Das kann im Prinzip jede gewinnen…

Von SPOX
Montag, 24.10.2011 | 22:30 Uhr
Die besten Tennisspielerinnen der Welt kämpfen in Istanbul um den Titel
© Getty

In Istanbul treffen sich ab Dienstag im Sinan Erdem Dome die besten acht Tennisspielerinnen der Welt zu den WTA Championships. Andrea Petkovic ist nach Marion Bartoli die zweite Ersatzspielerin. Wer wird also die Nachfolgerin von Kim Clijsters? SPOX hat beide Vierergruppen analysiert und gibt Prognosen ab. Aber: Klar ist nur, dass nichts klar ist.

Rote Gruppe

Caroline Wozniacki (Dänemark, Weltrangliste: 1): Was soll man zu Caroline Wozniacki noch groß sagen? Klar, sie ist die Nummer eins der Welt, aber solange sie keinen Grand-Slam-Titel holt, bringt ihr das alles nichts. Vielleicht würde sie manchmal gerne mit ihrem Freund Rory McIlroy tauschen. Der Golf-Superstar ist zwar (noch) nicht die Nummer eins, aber er hat eben schon diesen Major-Sieg auf dem Konto.

Und nur wenn du Majors gewinnst, bist du auch ein ganz Großer. Logisch. Wozniacki stand 2011 nicht mal in einem Grand-Slam-Finale, abgesehen davon hat die 21-Jährige aber natürlich wieder eine starke Saison gespielt. 6 Titel und eine 62-15-Matchbilanz sprechen für sich. Gegen Kvitova und Radwanska hat sie eine klar positive Statistik, gegen Zvonareva (4-4) ist es immer eng. Wozniacki muss den Titel gewinnen, oder mindestens das Finale erreichen (mit mind. 2 Siegen in der Gruppe), um das Jahr sicher als Nummer eins abzuschließen. Prognose: 1. Platz.

Petra Kvitova (Tschechien, 3): Im Gegensatz zu Wozniacki hat Kvitova das Power-Game, mit dem sie in der Lage ist, jederzeit die ganz großen Dinger zu gewinnen. So war es auch nicht wirklich überraschend, als sie in diesem Jahr in Wimbledon ihren ersten Grand-Slam-Erfolg feierte. Nach dem großen Sieg wurde es um die 21-Jährige allerdings erst mal ruhig.

Kvitova brachte längere Zeit keine guten Resultate mehr zustande. Zuletzt meldete sich die Tschechin aber wieder zurück. In Tokio erreichte sie das Halbfinale und in Linz feierte sie ihren fünften Turniersieg der Saison. Bei den WTA Championships ist sie jetzt das erste Mal dabei. Prognose: 3. Platz.

Vera Zvonareva (Russland, 6): Zvonareva ist mit ihren 27 Jahren in der Roten Gruppe die Spielerin mit der mit Abstand größten Erfahrung. Die Russin kann, wenn sie gut drauf ist, zuweilen das attraktivste Tennis aller Teilnehmerinnen spielen. Zvonareva stand nicht umsonst im letzten Jahr in zwei Grand-Slam-Finals (Wimbledon, US Open), sie hat den großen Wurf eigentlich absolut drin.

Auch diese Saison begann sie stark (Halbfinale Australian Open), aber was danach bei den Grand Slams kam, war für ihre Ansprüche schon ein wenig enttäuschend. Auch zuletzt waren ihre Leistungen überaus schwankend. Nach einem starken Turnier in Tokio (Finale) ging in Peking und Moskau gar nichts zusammen. Prognose: 4. Platz.

Agnieszka Radwanska (Polen, 8): Radwanska ist ohne jede Frage die heißeste Spielerin im Herbst. Die Polin wurde mit ihren Turniersiegen in Tokio und Peking (im irren Finale gegen Andrea Petkovic) zur Asien-Königin. In Moskau schied sie dann zuletzt zwar sofort aus (Lucie Safarova), aber ihr Ziel hatte sie erreicht: Radwanska löste das letzte Ticket nach Istanbul und ist zum ersten Mal bei den WTA Championships dabei.

Die 22-Jährige ist in Topform und kann zweifellos jede Gegnerin schlagen, aber auf der anderen Seite muss man auch sagen, dass Radwanska bei den Big Events bis jetzt noch keine Bäume ausgerissen hat - ein paar Viertelfinal-Teilnahmen waren bei Grand Slams das höchste der Gefühle. Prognose: 2. Platz.

