Sacramento Kings: Eine Franchise am Scheideweg

Im Schatten des Umzugs

Von Max Marbeiter
Dienstag, 29.01.2013 | 15:49 Uhr
Nach 28 Jahren in Sacramento droht den Kings der Verkauf - und damit der Umzug nach Seattle
© Getty
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In Sacramento dreht sich derzeit alles um den bevorstehenden Umzug nach Seattle. Das Team kommt kaum zur Ruhe. Dabei plagen die Kings noch ganz andere Sorgen. SPOX beleuchtet die größten Baustellen der Franchise aus der kalifornischen Hauptstadt.

Der Umzug:

Im Grunde ist alles klar. Die rund um Sacramento nicht gerade wohlgelittenen Besitzer Gavin und Joe Maloof haben sich mit einer Investorengruppe aus Seattle auf den Verkauf der Kings geeinigt. Stimmt die NBA dem Deal zu und gestattet schließlich auch den Umzug in den Nordwesten, begänne im Staate Washington eine neue, alte Zeitrechnung.

Fünf Jahre nachdem das eigene Team im Zuge eines bis heute umstrittenen Deals nach Oklahoma City transferiert wurde, hätte Seattle endlich wieder seine eigene Franchise. Die SuperSonics wären zurück.

Doch so klar die Verhältnisse auch erscheinen mögen, die Schwierigkeiten haben erst begonnen. Denn wie bereits vor zwei Jahren, als ein Umzug der Kings nach Anaheim unmittelbar bevorstand, hat Bürgermeister Kevin Johnson angekündigt, auch diesmal alles zu versuchen, das Team in Sacramento zu halten.

"Lasst mich eines klarstellen", sagte der ehemalige Allstar auf einer Pressekonferenz. "Wir werden alles tun, um die Vorraussetzungen zu schaffen, um was uns gehört, unser Team, hier in Sacramento zu behalten."

"Alles" bedeutet in diesem Fall, ein Gegenangebot zu erarbeiten. Die offizielle Erlaubnis der Liga hat Johnson bereits eingeholt. Dazu wollen die Minderheitseigner der Kings - die Investoren aus Seattle erwerben durch ihren Deal lediglich 65 Prozent der Franchise - nun ihr Recht auf ein Gegenangebot zum Kauf geltend machen.

Fix ist der Verkauf und damit der Umzug der Kings also keinesfalls. So sehr das Team auch betonen mag, sich einzig und allein auf das Sportliche zu konzentrieren, derartige Streitereien bringen Unruhe in den gesamten Klub und damit ins Team.

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Was passiert mit DeMarcus Cousins?

"Ihr könnt alles vergessen. Er geht nirgendwo hin." Viel deutlicher hätte General Manager Geoff Petrie wohl kaum zum Ausdruck bringen können, dass die Kings nicht einmal im Entferntesten daran interessiert sind, DeMarcus Cousins abzugeben.

Wieso auch? Schließlich führt der Center die teaminternen Wertung in Sachen Punkten und Rebounds an (17,4 und 10,2) und verteilt dazu die drittmeisten Assists bei den Kaliforniern (2,9).

Dennoch ranken sich nun bereits seit Wochen Tradegerüchte um den Big Man. Der Grund: Cousins gilt als schwierig. Immer wieder gerät er mit Offiziellen, Gegenspielern, aber auch Teamkollegen und Coaches aneinander. Bereits zwei Mal wurde er während der laufenden Saison suspendiert - erst hatte er sich mit Spurs-Hallensprecher Sean Elliott angelegt, sich dann ein lautes Wortgefecht mit Kings-Coach Keith Smart geliefert.

Derartige Zwischenfälle haben Hoffnungen bei anderen Teams - speziell den Boston Celtics - geweckt, der Center könnte im Zweifelsfall unter Wert zu haben sein. Denn so viele Fragen sich rund um die Person Cousins auch ranken mögen, so sicher gilt der 22-Jährige als einer der talentiertesten Fünfer der Liga.

Nun sucht speziell Boston nach Rajon Rondos Kreuzbandverletzung wohl eher einen Spielmacher und auch die Kings haben klar Position bezogen, doch Cousins scheint von den Gerüchten um seine Person nicht gänzlich unbeeindruckt zu sein. In den letzten drei Spielen traf er nur 12 von 30 Würfen, leistete sich 12 Ballverluste bei nur 14 Rebounds - zwei Mal verloren die Kings.

Was wird aus Jimmer Fredette?

Jimmer Fredette galt am College als Phänomen. Kein geringerer als Kevin Durant adelte ihn via "Twitter" einst sogar als "besten Scorer der Welt" - und Durant muss es schließlich wissen. Entsprechend beliebt ist Fredette bei den Kings-Fans. Kaum ein Trikot verkauft sich so gut, wie das des Sophomores.

