Alles nur Schein

Von Interview: Torsten Nenner
Donnerstag, 07.08.2008 | 12:57 Uhr
Britta, Steffen
© Getty
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München - Anscheinend nichts als Ärger: Verletzung, Absage der 4x200m-Freistil-Staffel, missverständliche Interviews und der stetig steigende Erwartungsdruck der Öffentlichkeit haben an den Nerven von Britta Steffen gezehrt.

Die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Peking verlief für den Star der deutschen Schwimmmannschaft, der es aber gar nicht sein möchte, nicht optimal. Zumindest außerhalb des Beckens.

"Es ist alles sehr anstrengend. Am liebsten würde ich mich in Ruhe vorbereiten", sagt die 24-Jährige im Interview mit SPOX und gibt zu, nicht sehr selbstbewusst zu sein. "Das ist alles nur Schein".

SPOX: Frau Steffen, Sie sind jetzt das dritte Mal bei Olympischen Spielen dabei. Was wird dieses Mal für Sie anders?

Britta Steffen: Es war immer ein Traum, einen Einzelstart zu haben und nicht nur mit der Staffel an den Start zu gehen. Und dieser Traum wird jetzt wahr.

SPOX: Es gab Wirbel um Ihre Staffel-Absage. Das wurde inzwischen aus der Welt geschafft. Ist Schwimmen denn jetzt eine Einzel- oder eine Mannschaftssportart?

Steffen: Eine Einzelsportart. Schließlich gibt es sechs Staffel- und 30 Einzelmedaillen.

SPOX: Aber warum sind dann das Team und die Stimmung in der Mannschaft so immens wichtig?

Steffen: Weil es eine sehr schöne Erfahrung ist, wenn man in der Staffel nicht alleine auf den Startblock steigt. Ich schwimme die 4x100m-Lagen-Staffel und die 4x100m-Freistil-Staffel. Die 4x200m-Freistil-Staffel würde ich auch gerne schwimmen, allerdings kollidiert sie mit meinen Rennen über 100 m Freistil. Und die gehen für mich als Sprinterin vor.

SPOX: Es ist aber doch oft so, dass sich schlechte Leistungen Einzelner am Anfang eines großen Wettbewerbs auf das ganze Team übertragen.

Steffen: Das ist einfach eine Grundstimmung. Wenn man schon häufiger zu Beginn viel Stress hatte und merkt, dass das ein schlechtes Omen ist und man keinen starken Anführer hat, der das aus der Mannschaft rausbekommt, dann überträgt sich das.

SPOX: Wer übernimmt diese Aufgabe im DSV-Team?

Steffen: Unser Teamchef Örjan Madsen wird dies übernehmen, unterstützt von den Mentaltrainern, die in diesem Jahr erstmalig dabei sind.

SPOX: Welcher Athlet ragt als Persönlichkeit heraus?

Steffen: Da fällt mir jetzt niemand ein.

SPOX: Aber Sie gehören doch aufgrund Ihrer Erfolge dazu?

Steffen: Nein, ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt.

SPOX: Neben der Staffel-Absage hat ein Interview für hohe Wellen gesorgt, in dem Sie sagten, die Deutschen würden Ihrem Empfinden nach depressiver werden, je näher die Spiele rücken.

Steffen: Ich habe gesagt, dass dies meine Erfahrungen in der Vergangenheit waren. Als beispielsweise die Staffeln schlecht geschwommen waren, legte sich das wie ein Schleier über die Mannschaft. Ich wollte das nicht in die Zukunft übertragen, weil ich ja nichts prophezeien kann. Wir haben daraus gelernt und arbeiten zum ersten Mal intensiv mit Mentaltrainern, die wie gesagt auch in Peking dabei sein werden.

SPOX: Dennoch sorgten Ihre Aussagen für Ärger.

Steffen: Klar, das gab Ärger. Die Überschrift war missverständlich und so dachten viele, ich will sie kritisieren. Ich habe das mit der Mannschaft geklärt und meine Sicht der Dinge geschildert.

SPOX: Sie wirken sehr selbstbewusst.

Steffen: Das ist alles nur Schein.

SPOX: Das war ironisch gemeint, oder?

Steffen: Nein, man schützt sich natürlich dadurch. Aber sehr selbstbewusst bin ich nicht.

SPOX: Bei den vergangenen beiden Olympischen Spielen war die Ausbeute des deutschen Schwimmteams eher mager. Im Vorfeld von Peking waren die Leistungen sehr ansprechend. Glauben Sie, dass es dieses Mal anders wird?

Steffen: Die Leistungen waren eigentlich immer im Vorfeld ansprechend.

