NCAA Tournament: Championship Game

April Awesomeness

Montag, 06.04.2015 | 14:17 Uhr
Das Duell zwischen Jahlil Okafor (l.) und Frank Kaminsky könnte das Turnier entscheiden
© getty
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Montagnacht endet das NCAA-Tournament - von 64 Teams sind nur noch zwei übrig (Di., 3.18 Uhr im LIVE-TICKER). Wisconsin sieht sich nach dem Sensations-Sieg über Kentucky dem nächsten Powerhouse gegenüber, unterschätzen wird die Badgers aber niemand mehr. Schon gar nicht Duke-Coach Mike Krzyzewski.

"Am Anfang der Saison war ich der Meinung, dass sie das beste Team des Landes hatten. Es war dann allerdings so, dass Kentucky mit seiner perfekten Bilanz ein wenig überschattet hat, wie gut sie waren. So war es zumindest bis Samstag. Jetzt gibt es keine Schatten mehr."

Mike Krzyzewski sprach vielen Basketball-Kennern aus der Seele, als er am Sonntag seine Einschätzung zu den Wisconsin Badgers zum Besten gab. Wenngleich sich ähnliches auch auf die Duke Blue Devils übertragen ließe: Beide Teams galten die gesamte Saison über als Contender, nur eben eine Stufe unter den scheinbar übermächtigen Wildcats aus Kentucky.

Jetzt sind nur noch sie übrig. Zwei Teams, die ein exzellentes Turnier hinter sich haben. Zwei Teams, deren Trainer längst Legenden-Status haben. Zwei Teams, deren beste Spieler jeweils First Team All-Americans sind. Zwei Teams, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

"Motivation fehlt uns nicht"

Auf der einen Seite steht Duke und damit Coach K. Seit sage und schreibe 35 Jahren steht der Mann in Durham an der Seitenlinie, Montagnacht könnte sein Team ihm die fünfte Championship bescheren. Nur der legendäre John Wooden (10) hat mehr.

"Wir wollen eines der Teams werden, mit denen Coach in sieben Jahren noch angibt", scherzte Guard Quinn Cook am Sonntag, um ernsthaft hinzuzufügen: "An Motivation fehlt es uns also nicht." Die Dukies folgen dabei einem Rezept, dass Coach K in ähnlicher Form bereits seit Ewigkeiten predigt.

Während der regulären Saison stand die Defense zeitweise noch in der Kritik, zuletzt gab es dafür aber keinen Anlass mehr: Die bloß 55 erlaubten Punkte pro Spiel gehören zu den besten Werten in der Geschichte das NCAA-Tournaments. In der Offense herrschen Disziplin, Methodik und die Exzellenz der Einzelspieler. Duke eben.

Okafor: "Wir wollen diesen Ring"

Insbesondere der Freshman des Jahres, Jahlil Okafor, ist im Post nicht zu verteidigen und hat schon etliche Teams vor unlösbare Probleme gestellt. Aber auch Justise Winslow spielt ein überragendes Turnier und gilt mittlerweile als möglicher Lottery-Pick, sollte er sich zum NBA-Draft anmelden. Wie üblich schickt Coach K darüber hinaus eine enorm professionelle Truppe ins Rennen.

Insbesondere beim Halbfinale gegen Michigan State zeigte Duke eine komplette Vorstellung und hatte nahezu keine Mühe mit dem Gegner. Die Bank ist ein Schwachpunkt, mit der Starting Five können es dafür aber nicht allzu viele Teams aufnehmen. An Selbstbewusstsein mangelt es zudem nicht. "Wir wollen diesen Ring", kündigte Okafor am Sonntag an.

Coach K vs. Frank the Tank

Während die Blue Devils vor allem von ihrem Coach verkörpert werden, der über den Charme eines Versicherungsvertreters verfügt, steht bei den Badgers ein Spieler im Fokus: Frank Kaminsky. Frank the Tank. Ein Big Man, der optisch an die Sportler aus Teenie-Filmen der 90er Jahre erinnert. Der auf dem Court aber zweifellos ernstgenommen werden sollte.

Kaminsky hatte letztes Jahr schon darüber nachgedacht, sich zum Draft anzumelden, sich aufgrund der Halbfinalniederlage gegen Kentucky aber entschieden, zurückzukehren. Unfinished Business. Seitdem ist er ein Mann auf einer Mission. Der Senior wurde gerade erst zum "AP Player of the Year" gekürt und bildet das Zentrum einer der besten Offensiven des Turniers (fast 80 Punkte pro Spiel).

Zudem ist er ein riesiger Witzbold - wie zum Beispiel auch sein kongenialer Frontcourt-Partner Sam Dekker. Die Badgers sind berühmt für ihre Blödeleien bei Pressekonferenzen oder ihre Affinität für Super Smash Bros. Als Kaminsky nach dem Sieg über Kentucky gefragt wurde, ob er jetzt "The Man" sei, entgegnete er: "Wow, auf eine Frage dieser Größenordnung war ich nicht vorbereitet."

Dekker: "So sind wir einfach"

Sein Coach Bo Ryan spielt das Ganze mittlerweile auch gerne mit. Auf der Pressekonferenz nach dem Sieg über Kentucky zeigte er auf sein Team und sagte: "Meine Jungs sind einfach zu verkrampft. Können Sie das nicht sehen?" Der ganze Raum brach in Gelächter aus.

Allen Albernheiten zum Trotz sind die Badgers allerdings auf den Punkt fokussiert, wenn das Spiel beginnt. "So sind wir einfach", sagt Dekker, "manche Leute sagen uns, wir sollten uns konzentrieren. Aber das tun wir. Wir wissen, wann wir den Schalter umlegen müssen."

Montagnacht wird das ohnehin der Fall sein. Wisconsin hat nicht nur die Chance, die erste Championship seit 1941 einzustreichen. Sie haben auch noch eine Rechnung mit Duke offen. Schließlich sind die Blue Devils das einzige Team, das ihnen in dieser Saison 80 Punkte eingeschenkt hat, als beide Teams im Dezember gegeneinander spielten.

Die Karten sind neu gemischt

"Sie haben uns im Dezember bei uns den Hintern versohlt", erinnert sich Ryan, "spätestens da war uns klar, dass sie erneut eine richtig starke Truppe haben." Seitdem hat sich freilich einiges verändert, beide Teams erinnern nur noch bedingt an die Mannschaften, die damals aufeinandertrafen.

Die Karten sind neu gemischt, beide Teams begegnen sich absolut auf Augenhöhe. "Wenn du den Titel holen willst, musst du die besten Mannschaften des Landes schlagen", sagte Wisconsin-Guard Josh Gasser. "Und da gehört Duke auf jeden Fall dazu." Genauso wie die Badgers. Es kann nur episch werden.

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