Samstag, 31.05.2008

Was wird aus den Pistons?

Deeeeee-troit Umbruch

München - Zu Beginn des letzten Viertels von Spiel 6 im Eastern-Conference-Finale gegen die Boston Celtics war die Welt bei den Detroit Pistons noch in Ordnung. 

Rasheed Wallace, Detroit Pistons
© Getty

Zuerst schafften es die Celtics in 24 Sekunden nicht, ihren Angriff abzuschließen, dann bekam Sam Cassell ein Offensiv-Foul: Deeeeee-troit Basketball!

Hallensprecher John Mason konnte wieder zu seinem legendären Ausspruch ansetzen.

Schwacher Wallace 

Ein erfolgreicher Sprungwurf von Richard Hamilton folgte, die Pistons führten im heimischen Palace of Auburn Hills mit 70:60.

Jeder der 22.076 Zuschauer hatte das Gefühl, dass Detroit die Partie nach Hause bringen würde. Und das sie dann auch Spiel 7 in Boston gewinnen und in den Finals auf die Los Angeles Lakers treffen würden.

Völlig selbstverständlich. Denn "wir sind schließlich die Pistons". Diese Mentalität, die manchmal in Arroganz ausarten kann, wird von keinem mehr verkörpert als von Rasheed Wallace.

Doch ausgerechnet Wallace hatte einen großen Anteil daran, dass die Saison der Pistons in einem Schock endete. Sheed tauchte völlig ab. Er traf nur zwei von zwölf Versuchen aus dem Feld (0/6 Dreier) und kam am Ende nur auf vier Zähler. Schwach.

"That's the end, man" 

Eine Minute vor Schluss hatte Chauncey Billups noch mal die Chance, mit einem wichtigen Dreier dem Spiel eine Wende zu geben. Billups, alias Mr. Big Shot,  und der Dreier - was in guten Zeiten unzertrennlich zusammen gehört, passte jetzt gar nicht. Billups traf nicht.

Die Pistons verspielten den Vorsprung und mussten mit anschauen, wie Boston in ihrer Halle feierte.

Es könnte für Detroit mehr als das normale Ende einer Saison gewesen sein. Es könnte das Ende eines guten Teams gewesen sein, das 2004 den Titel holte und in den vergangenen sechs Jahren immer im Osten im Finale stand. 

"That's the end, man." Mehr hatte Wallace nach der Partie nicht zu sagen. Mehr brauchte er auch nicht zu sagen. Es ist klar, was es bedeuten soll. Die Pistons wird es in dieser Zusammensetzung wohl nicht mehr geben.

Im Halbfinale ist immer Schluss 

Wallace hat noch ein Jahr Vertrag, aber nachdem er zum zweiten Mal in Folge in den Playoffs nur durch Ärger abseits des Courts auffiel, könnte seine Zeit in Detroit abgelaufen sein.

Dass er vor Spiel 6 zu spät zum Training erschien, dass er wieder mal von der NBA eine Geldstrafe aufgebrummt bekam, weil er die Refs kritisiert hatte, und dass er nur ein Technisches Foul von einer Sperre entfernt war, man sieht locker darüber hinweg. Wenn die Leistung stimmt.

Gut möglich, dass Pistons-Boss Joe Dumars genug von Wallace hat und versuchen wird, ihn zu traden. Selbst die seriöse Nachrichtenagentur "AP" spekulierte, dass es womöglich das letzte Spiel von Wallace im Pistons-Jersey war.

"Es gibt keine Entschuldigung mehr. Wir haben jetzt so lange zusammen gespielt und kommen immer nur ins Eastern-Conference-Finale und gewinnen keine Championship. Joe ist nicht blind. Die Fans sind nicht blind", wurde Antonio McDyess deutlich.

Saunders-Zukunft offen 

Ob Flip Saunders als Coach den Umbruch begleiten wird, steht in den Sternen.

"Joe und ich werden uns zusammensetzen und dann werden wir sehen, was passiert", meinte Saunders, der wie Wallace noch ein Jahr unter Vertrag steht.

Als möglicher Nachfolger ist bereits Assistenzcoach Michael Curry auserkoren. Der 39-Jährige war zwar kein großer Spieler, aber schon immer für seine Führungsqualitäten anerkannt.

Curry wäre nach Erik Spoelstra in Miami im Übrigen dann schon der zweite neue Chefcoach, der gute Beziehungen zu Deutschland hat. In der Saison 1990/91 spielte Curry für Steiner Bayreuth.

Trade mit den Mavs? 

Es wird in jedem Fall ein langer Sommer für Detroit. Die Situation ähnelt stark jener der Dallas Mavericks.

Zwar waren die Pistons in diesem Jahr viel näher an einer Championship dran als die Mavs, aber die Erkenntnis nach der Saison bleibt dieselbe: Der aktuelle Kader ist nicht gut genug.

Zwei Franchises, die damit eigentlich perfekte "Tanzpartner" für einen großen Trade wären...

Florian Regelmann

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