EM in Jekaterinburg

Ovtcharov-Titel hübscht Bilanz auf

SID
Sonntag, 04.10.2015 | 19:08 Uhr
Dimitrij Ovtcharov hat sein zweites Einzel-Gold bei einer Europameisterschaft geholt
© getty
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"Dominator" Dimitrij Ovtcharov hat durch seine erfolgreiche Titelverteidigung bei der EM in Jekaterinburg eine schwache Gesamtbilanz des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) kräftig aufgehübscht. Der Olympia-Dritte zementierte im Finale gegen den Weltranglistenneunten Marcos Freitas (Portugal) durch ein 4:1 seine Top-Position auf dem Kontinent.

Der Weltranglistenfünfte rettete dem DTTB-Team durch die Wiederholung seines Triumphes von 2013 trotz nur vier Medaillen (2xGold/1xSilber/1xBronze) auch Platz eins in der Nationenwertung.

"Ich bin sehr froh über diesen Titel. Ich denke zwar, dass ich momentan schon der stärkste Spieler im Feld bin, war aber nicht in der gleichen Form wie vor zwei Jahren und der Gejagte, was es nicht leicht für mich gemacht hat. Aber auch wenn mein Fokus schon sehr auf Olympia 2016 in Rio gerichtet ist, wollte ich diesen Titel unbedingt", sagte Ovtcharov nach dem 14. Sieg in seinem 14. EM-Einsatz.

Bundestrainer Jörg Roßkopf, 1992 erster deutscher Einzel-Europameister, lobte den 27-Jährigen nach der Siegerehrung für seine Leistung: "Er hat im Finale - und das ist die Kunst eines guten Spielers - sein bestes Tischtennis gezeigt."

"Werden an Stellschrauben drehen"

Die Abwesenheit des Düsseldorfer EM-Rekordsiegers und Weltranglistensiebten Timo Boll (Knieoperation) sah Ovtcharov nach seinem insgesamt achten EM-Gold (inklusive sechs Mannschaftstitel) nicht als Makel: "Timo war auch 2013 nicht dabei, und ich habe den Titel von damals hinterher auch immer wieder bestätigt."

Nicht klar bestätigt hat der DTTB in Russland seine unangefochtene Führungsrolle in Europa - auch weil keine der fünf Mannschafts-Europameisterinnen im Einzel den Sprung in die Medaillenränge schaffte. "Deutschland", sagte DTTB-Sportdirektor Richard Prause in seinem Fazit, "wünscht sich natürlich immer Titel am laufenden Band. Aber die EM hat unabhängig von Timos Ausfall gezeigt, dass die anderen Nationen auch immer weiter arbeiten. Wir werden an einigen Stellschrauben drehen."

Ovtcharov hatte ohne seinen härtesten Widersacher in Europa trotz seit Wochen anhaltender Rückbeschwerden keinen Rivalen ernsthaft zu fürchten.

Nur fünf Satzverluste

Seine Dominanz unterstrich der Star vom Champions-League-Sieger Fakel Orenburg schon zu Beginn des Schlusstages im ersten Teil seines persönlichen Länderkampfes mit Portugal im Halbfinale gegen den Saarbrücker Bundesligaspieler Tiago Apolonia mit einem imponierenden 4:0.

Insgesamt gab der Europaspiele-Gewinner in seinen sechs Matches vor dem Endspiel gegen seinen früheren Klubkollegen bei Borussia Düsseldorf nur fünf Sätze ab.

Von Ovtcharovs Überlegenheit deutlich entfernt waren dagegen nach vielen erfolgreichen Jahren die übrigen DTTB-Aktiven. Hatten die "Chinesen Europas" vor zwei Jahren neben dem doppelten Mannschaftsgold noch zwei weitere komplette Medaillensätze geholt (4/2/2), stand in Russland nach Gold und Silber in den Mannschaftsturnieren außer Ovtcharov nur noch das Damen-Doppel Han Ying/Irene Ivancan (Tarnobrzeg/Istanbul) mit Bronze auf dem Podest.

Ernüchterndes Aus der Europameisterinnen

Noch weniger Podestplätze hatten DTTB-Aktive in den Individual-Wettbewerben zuletzt 2005 in Aarhus mit lediglich einer Bronzemedaille für das Doppel Boll/Christian Süß beklagen müssen. Nur eine Einzel-Medaille holten die DTTB-Aktiven zuletzt 2008 in St. Petersburg - wie nun auch wieder wenigstens die goldene im Herren-Einzel (Boll).

Bei fünf vergebenen DTTB-Chancen auf Edelmetall im Viertelfinale besonders ernüchternd war das Aus aller Team-Europameisterinnen vor der Medaillenvergabe.

Hatten Ovtcharovs Kollegen schon in den vorherigen Runden Nackenschläge zu verkraften gehabt, sorgten in den Runden der besten Acht besonders die topgesetzte Weltranglistenelfte Han sowie die deutsche Meisterin Petrissa Solja und das Favoriten-Doppel Solja/Shan Xiaona (beide Berlin) für lange Gesichter im DTTB-Lager. Prause: "Unser Anspruch bei den Damen muss sein, dass wir auch am Schlusstag noch dabei sind."

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