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Thunder oder Celtics: Welche Serie reißt?

Von Sebastian Dumitru
Sonntag, 10.03.2013 | 14:39 Uhr
Duelle zwischen Boston und Oklahoma City sind stets körperbetont und hart umkämpft.
© getty
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Oklahoma City ist seit vier Partien ungeschlagen, Boston sogar seit fünf. Ideale Voraussetzungen also für ein Top-Duell der Extraklasse (ab 18 Uhr im kostenlosen LIVE-STREAM bei SPOX). Wer setzt seinen derzeitigen Aufstieg im Kampf um die bestmögliche Playoff-Position fort?

Fünf Siege in Folge für die Gäste, vier Siege in Folge für die Hausherren - der Tisch ist gedeckt für einen gemütliches Tete-a-tete am Sonntagnachmittag zwischen zwei der heißesten Teams der Liga. Die Thunder haben in ihren vergangenen acht Partien sieben Siege eingefahren - darunter beeindruckende gegen die Lakers, Clippers und Knicks.

Seit Jahresbeginn ist der Finalist von 2012 in der heimischen Chesapeake Energy Arena kaum mehr zu knacken (11-2). Die Gesamt-Heimbilanz liegt bei 27-4, gut genug für Platz drei ligaweit - hinter Denver und Miami.

Boston straft in der Zwischenzeit alle Kritiker Lügen, die nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Rajon Rondo auf einen tiefen Absturz des 17-fachen NBA-Champions spekuliert hatten. Ohne ihren etatmäßigen Point Guard haben die Kobolde 14 von 18 Partien gewonnen und sich mit mehreren spektakulären Siegen gegen Miami, Denver, die Los Angeles Clippers und Indiana sogar an die Top-4 im Osten herangepirscht (2 Siege Rückstand). Keine Frage: Wer die Celtics als "zu alt" verschrien hatte, wird dieser Tage eines Besseren belehrt - wieder einmal.

Bessere Defense dank Bradley

"Wir arbeiten hart. Dieser ganze Schwachsinn vonseiten der Kritiker interessiert uns nicht. Wir kämpfen, das ist unser wahrer Charakter", hat Kevin Garnett nur Hohn und Spott für diejenigen übrig, die an Bostons Tauglichkeit für einen tiefen Playoff-Run zweifeln. Der 36-Jährige fungiert nach wie vor als Anker der fünftbesten Defensive der Liga und gibt hinten den Ton an, was Einsatzbereitschaft und Perfektionismus anbelangt.

Während die Defensive der Grünen zu Saisonbeginn aber noch komplett einbrach, sobald Garnett auf die Ersatzbank musste, haben Avery Bradleys Rückkehr, ein aufblühender Jeff Green und smartere Rotationen die komplette Verteidigung mittlerweile stabilisiert - auch ohne Rajon Rondo.

In der Tat kommen die Celtics bisher ausgezeichnet ohne Rondo zurecht und bestechen mit teamdienlichem, ausgeglichenem Basketball. Head Coach Doc Rivers ist und bleibt einer der gewieftesten Taktiker der Welt und hat eine unnachahmliche Art, das Maximum aus seinem Kollektiv zu extrahieren.

Balance als Schlüssel

Weshalb die Celtics so viel erfolgreicher spielen, seitdem sich ihr etatmäßiger Point Guard verletzt hat? Die Spielanteile von Jason Terry, Courtney Lee, Jeff Green und Paul Pierce sind merklich nach oben geschossen.

Pierce führt die Celtics mittlerweile Abend für Abend im Scoring, bei den Assists und häufig auch im Rebounding an. "The Truth" übernimmt sogar einen Großteil des Playmakings und verteilt im Februar und März mehr als 6 Assists pro Spiel.

Jason Terry strahlt in der Crunchtime wieder Gefahr aus, und Jeff Green präsentiert sich wie ausgewechselt. 14,9 Punkte, 4,2 Rebounds und 2,3 Assists macht der ehemalige Thunder-Forward in den letzten sechs Wochen im Schnitt und besticht dabei als Bostons bester Perimeter-Verteidiger. Für Green wird die erste Rückkehr nach Oklahoma City sicherlich ein besonderes Ereignis.

