Williams, Kerber und Mayer draußen

Von SPOX
Sonntag, 19.01.2014 | 13:49 Uhr
Für Serena Williams war in Melbourne im Achtelfinale Endstation
© getty

Große Überraschung an Tag 7 bei den Australian Open: Die Weltranglistenerste Serena Williams scheitert im Achtelfinale an Ana Ivanovic. Auch die letzten beiden deutschen Teilnehmer erwischt es. Angelique Kerber unterliegt Flavia Pennetta, Florian Mayer zieht gegen David Ferrer den Kürzeren. Novak Djokovic steht dagegen im Viertelfinale.

Damen - Achtelfinale (alle Matches):

Flavia Pennetta (ITA/28) - Angelique Kerber (GER/9) 6:1, 4:6, 7:5

Zweimal trafen Angelique Kerber und Flavia Pennetta bei Grand Slams aufeinander. Zweimal hieß die Siegerin Angelique Kerber. Die Bühne war also bereitet - doch die Deutsche nutzte die große Chance, erstmals ins Viertelfinale der Australian Open einzuziehen, nicht.

Gerade im ersten Satz agierte Angie zu defensiv, kam nur auf magere 3 Winners und hatte enorme Probleme mit ihrem Service (36 Prozent Punktgewinn beim ersten Aufschlag). Zwar kämpfte sie sich im zweiten Durchgang zurück und fand besser in ihren Rhythmus. Allerdings lag das auch an 17 Unforced Errors der Gegnerin.

Im entscheidenden Satz war Pennetta, die im Viertelfinale auf Li Na trifft, dann in den wichtigen Momenten einfach abgeklärter. Kerber zeigte sich nach der Partie trotzdem größtenteils zufrieden mit ihrer Leistung: "Insgesamt sehe ich mehr positive als negative Dinge."

Ana Ivanovic (SRB/14) - Serena Williams (USA/1) 4:6, 6:3, 6:3

123.000 Tweets während der Partie. 7232 Tweets pro Minute in der Schlussphase. Die Zahlen alleine reichen, um zu verstehen, was in der Rod Laver Arena passiert war. Die große Favoritin Serena Williams wurde gestürzt. Von Ana Ivanovic. Wahnsinn!

Dabei lief im ersten Satz noch alles nach Plan für die Amerikanerin - auch wenn sich ihre Rückenverletzung bereits bemerkbar machte. Nur 10 Winners hatte Serena im ersten Durchgang auf dem Konto - ungewohnt wenig aus ihrer Sicht.

Das schlug sich im weiteren Verlauf auch auf dem Scoreboard nieder. Williams erspielte sich im zweiten und dritten Satz keinen einzigen Breakball und zeigte bei eigenem Aufschlag nicht die gewohnte Dominanz. "Ich hätte fast aufgegeben, aber ich bin eine Kämpferin", so die Nummer eins der Welt über ihre gesundheitliche Probleme. Als Ausrede wollte sie das aber nicht gelten lassen: "Ana hat richtig gut gespielt - und ich habe Bälle verschlagen wie seit den 80er Jahren nicht mehr."

Na Li (CHN/4) - Ekaterina Makarova (RUS/22) 6:2, 6:0

59 Minuten. Länger hat Na Li nicht gebraucht, um ins Viertelfinale von Melbourne einzuziehen. Die Chinesin schoss ihre Gegnerin Ekaterina Makarova quasi vom Platz und konnte sich dabei vor allem auf ihren Aufschlag verlassen (80 Prozent).

Makarova fand eigentlich nie eine Antwort auf Lis druckvolles Spiel und machte im gesamten Match gerade einmal vier Winners. Dass der Russin auch kein einziges Break gelang, sollte daher nicht überraschen. Die Nummer vier der Welt trifft damit in der nächsten Runde auf Kerber-Bezwingerin Flavia Pennetta.

Eugenie Bouchard (CAN/30) - Casey Dellacqua (AUS) 6:7 (5:7), 6:2, 6:0

Die Kondition war spielentscheidend: Während die 28-jährige Casey Dellacqua von Satz zu Satz nachließ, legte die erst 19-Jährige Eugenie Bouchard mit anhaltender Spieldauer sogar zu. In den letzten beiden Durchgängen gelangen Dellacqua insgesamt nur vier Winner - zu wenig gegen Bouchard, die weiterhin solides Tennis zeigte. Die junge Kanadierin trifft im Viertelfinale auf Williams-Bezwingerin Ana Ivanovic.

