Millionenprozess am Dienstag

WM: Pechstein verpasst Heim-Finale

SID
Sonntag, 06.03.2016 | 18:36 Uhr
Für das Finale reichte es für Claudia Pechstein bei der WM nicht
© getty
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Claudia Pechstein quälte sich über die letzten Meter, schmiss sich ins Ziel - vergebens. Trotz großen Kampfes über 1500 m verpasste die Eisschnellläuferin bei der Allround-WM in ihrem "Wohnzimmer" von Berlin das Finale der besten Acht.

Am Ende musste sich die Lokalmatadorin bei ihrer 21. Allround-WM mit Rang 13 begnügen. Patrick Beckert wurde bei den Männern als bester Deutscher Siebter.

"Schade, dass es nicht gereicht hat. Ich wäre gern noch die 5000 m gelaufen. Das ist meine Lieblingsstrecke", sagte Pechstein nach der Enttäuschung: "Der Mehrkampf ist nicht mein Ding. Ich bin aber trotzdem mit mir im Reinen."

Die 44-Jährige holte über 1500 m zur großen Aufholjagd aus. Nach Rang 20 über 500 m und Platz sieben auf 3000 m am Vortag hatte sie nur noch eine geringe Chance. Dennoch kämpfte die Berlinerin, holte auf den ungeliebten 1500 m noch einmal alles aus sich heraus. Doch am Ende waren 1:59,69 Minuten zu wenig. "Schade, aber sie hat sich in den letzten Wochen wieder ein Stück verbessert", sagte ihr Trainer Peter Mueller. Der Titel ging an die Tschechin Martina Sablikova, die im abschließenden 5000-m-Lauf Bahnrekord (6:52,57) lief.

Entscheidung am Dienstag

Womöglich war die fünfmalige Olympiasiegerin Pechstein mit ihren Gedanken aber auch schon beim nächsten großen Auftritt am Dienstag vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe (BGH). Dort geht es im Marathon-Prozess gegen den Weltverband ISU darum, ob ihr Fall vor dem Oberlandesgericht in München wieder aufgenommen wird.

"Ich freue mich, dass ich am Dienstag meinen entscheidenden Tag habe. Wir sind ein gutes Team", sagte Pechstein vor dem großen Tag. Die Rekord-Olympionikin fordert vom Weltverband ISU wegen ihrer Sperre aus dem Jahr 2009 fünf Millionen Euro Schadenersatz.

Auch für Pechsteins Teamkameradin Roxanne Dufter kam frühzeitig das Aus. Die 24 Jahre alte Mittelstrecken-Spezialistin aus Inzell (1:59,90) kam über 1500 m hinter Pechstein auf Rang 14 und schied bei ihrer ersten Allround-WM vorzeitig aus. "Ich bin happy, das war mein bestes internationales Ergebnis", so Dufter.

Ruhestand muss warten

Trotz der Enttäuschung denkt Pechstein auch mit 44 Jahren noch nicht ans Aufhören. "Wenn es in Deutschland dann immer noch keine gibt, die schneller läuft als ich, bin ich auch mit 50 Jahren noch dabei", sagte die Berlinerin der Bild am Sonntag, schränkte aber ein: "Solange ich die Weltspitze nicht ganz aus den Augen verliere ..."

Bei den Männern lief Beckert im Gesamtklassement auf Rang sieben, das beste Mehrkampf-EM-Ergebnis für den Erfurter. "Die WM war eine Super-Sache. Ich habe zum Abschluss über 10.000 m alles gegeben, obwohl ich die drei ersten Läufe in den Beinen gespürt habe", sagte der 25-Jährige, der über den langen Kanten Sechster geworden war (13:27,15). Weltmeister wurde zum achten Mal in seiner Karriere der Niederländer Sven Kramer.

Moritz Geisreiter hingegen ist wie erwartet ausgeschieden. Der deutsche Allround-Meister aus Inzell kam über 1500 m in 1:52,05 Minuten nur auf Rang 23 und verpasste den Sprung in die Endrunde.

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