SPOX: Das heißt, Sie spüren nicht, dass sich vor diesen Spielen etwas verändert hat?

Steffen: Für uns als Mannschaft schon. Aber man weiß ja nicht, was die anderen machen.

SPOX: Sie haben nach den Deutschen Meisterschaften gesagt, Ihr Ergebnis sei eine Kampfansage an die Konkurrentinnen gewesen.

Steffen: Kampfansage würde ich es nicht nennen. Ich bin auf einem guten Weg, aber Weltrekordhalterin Lisbeth Trickett ist immer noch mehr als zwei Zehntel weg. Ich muss erst einmal ins Finale kommen und dann sehen wir weiter.

SPOX: Das heißt, sie geben jetzt doch nicht das Ziel Goldmedaille und wenn möglich Weltrekord aus?

Steffen: Ich habe immer gesagt, ich will Bestzeit schwimmen. Wenn dabei eine Medaille herauskommt, ist das toll. Diese ganzen Prophezeiungen sind überflüssig.

SPOX: Der öffentliche Druck und der Fokus auf Sie werden immer größer, je näher die Schwimmwettbewerbe kommen. Wie gehen Sie damit um?

Steffen: Wie würden Sie damit umgehen?

SPOX: Erwartungen runterschrauben und einen Schritt nach dem anderen machen.

Steffen: Richtig.

SPOX: Die vergangenen Monate waren nicht leicht für Sie: Ihre Schulterverletzung, die Anzug-Diskussion, die Bandscheiben-OP Ihres Trainers Norbert Warnatzsch, der Wirbel um Ihre Person. Haben Sie das alles überwunden?

Steffen: Das hängt von der Tagesform ab. Manchmal denke ich ja, manchmal merke ich, dass es nicht so ist. Es ist alles sehr anstrengend. Am liebsten würde ich mich in Ruhe vorbereiten, mein Ding machen und am Ende schauen, was daraus wird. Während des Wettkampfes belastet mich das alles überhaupt nicht mehr und das ist das Wichtigste.

SPOX: Ist denn zumindest die Diskussion um den Anzug beendet?

Steffen: Ja, aber die hat mich sowieso nicht interessiert. Ich bin mit meinem Anzug Weltrekord geschwommen und war immer überzeugt davon.

SPOX: Sie würden am liebsten in den alten Badeanzügen schwimmen...

Steffen: Weil es wieder auf die rein schwimmerische Leistung ankäme. Aber das geht nicht mehr, Fortschritt lässt sich nicht aufhalten.

SPOX: Auch Sie kritisierten, dass die Olympia-Norm nur bei den Deutschen Meisterschaften erbracht werden konnte. Wie ist rückblickend Ihre Meinung?

Steffen: Das ist natürlich schwierig, weil es nur diese eine Chance gibt. Andererseits hat man bei den Olympischen Spielen auch nur eine Chance weiterzukommen und keine zweite oder dritte.

SPOX: Die Finals in Peking werden ungewohnt am Vormittag sein.

Steffen: Das ist eine Umstellung für jeden. Die Mehrzahl der Leute kommt besser damit zurecht, nachmittags zu schwimmen.

SPOX: Sind Sie denn bei der Eröffnungsfeier dabei?

Steffen: Nein, leider nicht, denn ich habe direkt am nächsten Tag meinen ersten Wettkampf.

SPOX: Haben Sie wenigstens die Chance, sich andere Wettbewerbe anzuschauen?

Steffen: Kaum. Die Schwimmwettkämpfe gehen über zehn Tage. Anschließend fliege ich nach Hause, weil ich bei einem Familiengeburtstag dabei sein will.

SPOX: Geht so nicht ein wenig das Flair der Olympischen Spiele verloren?

Steffen: Ich bin nicht so der Event-Typ. Nach den Wettkämpfen ist mein Soll getan. Ich habe dann noch zwei Tage in Peking, in denen ich vielleicht noch etwas Schönes mache. Schwimmen ist mein Leben und weniger das ganze Drumherum.

SPOX: Sie setzen sich sehr intensiv mit der politischen Situation in China auseinander. Wird es seitens der Athleten Aktivitäten in Sachen Tibet oder Menschenrechten geben?

Steffen: Man muss sich mit den Möglichkeiten, die man vor Ort hat, auseinandersetzen. Im Olympischen Dorf und an den Wettkampfstätten darf man sich nicht politisch bekennen. Da müssen wir uns natürlich an die Olympische Charta halten, die jeder Athlet unterschrieben hat.

SPOX: Eine abschließende Frage: Wer setzt sich im Kampf der beiden Schwimm-Großmächte USA und Australien durch?

Steffen: Australien, denke ich.

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