Samstag, 19.04.2008

Playoff-Start: Nowitzkis Helferlein

Die Jasons, ab nach vorn!

München - Mit diesen Mannschaftssportarten ist das ja so eine Sache.

NBA, Nowitzki, Dallas Mavericks, Kidd, Terry
© Getty

Für viele gibt es einfach nichts Schöneres als gemeinsam mit seinen Mitspielern zu fighten, durch dick und dünn zu gehen und am Ende einer Saison im optimalem Falle eine Meisterschaft zu gewinnen. Diese Leute nennt man dann richtige "Team-Player".

Obwohl er für sich selbst ein Superstar ist, gehört auch Dirk Nowitzki zu dieser Spezies. Es ist äußerst lobenswert, aber es könnte dem Deutschen in seiner Karriere auch zum Verhängnis werden.

Abhängig von den Mitspielern

Vielleicht hätte Nowitzki - immerhin ehemaliger bayerischer Nachwuchskaderspieler - doch beim Tennis bleiben sollen. Er hätte es allein im Griff gehabt, große Titel zu gewinnen.

Keine Mitspieler, die frei stehend keine Dreier treffen, völlig inkonstant sind oder keinen Bock auf Verteidigung haben. Keine nervende Abhängigkeit. Kein wir, nur ich. Es könnte so schön sein.

Denn eines ist klar: An Nowitzki wird es in dieser Saison nicht liegen, wenn der Championship-Traum in Dallas mal wieder platzt.

Karriere ohne Titel unvollendet

Der 29-Jährige ist der einzige Grund, warum die Mavericks überhaupt in den Playoffs dabei sind. Nowitzki ist nach seiner Knöchelverletzung angeschlagen, spielt aber wie ein "Besessener".

Ein Besessener, der weiß, dass seine Karriere ohne einen Titel immer unvollendet und für ihn völlig unbefriedigend bleibt.

Bei der noch nie da gewesenen Ausgeglichenheit im Westen kommt es in den Playoffs vor allem auf eines an: Den Willen. Hat Nowitzki genug Mitspieler, die sich genauso nach einer Meisterschaft sehnen wie er?

Nicht nur in der ersten Runde gegen New Orleans wird die Leistung von seinen Helferlein entscheidend sein.

Was SPOX.com deshalb von jedem einzelnen von Nowitzkis Mitspielern in den Playoffs fordert, steht im Mavs-Team-Check.

Jason Kidd: Kidds Duell mit Chris Paul wird die Serie bestimmen. Das ist völlig klar. Oder wie der Amerikaner sagen würde: "Es braucht keine Raketenwissenschaft, um das zu begreifen." Kidd wird den super-schnellen Paul in der Defensive nicht stoppen können. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Kidd offensiv Akzente setzt. Indem er aufpostet, energisch zum Korb zieht und das macht, was er in dieser Saison besser kann als Korbleger: Dreier treffen (46,1 Prozent). SPOX fordert: "Jason, Dirk glaubt an dich, enttäusch ihn nicht!"    

Josh Howard: Der frühe Vogel fängt den Wurm...Die Mavericks spielen immer dann am besten, wenn Howard in der Anfangsphase offensiv sofort das Kommando übernimmt und Nowitzki als Scorer entlastet. Außerdem muss Howard in der Defense gegen Peja Stojakovic einen sehr guten Job machen, ihm auf den Füßen stehen und hart angehen. SPOX fordert: "J-Ho, Dirk weiß, dass Du ein All-Star bist. Zeig es in den Playoffs!"     

Jerry Stackhouse: Stackhouse ist ein ganz wichtiges Puzzle-Teil, wenn Dallas weit kommen will. Der 33-Jährige ist der härteste Maverick und so etwas wie der emotionale Anführer. Sollte Hornets-Guard Morris Peterson klar im Griff haben. Jemand, der in der Schlussphase entscheidende Würfe treffen kann und muss. SPOX fordert: "Stack, ganz einfach, Dirk braucht von Dir 15 Punkte pro Partie!"

Erick Dampier: DeSagana Diop ist nicht mehr da. Umso wichtiger ist es für Dallas, dass Dampier gute Playoffs spielt. Seit dem Kidd-Trade mit einigen guten Auftritten. Muss defensiv am Brett abräumen und offensiv ebenso aggressiv sein. Ganz wichtiger Punkt: Wer holt mehr Offensiv-Rebounds und gibt seinem Team ein paar mehr Chancen zu scoren? Dampier oder Hornets-Center Tyson Chandler? Für Dallas elementar wichtig, dass Dampier nicht in Foulprobleme gerät. SPOX fordert: "Damp, keine dummen frühen Fouls, sonst gibt's einen Einlauf von Dirk!"   

Jason Terry: Es gibt nichts, dass Nowitzki in den vergangenen Wochen mehr zum Strahlen gebracht haben kann als die Leistung von Terry. Der Guard ist entweder mega-heiß oder mega-kalt. War schon immer so. Und rechtzeitig zu den Playoffs ist der Mavs-Shooter "in the zone". Terry kann in jedem Spiel gegen jeden Gegner über 30 Punkte werfen. Er wird als sechster Mann von der Bank kommen und muss Bonzi Wells oder Jannero Pargo bei den Hornets total dominieren. Sein Enthusiasmus tut den Mavs gut. SPOX fordert: "Jet, bleib aggressiv und shoot, shoot, shoot!"

Brandon Bass: Warum Bass in einigen Spielen von Headcoach Avery Johnson nicht so viel eingesetzt wurde, bleibt wohl dessen Geheimnis. Zum Glück wird Dallas-Boss Mark Cuban dafür sorgen, dass dies in den Playoffs nicht passieren wird. Bass ist der X-Faktor für die Mavs. Der einzige, der Hornets-All-Star David West verteidigen kann. Ist gegen sein altes Team, bei dem er nur Bankwärmer war, hoch motiviert. SPOX fordert: "Brandon, zeig den Hornets, warum es ein großer Fehler war, dich gehen zu lassen".

Eddie Jones: Als Jones die Lakers verließ, gewannen diese im nächsten Jahr den Titel. Als Jones die Heat verließ, gewannen diese im nächsten Jahr den Titel. Tja, hätten die Mavs also nächstes Jahr vielleicht gute Chancen? So lang müssen sie es noch einmal mit Jones versuchen. Der 36-Jährige WAR mal ein super Verteidiger und WAR mal ein guter Dreierschütze. Trotzdem: Für Jones ist es vielleicht seine letzte Chance auf den Titel. Mehr als 15 Minuten pro Partie wird er nicht spielen, vielleicht kann er in denen noch einmal alles auch sich herausholen. SPOX fordert: "Eddie, Du hast in deiner Karriere 1546 Dreier verwandelt, für Dirk musst Du doch noch ein paar in Dir haben!"

Tyronn Lue/Devean George: Lue und George wissen im Gegensatz zu Nowitzki, wie man Titel gewinnt. Mit den Lakers holten beide schon die Meisterschaft. SPOX fordert: "Tyronn und Devean, ihr müsst gar nicht spielen, nur für positives Karma sorgen." 

Juwan Howard/Malik Allen/Antoine Wright/J.J. Barea/Jamaal Magloire: Anfeuern, anfeuern, anfeuern. Handtuch reichen, Wasser reichen, nicht im Weg herumstehen. So die kurze Aufgabenbeschreibung für den ganz entlegenen Bereich der Mavs-Bank. SPOX fordert: "Nicht aufs Feld lassen, außer um Fouls auf sie abzuladen."

Florian Regelmann

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