Familienstreit bei den Marburys

"Stephon hat mich hängen lassen"

Von Kevin Bublitz
Freitag, 05.09.2008 | 15:57 Uhr
Stephon Marbury, Jamel Thomas, NBA, New York Knicks
© Getty
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Stephon Marbury gilt als einer der egoistischsten und selbstverliebtesten Spieler der NBA, das ist nichts Neues. Dass er aber vor der eigenen Verwandtschaft keinen Halt macht, lässt einen doch aufhorchen.

Jamel Thomas, seines Zeichens Marburys älterer und weniger begabter Cousin, enthüllt in seinem Buch "The Beautiful Struggle" (erscheint Ende September) eine bisher wohl nur Insidern bekannte Geschichte über Marbury.

So soll der Point Guard, der heute für die New York Knicks aufläuft, in seiner Zeit bei den Minnesota Timberwolves die Verpflichtung seines älteren Cousins zunichtegemacht haben, als er um ein höheres Gehalt feilschte und letztendlich im Frühjahr 1999 den Wechsel zu den New Jersey Nets forcierte - statt sich um Thomas' Belange zu kümmern, wie es Marbury versprochen hatte.

Garnett: "Dein Cousin ist ein Idiot"

Das will Thomas damals von Kevin Garnett erfahren haben: "Ich hätte ein paar Fäden für dich ziehen können, aber dein Cousin ist leider ein totaler Idiot", so Garnett.

Für Thomas wäre es der lang ersehnte erste richtige Vertrag gewesen. Stattdessen wurde er als Teilzeit-Kraft durch die NBA gereicht, bevor er seine Zelte abbrach und sein Glück in Übersee versuchte.

"Ich denke, mein Cousin hat mir diese Chance vermasselt", sagt Thomas, der mittlerweile seine siebte Saison in Europa angeht. "Ich weiß das." Marbury habe damals immer wieder beteuert, ihm helfen zu wollen, in der NBA Fuß zu fassen.

Im Endeffekt habe er sich aber nur um sein eigenes Wohl gekümmert. "Stephon ist egoistisch", so Thomas. "Er hat mich einfach links liegen lassen." Er habe ihm zu viele Dinge versprochen, die er nie eingehalten habe.

Familie gibt sich wortkarg

Wie reagiert der engere Familienkreis auf das Buch? Marburys Schwester und Managerin Marcia sagt, dass ihr Bruder "keinen Kommentar zu diesem Buch abgegeben wird." Marburys Bruder Moses wirft Thomas vor, nur Schlechtes geschrieben zu haben.

Der Autor selber hofft, mit seinen Enthüllungen Marbury aufzurütteln. Thomas glaubt, so die Beziehung zu seinem Cousin wieder zum Positiven zu wenden.

"Dieses Buch zu schreiben hatte etwas therapeutisches. Ich wollte meine Geschichte erzählen. Ich hoffe, dass uns das alle wieder näher zusammenrücken lässt." Seit letztem Jahr haben sich die beiden Cousins nicht mehr gesehen.

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