Tag 6: Siege für Federer, Nadal und Murray

Herren - Achtelfinale (alle Matches):

Novak Djokovic (SRB/2) - Fabio Fognini (ITA/15) 6:3, 6:0, 6:2

Gegen seinen guten Freund Fabio Fognini ließ der Djoker keine Gnade walten und holte sich seinen 25. Sieg in Folge bei den Australian Open. Nole gewann leicht und locker in 93 Minuten und sparte somit Kraft für die kommenden Aufgaben. Fognini konnte zwar auf dem Court nicht mithalten, sorgte aber dennoch mit seinen zahlreichen Schauspieleinlagen und lakonischen Gesten für positive Highlights.

Nach Spielende konnte auch Djokovic den Clown in sich nicht mehr unterdrücken und sorgte mit einer Boris-Becker-Nachahmung für Gelächter in der Rod Laver Arena: Der Serbe imitierte erst Beckers früheren Aufschlag, humpelte dann über den Platz und erklärte: "Heute läuft Boris so." Der Betroffene nahm's mit Humor: "Ich habe ihm gesagt: Solange du gewinnst, kannst du mich veralbern wie du willst. Novak ist ein guter Imitator. Das war doch lustig."

David Ferrer (ESP/3) - Florian Mayer (GER) 6:7 (5:7), 7:5, 6:2, 6:1

Der Spanier war eine Nummer zu groß: Nach den Siegen gegen die gesetzten Mikhail Youzhni und Jerzy Janowicz hielt Florian Mayer in den ersten beiden Sätzen auch gegen David Ferrer gut mit, musste aber gegen Ende den Strapazen der vergangenen Woche Tribut zollen. Nachdem die Zwei-Stunden-Marke passiert war, schlug Mayer kaum noch Winner und brachte nur etwas mehr als die Hälfte seiner ersten Aufschläge ins Feld.

Ferrer hingegen bestätigte erneut seine beeindruckende Konstanz: Er steht zum neunten Mal in Folge bei einem Grand Slam unter den besten Acht. "Heute war mein bestes Match in diesem Turnier, und ich hoffe, dass ich das nächste Match auf einem ähnlichen Level absolvieren kann. Ich habe mich gut bewegt und weniger Fehler gemacht", erklärte der 31-Jährige.

Tomas Berdych (CZE/7) - Kevin Anderson (RSA/19) 6:2, 6:2, 6:3

Tomas Berdych erteilte der Nummer der 19 der Welt eine Lehrstunde: In nicht mal zwei Stunden fegte der Tscheche Kevin Anderson aus der Arena und erlaubte seinem Kontrahenten nicht einen einzigen Breakball.

Berdych schlug mehr Winner, erlaubte sich weniger Unforced Errors und war sowohl mit seinem ersten Aufschlag (89 Prozent Punktgewinn) als auch mit seinem zweiten Aufschlag (62 Prozent Punktgewinn) äußerst effektiv. In der nächsten Runde trifft Berdych auf David Ferrer, für den er in dieser Form durchaus zum Stolperstein werden könnte.

Stanislas Wawrinka (SUI/8) - Tommy Robredo (ESP/17) 6:3, 7:6 (7:3), 7:6 (7:5)

Gewohntes Bild bei den Männern: Auch im Match zwischen Stanislas Wawrinka und Tommy Robredo setzte sich der Favorit ohne große Probleme durch. Robredo fand im Spiel des Schweizers kaum Schwachpunkte und erspielte sich im kompletten Matchverlauf nur ein Break.

Dabei hätten sich durchaus Möglichkeiten zum Angriff geboten: Wawrinka unterliefen 37 Unforced Errors, fast doppelt so viele wie Robredo (22). Die Kehrseite des Ganzen: Wawrinka schlug auch deutlich mehr Winners (57:24). Als nächstes kommt auf die Nummer acht der Welt eine Mammutaufgabe zu: Wawrinkas Gegner im Viertelfinale ist kein Geringerer als Novak Djokovic.

Alles zu den Australian Open

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