Thunder vs. Celtics - Head-to-Head: Talent trifft auf Erfahrung

Jagd auf die Spurs

Zumal sein altes Team auf Revanche für die 100:108-Niederlagen in Boston aus dem November brennt. Seither haben die Thunder längst ihren Rhythmus gefunden und rollen im Westen von Sieg zu Sieg.

Die Jagd auf die San Antonio Spurs ist in vollem Gange, der Rückstand auf den Erstplatzierten der Conference beträgt nur noch 1,5 Siege - bei noch 20 ausstehenden Partien. Keine Zeit also für Geschenke, auch nicht an alte Bekannte wie Green.

Die neue Elite

Der wird es über weite Strecken mit seinem Freund Kevin Durant zu tun bekommen und dabei fleißig ackern müssen. Immerhin führt "KD" die Liga zum vierten Mal in Folge im Scoring an (28,5 PPG) und spielt auf heimischem Parkett noch effizienter, als ohnehin schon.

Neben Durant hat sich Russell Westbrook als absoluter Top-10 Spieler etabliert. Der "tasmanische Teufel" belegt Platz 6 im Scoring (23,4) und bei den Steals (1,84) sowie Platz 5 bei den Assists (7,7). Die explosive Westbrook-Durant Dynamik stellt 29 NBA-Teams vor erhebliche Probleme, auch die Celtics. Beim Hinspiel erzielten die beiden Top-Stars 55 Punkte insgesamt.

Die Thunder stellen den zweitbesten Angriff der Liga, nur Miami kann mit seiner Durchschlagskraft mithalten. Egal, ob via Sprungwurf, Isolationen oder im Fast-Break, OKC ist nur selten zu bremsen. Da wird auch eine elitäre Verteidigung wie die der Celtics ihre liebe Mühe haben, hinterher zu kommen.

Entscheidend könnte aber ein ganz anderer Mann werden: Kevin Martin, seines Zeichens designierter Scharfschütze im Team von Scott Brooks. Mickrige 3 Pünktchen (1/7 FG-Quote) beim Hinspiel in Boston besiegelten die Niederlage seines Teams. Normalerweise kommt K-Mart auf 14,5 Punkte pro Partie bei 43 Prozent von jenseits der Dreierlinie. Welcher Martin gegen die Celtics aufläuft, wird richtungsweisend sein.

X-Faktoren

Elite-Offense gegen Elite-Defense, zwei klar voneinander abgrenzbare Taktiken und zwei Finals-erfahrene Teams - am Ende werden wohl Kleinigkeiten entscheiden. Boston konnte gegen Indiana und Atlanta in den letzten Tagen schon ausgiebig üben, wie es ist, gegen athletische, heimstarke Teams zu bestehen. Oklahoma City hatte mit Charlotte den wesentlich einfacheren Gegner.

Bostons Tiefe ist gegenüber OKC klar im Vorteil - gleich sieben Akteure erzielen seit Rondos Ausfall mindestens 8 Punkte pro Partie. Gegen Atlanta entschied die Ersatzbank das Reserveduell mit 46:8 für sich. Dafür geht der Kampf um die Rebounds Abend für Abend verloren.

Die Thunder sind sehr Star-lastig, haben in Martin und Serge Ibaka verlässliche dritte und vierte Optionen, neigen aber dazu, unaufmerksam zu spielen und oft den Ball zu verlieren. Derek Fisher, der gegen Boston 2010 seine fünfte NBA-Meisterschaft gewann, könnte hier Abhilfe schaffen.

Sollte das Spiel auch nach 48 Minuten noch nicht entschieden sein und in die Verlängerung müssen, können beide Teams auch gleich zum Münzwerfen übergehen: Bostons Bilanz in Overtime ist 7-4, Oklahoma Citys sogar 4-1. Hochspannung scheint also garantiert, ab 18 Uhr im LIVE-STREAM. Welche Serie reißt?

Der NBA-Spielplan im Überblick

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