Sonntag, 17.01.2016

Slalom in Wengen

Neureuther verpasst Podest

Felix Neureuther hat beim kuriosen Weltcup-Slalom in Wengen/Schweiz seine dritte Podestplatzierung in diesem Winter nur knapp verpasst.

Felix Neureuther fehlten nur 0,11 Sekunden zum Podest
© getty
Felix Neureuther fehlten nur 0,11 Sekunden zum Podest

Am Ende musste sich Felix Neureuther dann doch wieder ein bisschen ärgern. "Mit dem fünften Rang", beteuerte er tapfer, "kann ich absolut zufrieden sein", allerdings wäre beim reichlich kuriosen Slalom im schweizerischen Wengen mehr möglich gewesen. Zu Rang drei, den Neureuther nach dem ersten Lauf belegt hatte, fehlten ihm am Ende nur 0,11 Sekunden, der dritte Podestplatz in diesem Winter war zum Greifen nah. Was Neureuther aber störte, waren die Begleitumstände.

Der Slalom in Wengen wurde diesmal nicht auf dem klassischen Hang am Männlichen ausgetragen, dort hatten die Organisatoren in der Kürze der Zeit die Piste nicht präparieren können. Und so wurde nebenan auf dem unteren, doch eher flachen Abschnitt der Abfahrt vom Lauberhorn gefahren. "Das ist langlauf-flach", sagte Henrik Kristoffersen (Norwegen). "Das ist eine andere Sportart", lästerte Marcel Hirscher (Österreich). "Ich hätte die Langlaufstöcke von der Miri (Miriam Gössner, die Red.) brauchen können, so flach war das", ergänzte Neureuther.

Dem Partenkirchner unterlief im Finale ein Fehler zu viel, Hirscher schied sogar aus. Kristoffersen dagegen unterlaufen derzeit keine Fehler: Er gewann im fünften Slalom des Winters zum vierten Mal, und sein Vorsprung auf die Italiener Giuliano Razzoli (+0,30 Sekunden) und Stefano Gross (0,68) war gewaltig. Fritz Dopfer (Garmisch) und Linus Strasser (München) hatten sich nicht für den zweiten Lauf qualifizieren können, Dominik Stehle (Obermaiselstein) belegte Rang 25.

Norweger-Wochenende

Kristoffersen kam mit den ungewöhnlich schnellen Kursen mit Abstand am besten zurecht, Piste und Verhältnisse scheinen für den 21 Jahre alten Norweger derzeit keine Rolle zu spielen. Neureuther blieb vor allem die Erkenntnis, sich im Vergleich zur Vorwoche (Achter in Adelboden/Schweiz) gesteigert zu haben - und eine große Vorfreude auf nächsten Sonntag: "Ich freue mich auf Kitzbühel, wo es wieder auf einen klassischen Hang geht. Das hier war nicht so klassisch."

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Klassisch oder nicht: Kristoffersen krönte ein Wochenende, das ganz im Zeichen der Norweger stand. Bereits am Freitagnachmittag hatte Kjetil Jansrud vor Aksel Lund Svindal die Super-Kombination gewonnen, am Samstag gelang Svindal in der Abfahrt sein erster Sieg überhaupt am Lauberhorn. Allerdings verlief das Rennen chaotisch, weil Nebel für zwei große Unterbrechungen sorgte. Svindal bekannte daher, dass er von den "Umständen" profitiert habe.

Während Andreas Sander (Ennepetal) passable Bedingungen zu einem guten 13. Platz nutzte, siegte Svindal auf der ohnehin verkürzten Strecke vor den Österreichern Hannes Reichelt (+0,19 Sekunden) und Klaus Kröll (+1,52). Weil Hirscher im Slalom ausschied, fährt der Speed King als Führender im Gesamtweltcup nach Kitzbühel - mit 15 Punkten Vorsprung. Das Polster von Kristoffersen im Slalom-Weltcup ist deutlicher: Er liegt nun 140 Punkte vor Hirscher und 187 vor Neureuther.


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