Allerdings bewahrheiteten sich mit Fredettes Debüt in der NBA auch die Befürchtungen einiger Kritiker. Zu langsam sei Fredette, zu schlecht seine Defense, hatten sie vermutet - und bekamen recht. Der Guard legte schwache Quoten auf (38,6 Prozent aus dem Feld, 36,1 Prozent Dreier), verteilte lediglich 1,8 Assists, war am hinteren Ende des Courts ein wandelndes Mismatch. Entsprechend stand er im Schnitt nur 18,6 Minuten auf dem Parkett.

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Inzwischen hat Fredette sein Shooting jedoch deutlich verbessert (41,6 Prozent aus dem Feld, 91,7 Prozent Freiwürfe), besitzt das zweitbeste Player Efficiency Rating aller Kings-Guards (16,45) und trifft besser als jeder andere King von jenseits des Perimeter (42,3 Prozent). Nicht wenige fordern deshalb mehr Spielzeit als die in dieser Saison im Schnitt nur 14,4 Minuten pro Partie.

Dennoch scheint Coach Keith Smart seinem Sophomore nicht gänzlich zu vertrauen. Gegen New Orleans stand hinter Fredettes Name das ungeliebte DNP, gegen Phoenix stand er nur vier Minuten auf dem Parkett.

Während der Niederlagen gegen Oklahoma City und Denver durfte der Guard zwar 18 respektive 16 Minuten ran, traf jeweils aber nur 2 seiner 8 Wurfversuche. Es macht ganz den Anschein, als wüsste Sacramento nicht, wie es den laut Kevin Durant besten Scorer der Welt richtig einsetzen soll.

Die Guard-Rotation:

Wenn die Kings irgendwo keine Probleme haben, dann im Backcourt - zumindest zahlenmäßig. Allein sechs Guards tummeln sich in Sacramentos Roster. Entsprechend schwer tut sich Keith Smart bei der Minutenzuteilung.

Lange Zeit konnte sich der Coach einfach nicht entscheiden, wer denn nun sein Starting-Point-Guard sein sollte. Zunächst begann Isaiah Thomas, wurde dann jedoch ein Zeit lang von Aaron Brooks ersetzt. Inzwischen scheint sich Smart auf Thomas festgelegt zu haben, Brooks wiederum durfte zuletzt gegen die Wizards gar nicht ran.

Auf der Zwei ist Tyreke Evans seit seiner überstandenen Knieverletzung wieder gesetzt. Allerdings setzt der Rookie of the Year von 2010 seine statistische Talfahrt weiter fort - wie viele seiner Backcourt-Partner. Zwar ist dies teilweise geringeren Spielanteil geschuldet, dennoch scheint das ständige Wechseln auch das Selbstbewusstsein und den Rhythmus der einzelnen Spieler negativ zu beeinflussen.

Die Entwicklung von Talenten:

Sacramento beheimatete eine Zeit lang die wohl leidenschaftlichsten Fans der Liga, das Team selbst gehörte Anfang des Millenniums Jahr für Jahr zu den Favoriten auf die Teilnahme an den Finals. Dazu gibt es sicher Städte, die ihren Spielern abseits des Courts größere Ablenkungen bieten, als das eher beschauliche Sacramento.

Dennoch gelingt es den Kings in den letzten Jahren einfach nicht, ihre zweifelsfrei talentierten Youngster ihr Potential vollends ausschöpfen zu lassen. Bestes Beispiel: J.J Hickson. Bei den Kings brachte der Center kein Bein auf den Boden, erzielte nur 4,7 Punkte pro Spiel (37 Prozent aus dem Feld), griff sich schwache 5,5 Rebounds, nur um nun in Portland zu explodieren.

Als Blazer legt Hickson im Schnitt ein Double-Double auf (12,6 Punkte, 10,8 Rebounds) und zählt statistisch zu den 20 besten Fünfern der Liga. Ähnlich verhält es sich beim bereits angesprochenen Tyreke Evans. Mit dem Unterschied, dass der Shooting Guard noch immer Sacramento seine Heimat nennt.

Legte er während seiner Rookie-Saison als einer von nur vier Neulingen in der gesamten Liga-Geschichte noch mindesten 20 Punkte, 5 Rebounds und 5 Assists auf - die übrigen drei hören auf die illustren Namen Oscar Robertson, Michael Jordan und LeBron James - so gehen Evans' Statistik seither stetig in den Keller.

Natürlich hat der Zweier inzwischen häufig mit Verletzungen zu kämpfen, 14,8 Punkte und 3,3 Assists in dieser Saison werden seinem Talent jedoch nicht gerecht. Vielleicht ist Seattle doch der richtige Ort für einen Neuanfang.

Der NBA-Spielplan im Überblick

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