"Wir wollen den Pott"

Das Dream Team und der Schwur

SID
Montag, 10.02.2014 | 13:03 Uhr
Das deutsche Fed-Cup-Team steht nach dem Sieg über die Slowakei im Halbfinale
© getty
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Nach dem Halbfinal-Einzug blickte das Fed-Cup-Team bereits in die Zukunft. Angelique Kerber, Andrea Petkovic und Co. wollen den Titel holen.

Sogar der deutsche Vizekanzler musste warten. Als Sigmar Gabriel versuchte, Barbara Rittner via Handy zum ersten Halbfinal-Einzug ihrer Mädels seit 19 Jahren zu gratulieren, war die Fed-Cup-Teamchefin nicht verfügbar. Rittner saß auch beim unbedeutenden Doppel von Julia Görges und Anna-Lena Grönefeld gegen Gastgeber Slowakei (3:1) konzentriert auf der Bank - dahinter beklatschte das erweiterte "Dream Team" unverändert frenetisch jeden Punktgewinn des Duos.

Mehr Symbolkraft in Sachen Teamgeist ging nicht an einem Tag, an dessen Ende der Schwur von Bratislava stand. "Wir werden diesen Pott gewinnen, davon bin ich zu 1000 Prozent überzeugt", sagte Andrea Petkovic: "Wenn nicht in diesem Jahr, dann irgendwann." Die Darmstädterin war von der Magie des Wochenendes so angetan, dass sie Lust verspürte "jede Woche mit dieser Mannschaft zu reisen". Den letzten Titelgewinn eines DTB-Quartetts gab es übrigens 1992.

"Das ganze Ding gewinnen"

Bei der dreieinhalbstündigen Siegesfeier im italienischen Restaurant "Al Faro" wurde am Sonntagabend zwischen Pasta und Pizza bereits in die Zukunft geblickt. "Wenn du so eine Partie wie die in der Slowakei gewinnst, dann muss es jetzt das Ziel sein, das ganze Ding zu gewinnen", meinte Rittner, die beim abschließenden Abendessen in einer beeindruckenden 20-minütigen Rede jedes der insgesamt elf Teammitglieder mit emotionalen Worten bedachte.

Was bedeutete, dass verdientermaßen auch Säulen wie Co-Trainer Dirk Dier, Mannschaftsarzt Ulf Blecker oder Fitness-Guru Mike Diehl gewürdigt wurden. "Man spürt diese Energie der kompletten Mannschaft, wenn man auf dem Platz steht und in die Box schaut", beschrieb Angelique Kerber diesen besonderen Geist, "der eine große Stärke von uns ist". Auch die Weltranglisten-Neunte glaubt an die Chance auf den Pott: "Wir alle haben jetzt im Fed Cup unsere Erfahrungen gesammelt. Wir wissen, wie sich das anfühlt. Das ist ein Vorteil."

Knappe Matches gegen Cibulkova

Linkshänderin Kerber hatte durch ihre glanzvollen Siege gegen Australian-Open-Finalistin Dominika Cibulkova (6:3, 7:6) und Daniela Hantuchova (7:6, 6:1) den Grundstein zum Coup gelegt. Auch die famos aufspielende Petkovic kämpfte Cibulkova (2:6, 7:6, 6:2) nach Abwehr eines Matchballs nieder.

Für Rittner war es denn auch kein Zufall, dass ihre Schützlinge im Einzel alle drei Tiebreaks gewannen. "Bei so engen Matches entscheidet das Mentale. Da kam soviel Energie von der Box hinter mir, das hat den Mädels unglaublich geholfen", sagte die frühere Weltklassespielerin, die die Mutter des Erfolgs ist.

Rittner setzt die richtigen Reizpunkte und findet dank ihrer einfühlsamen Art Zugang zu den Spielerinnen, die sie allesamt bereits seit der Jugend kennt. In der Fed-Cup-Woche verschmelzen die unterschiedlichen Charaktere von Kerber, Petkovic und Co. zu einem großen Ganzen. Die Harmonie der Sympathie-Combo ist authentisch - das Davis-Cup-Team kann davon nur träumen. Und Bratislava hat die fantastischen Vier, die sich mit dem Hosen-Hit "Tage wie diese" in Stimmung brachten, weiter wachsen lassen.

Stuttgart als Austragungsort?

Am Montagmorgen zerstreuten sich die Teammitglieder selbstbewusst und glücklich in alle Richtungen. Kerber, Petkovic und Grönefeld flogen zum WTA-Turnier nach Doha, für Görges ging es erstmal nach Hause.

Für Rittner indes hat die Zukunft mit der Vorbereitung auf das Halbfinale gegen Australien längst begonnen. In den nächsten Tagen will sie die australische Teamchefin Alicia Molik anrufen, um vorzufühlen, ob die Mannschaft um die frühere US-Open-Siegerin Sam Stosur vielleicht auf ihr Heimrecht verzichten würde.

Dann wäre Stuttgart der heißeste Kandidat auf die Ausrichtung. Nur einen Tag nach dem Halbfinale beginnt nämlich in der Schwabenmetropole das hochkarätig besetzte WTA-Turnier. Und vielleicht kommt als Edelfan des Dream Teams dann auch SPD-Parteichef und Bundesminister Sigmar Gabriel zu Besuch, der seit Jahren eng mit Rittner befreundet ist. Dann könnte er wenigstens gleich persönlich gratulieren.

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