Weiße Gruppe

Maria Scharapowa (Russland, 2): Scharapowa ist bekanntermaßen die einzige Spielerin im Feld, die mehr als einen Grand-Slam-Titel auf ihrem Konto hat. Der letzte ihrer drei Slam-Erfolge liegt jetzt aber auch schon einige Jahre zurück (2008 Australian Open). In dieser Saison war Scharapowa, die übrigens immer noch erst 24 Jahre alt ist, relativ nahe dran, mal wieder ein Major zu gewinnen.

Bei den French Open stand sie im Halbfinale, in Wimbledon zog sie erst im Endspiel gegen Kvitova den Kürzeren. Scharapowa kann natürlich jede Gegnerin vom Platz schießen, sie kann aber auch Matches abliefern, bei denen man nur mit dem Kopf schütteln kann. Bei den US Open unterlag sie beispielsweise Flavia Pennetta nach 60 Unforced Errors und 12 Doppelfehlern. Zuletzt war Scharapowa wegen einer Knöchelverletzung, die sie sich in Tokio zugezogen hatte, nicht in Action. Schwer zu sagen, was man von ihr erwarten kann. Prognose: 2. Platz.

Victoria Azarenka (Weißrussland, 4): SPOX lehnt sich an dieser Stelle mal aus dem Fenster und sagt: Azarenka ist nicht nur die kommende Nummer eins - von den 8 Spielerinnen, die in Istanbul dabei sind, wird Azarenka am Ende die meisten Grand-Slam-Titel auf ihrem Konto haben. Die 22-jährige Weißrussin hat insgesamt das größte Potenzial, weil sie das kompletteste Paket anbietet.

In Wimbledon stand sie in diesem Jahr schon im Halbfinale, 2012 sollte der erste Grand-Slam-Erfolg eigentlich mal fällig sein. In Luxemburg holte sie sich jetzt im Warmup für die WTA Championships ihren dritten Turniersieg der Saison. Die Form passt also perfekt. Auch wenn sie bei ihren bisherigen zwei Teilnahmen nie die Gruppenphase überstanden hat, könnte sie dieses Mal den Titel holen. Prognose: 1. Platz.

Li Na (China, 5): Die Chinesin hat im relativ fortgeschrittenen Stadium ihrer Karriere die Saison ihres Lebens hinter sich. Bei den Australian Open scheiterte die 29-Jährige erst im Finale an Kim Clijsters - und wer gedacht hatte, das würde dann wohl ihre einzige Grand-Slam-Finalteilnahme bleiben, der sah sich schon in Paris getäuscht.

Da gewann Li Na einfach mal das komplette Ding und versetzte ganz China in Ausnahmezustand. Aber: Was um Himmels Willen ist danach pasiert? Li Na ist seit Monaten völlig von der Rolle und hat jegliches Selbstvertrauen verloren. Und das nach diesen Erfolgen. Tennis ist eben manchmal unerklärlich, und bei den Damen ohne Frage noch eine Ecke unerklärlicher als bei den Herren. Ihre letzten Ergebnisse: US Open, 1. Runde raus (Simona Halep), Peking, 1. Runde raus (Monica Niculescu). Prognose: 4. Platz.

Samantha Stosur (Australien, 7): Nach Li Na und Kvitova war Stosur bei den US Open die dritte Spielerin, die in diesem Jahr ihren ersten Grand-Slam-Sieg feierte. Und SPOX sagt ehrlich: Keiner Spielerin war es so zu gönnen wie der sympathischen Sam, die darüber hinaus auch noch ein so brillantes Tennis spielen kann. Was die 27-Jährige im Finale gegen Serena Williams zeigte, war einfach nur groß.

Stosur hat seit New York aber so ihre Probleme, diese Form wiederzufinden. Nach frühen Pleiten in Tokio und Peking erreichte sie zwar bei einem kleineren Turnier in Osaka das Finale, war dort aber gegen Marion Bartoli chancenlos.

Noch ein Problem: Stosur hat zwar gegen Li Na immer gewonnen (5-0), aber gegen Scharapowa (0-9) und Azarenka (0-4) sieht es für sie traditionell düster aus. Prognose: 3. Platz.

Die WTA-Weltrangliste

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