"Die Prinzessin war ich nie"

Von Interview: Daniel Börlein
Mittwoch, 28.12.2011 | 13:49 Uhr
Die deutschen Biathlon-Hoffnungen Magdalena Neuner (l.) und Miriam Gössner
© Getty
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Miriam Gössner ist die große deutsche Biathlon-Hoffnung für die Zeit nach Magdalena Neuner. In dieser Saison läuft es aber bislang noch überhaupt nicht bei der 21-Jährigen. Im Interview spricht Gössner über einen Sommer-Schock, ihre Liebe zum Langlauf, Training mit Jungs und verrät, dass sie manchmal weinend im Kino sitzt.

SPOX: Bislang läuft die Saison noch nicht unbedingt nach Wunsch für Sie. Auch Ihr Sommer verlief anders als geplant. Sie lagen nach einer unerwarteten Operation einige Zeit im Krankenhaus.

Miriam Gössner: Ich hatte Glück, dass die Sache recht frühzeitig erkannt wurde und deshalb nicht schlimmer ausgegangen ist. Ich konnte zwei Wochen lang gar nichts machen. Danach habe ich locker wieder angefangen. Beim Liegendschießen hatte ich etwas länger Probleme, ansonsten war ich aber relativ schnell wieder fit.

SPOX: Wie stark hat der Krankenhaus-Aufenthalt die Vorbereitung auf die Saison beeinflusst?

Gössner: Überhaupt nicht. Es waren ja letztlich nur zwei, drei Wochen, in denen ich nichts machen konnte. Ich will das nicht als Grund für schwächere Leistungen hernehmen.

SPOX: Läuferisch zählen Sie nach wie vor zu den besten Athletinnen, am Schießstand patzten Sie dagegen regelmäßig. Wo liegen die Gründe?

Gössner: Das weiß ich auch nicht so genau. Wenn ich es wüsste, würde ich es ja abstellen. (lacht) An den Nerven liegt es nicht, glaube ich. Ich habe in den letzten Jahren einfach weniger Biathlon-Wettkämpfe bestritten, weil ich oft bei den Längläufern dabei war. Da fehlt mir nun eben etwas. Im letzten Jahr war es zum Saisonende hin schon recht stabil. Aber der eine oder andere Ausrutscher war und wird wohl auch in Zukunft immer dabei sein.

SPOX: Sie waren schon immer eine sehr starke Läuferin, haben deshalb früh mit Jungs zusammen trainiert. Wie war das?

Gössner: Naja, die Prinzessin war ich bei den Jungs jedenfalls nie. (lacht) Ich muss aber sagen, dass wir eine tolle Trainingsgruppe hatten und haben. Ich fühle mich da total wohl und habe richtig Spaß mit meinen Jungs. Für mich ist das nur von Vorteil. Die Jungs sind besser und daran kann ich mich hochziehen. Das pusht mich. Für mich ist das ein guter Weg.

SPOX: Während der Saison sind Sie nun allerdings meist mit Ihren Teamkolleginnen zusammen.

Gössner: Das ist schon ein bisschen anders. Aber wir haben im Team eine Top-Stimmung. Wir verstehen uns alle sehr gut, wir unternehmen regelmäßig etwas miteinander, wir lachen ganz viel zusammen. Dieser Spaß und die lockere Atmosphäre ist meiner Meinung nach auch ein Grund, warum die deutsche Mannschaft in den letzten Jahren immer so erfolgreich war.

SPOX: Sie haben in der Vergangenheit auch gerne mal einen Abstecher zum Langlauf gemacht. Was reizt Sie daran so besonders?

Gössner: Ich habe nach wie vor Lust auf Langlauf. Bei uns im Biathlon ist der Ablauf etwas anders, da hat man immer wieder zwischendrin kleine Laufpausen. Im Langlauf musst du zehn oder 30 Kilometer durchlaufen. Biathlon hat seinen Reiz, aber Langlauf eben auch. Und deshalb hoffe ich, dass ich irgendwann mal wieder bei den Langläufern dabei sein darf.

SPOX: Durch den Krankenhausaufenthalt mussten Sie im Sommer auf Ihren Urlaub verzichten. Wo wäre es hingegangen?

Gössner: Es gab noch keine konkreten Pläne. Ich wollte nur mit ein paar Mädels irgendwohin in die Sonne, ganz spontan. Daraus wurde zwar nichts, aber daheim bei Mama war's auch ganz schön. (lacht) Meine ganze Familie hat sich toll um mich gekümmert. Da war ich gut aufgehoben.

SPOX: Sie sind also eher die Strandurlauberin?

Gössner: Mein absolutes Lieblingsurlaubsland ist Norwegen. Ich mag die Atmosphäre da oben, ich fühle mich dort richtig wohl. Aber nach der Saison ist es auch mal schön ein paar Tage am Strand zu liegen.

SPOX: Mal Skandinavien, mal Strand. Wie sieht es in anderen Bereichen aus: Eher Rock- oder lieber Volksmusik?

Gössner: Also Volksmusik ist nicht meine Welt. (lacht) Ich bin auch kein Techno-Typ. Ich höre eigentlich das, was aktuell in den Charts läuft. Musik ist schon wichtig und auch motivierend. Im Training laufe ich manchmal mit Musik. Aber einen besonderen Song oder eine spezielle Richtung habe ich nicht.

SPOX: Schnulze oder Action-Film?

Gössner: Da ist alles mal angesagt. Von der absoluten Superschnulze, bei der man weinend im Kino sitzt, bis zum Action-Thriller, bei dem man sich anschließend gar nicht mehr alleine nach Hause gehen traut. Solange eine große Tüte Popcorn dabei ist, gehe ich fast in jeden Film. (lacht)

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