Donnerstag, 31.07.2008

Olympia

"Stelus" letzte Dienstreise

Heidelberg - Für Stelian Moculescu ist es die letzte Dienstreise als Bundestrainer, für den Deutschen Volleyball-Verband der Aufbruch in die Zukunft der Nationalmannschaft.

© Getty

Wenn die DVV-Auswahl zum ersten Mal zu Olympischen Spielen aufbricht, nimmt sie die schwelende Debatte um die Nachfolge ihres scheidenden Coaches mit nach Peking. "Ich hinterlasse eine gemachte Mannschaft, die man weiterführen muss. Das ist ein bestelltes Haus", sagt Moculescu, der nach neun Jahren seine zweite Amtszeit als Bundestrainer beenden will.

Der Abschied auf dem sportlichen Höhepunkt falle ihm nicht schwer, behauptet der Meistermacher des VfB Friedrichshafen. "Wenn es am schönsten ist, soll man gehen. Es ist Zeit für einen Wechsel", meint der 58-Jährige, der sich künftig ganz auf seine Aufgabe beim Top-Club vom Bodensee konzentrieren will.

Mit der Olympia-Teilnahme, die sich das deutsche Team im Mai in einem Herzschlag-Finale in Düsseldorf sicherte, sei seine Mission erfüllt. "Ich habe dieses Riesenziel, dass ich mir vorgenommen habe, geschafft. Damit ist der Kreis geschlossen. Peking ist Zugabe", erklärt der gebürtige Rumäne.

Vogelnest und Co.: Das Epizentrum der Sommerspiele
Keine Angst, das Olympiastadion steht nicht in Flammen. Hier wird die Eröffnungsfeier geprobt
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Keine Angst, das Olympiastadion steht nicht in Flammen. Hier wird die Eröffnungsfeier geprobt
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Herzstück der Spiele: National Stadium (o.l.), National Indoor Stadium (u.) und National Aquatics Center
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Der ganze Stolz der Gastgeber ist das Vogelnest, das erst kurz vor den Spielen fertig wurde
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Über 90.000 Zuschauer finden Platz. Die Architekten entwarfen auch die Münchner Allianz Arena
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Über 90.000 Zuschauer finden Platz. Die Architekten entwarfen auch die Münchner Allianz Arena
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36 Kilometer sind die Stahlstreben lang, die das charakteristische Geflecht bilden
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Die Leichtathletik-Wettbewerbe, das Fußball-Finale der Männer sowie die Anfangs- und Schlussfeier finden hier statt
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Nicht minder spektakulär als das Olympiastadion ist die Schwimmhalle
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Das National Aquatics Center wird allenthalben nur Wasserwürfel genannt
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Mit seiner Wabenoptik erinnert der Bau ebenfalls ans Münchner Fußballstadion
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Die 3000 aufblasbaren Kissen können in verschiedenen Farben leuchten
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Die 3000 aufblasbaren Kissen können in verschiedenen Farben leuchten
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Nach den Spielen kommt ein Freizeitbad in den Wasserwürfel
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Nach den Spielen kommt ein Freizeitbad in den Wasserwürfel
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Schwimmer, Synchronschwimmer und Wasserspringer sind hier aktiv. 17.000 Zuschauer passen rein
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Schwimmer, Synchronschwimmer und Wasserspringer sind hier aktiv. 17.000 Zuschauer passen rein
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Schmuck ist auch das National Indoor Stadium mit dem geschwungenen Dach
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Schmuck ist auch das National Indoor Stadium mit dem geschwungenen Dach
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Handballer, Turner und Trampolin-Artisten werden hier vor 18.000 Zuschauern um Medaillen kämpfen
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Handballer, Turner und Trampolin-Artisten werden hier vor 18.000 Zuschauern um Medaillen kämpfen
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Trennung fällt schwer

Seinen Schützlingen, die er zur verschworenen Spitzenmannschaft geformt hat, fällt der Gedanke an die bevorstehende Trennung schwer. "Viele Spieler haben super davon profitiert, dass er da war. Es werden Tränen fließen, wenn er geht", sagt Kapitän Björn Andrae.

Diagonalangreifer Jochen Schöps berichtet gar von internen Bemühungen, Moculescu noch umzustimmen. "Es wäre schön, wenn er weitermacht. Es wird nicht so einfach, einen Nachfolger zu finden", sagt der 24-Jährige, dem bei Olympia eine Schlüsselrolle zufällt.

Hoffnung auf einen plötzlichen Sinneswandel bei Moculescu gibt es jedoch kaum. "Wer Stelu kennt, weiß, wenn er eine Entscheidung trifft, dass sie dann auch feststeht", meint Andrae.

"Um Gottes Willen", rief der Bundestrainer jüngst auf die Frage nach einer Fortsetzung seiner Tätigkeit. Zu groß ist die Verbitterung über die oft schwierige Zusammenarbeit mit dem DVV. Zu tief wohl auch die Wunden nach der langanhaltenden Kritik, die 2005 beinah im Rauswurf gipfelte. Nur die Mannschaft rettete ihrem Coach damals mit ihrem Veto den Job.

Suche nach dem Nachfolger

Gerade dieses innige Verhältnis zwischen "Stelu" und seinen Mannen macht die Suche nach dem künftigen Cheftrainer nicht leichter. "Wir müssen den Richtigen finden, der die Mannschaft auch emotional erreicht", sagt DVV-Präsident Werner von Moltke.

Erste Gespräche mit Kandidaten wurden bereits geführt, neben deutschen Trainern wie Michael Warm vom SCC Berlin stehen auch ausländische Übungsleiter auf der Liste des Verbands.

"Man hört viele Namen. Es wäre clever, wenn man die Spieler fragt, was sie denken", fordert Kapitän Andrae ein Mitspracherecht für das Team. Moculescu selbst will sich nicht aktiv die Diskussion um seinen Amts-Erben einmischen: "Wenn man mich fragt, werde ich etwas sagen. Wenn nicht, dann eben nicht."


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