.A. Clippers) über Derrick Rose' Verletzung: "Er tut mir leid. Das einzig Gute ist, dass die Verletzung lange nicht so schlimm ist wie die, die er hinter sich hat. Ich wünsche ihm nur das Beste."

Prognose:

Das Ergebnis scheint vor der Partie schon einigermaßen klar zu sein. Selbst mit Rose und Butler wäre Chicago in L.A. nicht als Favorit aufgetreten, ohne die beiden dürften die Bulls es extrem schwer haben gegen Paul und Griffin oder auch Jamal Crawford, der von der Bank kommend immer wieder für Punkte sorgen kann, die von der Bulls-Bank so schlicht niemand liefern kann.

Für die Bulls spricht, dass die Clippers am Samstag ein anstrengendes Spiel gegen die Kings absolvieren mussten, während Chicago pausiert hat. Allerdings hat L.A. im Gegensatz zum heutigen Gegner die nötige Kadertiefe, um die Belastung eines Back-to-Backs aufzufangen. Unter diesen Voraussetzungen ist das Spiel prinzipiell ein Pflichtsieg für die Clippers.

Der NBA-Spielplan im Überblick

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