Freitag, 22.04.2016

Weniger als vier Monate nach der Eröffnung

Radweg in Rio eingestürzt: Zwei Tote

Nicht einmal vier Monate nach der Eröffnung ist ein Küstenradweg in der Olympia-Metropole Rio de Janeiro eingestürzt, der als Attraktion für die Sommerspiele gebaut worden war. Bei dem Unglück starben zwei Männer, mehrere Überlebende wurden aus dem Meer gerettet.

Beim Unglück mussten mehrere Überlebende aus dem Meer gerettet werden
© getty
Beim Unglück mussten mehrere Überlebende aus dem Meer gerettet werden

Videos zeigen drei heftige Wellen, die von unten nahezu ungebremst auf den Radweg einpeitschen. Nach der zweiten Welle mischt sich gelber Schlamm in die Gischt, nach der dritten klafft ein etwa 50 Meter breites Loch an der Küste. Mehrere Jogger und Radfahrer, die auf dem Weg unterwegs waren, stoppten erst nach mehreren Sekunden.

"Was geschehen ist, kann nicht vergeben werden. Ich habe umgehend eine Untersuchung angeordnet", sagte Rios Bürgermeister Eduardo Paes, der bei der Entzündung des Olympischen Feuers in Griechenland weilte: "Ich werde sofort nach Brasilien zurückkehren und werde das genauestens verfolgen."

Die Fahrradstraße war erst am 17. Januar eröffnet worden, führt zum Olympischen Park nach Barra und hatte mehr als zehn Millionen Euro gekostet. Das letzte Stück ist noch nicht fertig gebaut, die Arbeiten wurden am Freitag auf unbestimmte Zeit verschoben. Der komplette Radweg wurde gesperrt.

"Alle Entwürfe werden geprüft"

"Natürlich müssen nach solch einem Unfall alle Arbeiten gestoppt werden. Wir werden die Berechnungen überprüfen, damit es kein Risiko bei der Errichtung des weiteren Radweges gibt", sagte Pedro Paulo von der Stadtverwaltung: "Auf der Suche nach den Ursachen sprechen wir auch mit den Ingenieuren. Alle Entwürfe werden geprüft."

Während Taucher noch nach weiteren Opfern suchten, wurden die beiden getöteten Männer auf den belebten Strand gebracht und mit einer Plane bedeckt. Einer der Toten war ein 54 Jahre alter Mann, der nach Angaben von Verwandten regelmäßig auf der Strecke joggte. "Er ist immer dort gelaufen", sagte Joao Ricardo der Webseite G1 über seinen Schwager.

Der Unfall ist der bislang letzte in einer ganzen Reihe von Problemen, die Rio auf dem Weg zu den Spielen begleiten, darunter das Zika-Virus, die politische und wirtschaftliche Krise in Brasilien und der schleppende Ticketverkauf.


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