Montag, 16.02.2015

Zehn Millionen Dollar Schadensersatz

SCA-Klage: Armstrong muss zahlen

Die gefallene Radsport-Ikone Lance Armstrong hat den Rechtsstreit mit der Versicherungsgesellschaft SCA verloren und muss gemeinsam mit dem früheren Sponsoren Tailwind Sports 10 Millionen Dollar (8,8 Millionen Euro) Schadenersatz zahlen. Diese Entscheidung eines Schiedsgerichtes im texanischen Dallas wurde am Montag veröffentlicht.

Lance Armstrong muss zehn Millionen Dollar Schadensersatz zahlen
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Lance Armstrong muss zehn Millionen Dollar Schadensersatz zahlen

Die SCA teilte mit, dass Armstrong laut schriftlichem Urteil für beispiellose Fälle "von internationalem Meineid, Betrug und Verschwörung" bestraft werde.

Der 43-Jährige hatte in einem ersten Schiedsgerichtsverfahren mit der SCA im Zeitraum zwischen 2005 und 2006 unter Eid erklärt, nie gedopt zu haben. Das Unternehmen hatte Armstrong von 2002 bis 2004 hohe Bonuszahlungen für die Siege bei der Tour gewährt und wollte diese nach massiven Dopinganklagen gegen den Radsport-Star zurückhaben. SCA unterlag vor sieben Jahren, forderte nun aber erneut rund 12 Millionen Dollar von Armstrong.

Der Radsport-Weltverband UCI hatte Armstrong 2012 wegen systematischen Dopings unter anderem seine sieben Siege bei der Frankreich-Rundfahrt zwischen 1999 und 2005 aberkannt. Im Januar 2013 gestand der Texaner in einem TV-Interview die jahrelange Einnahme von leistungssteigernden Substanzen.

Die 2:1-Entscheidung eines Schiedsgerichtes im texanischen Dallas wegen Meineids trifft den gefallenen Helden hart. Ein Autor der angesehenen Zeitung "USA Today" schrieb sogar, es sei die höchste Strafe dieser Art gegen eine Einzelperson in der juristischen Geschichte der USA. Und es könnte nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Weitere Klage ist anhängig

Noch immer ist eine weitere Klage anhängig, und zwar die größte. Die US-Bundesregierung möchte gegen Armstrong etwa 100 Millionen Dollar erstreiten. Das durch die staatliche Post zwischen 1999 und 2004 gesponserte US-Postal-Team und damit in erster Linie auch Anteilseigner Armstrong soll sich der arglistigen Täuschung schuldig gemacht haben. So lautet der Vorwurf.

Lance Armstrong - Der Absturz des Tourminators
Er verzückte Millionen. Und steht am Ende doch als Persona non grata da. Lance Armstrong hat eine bewegte Karriere hinter sich. SPOX blickt auf einen in jeder Hinsicht "einmaligen" Sportler zurück
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Er verzückte Millionen. Und steht am Ende doch als Persona non grata da. Lance Armstrong hat eine bewegte Karriere hinter sich. SPOX blickt auf einen in jeder Hinsicht "einmaligen" Sportler zurück
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Der 17-jährige Lance beginnt, regelmäßig an Triathlons teilzunehmen
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Er ist ein Vorzeigeathlet
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Doch schnell wird klar, dass seine Stärke das Radfahren ist. Mit 22 Jahren gewinnt er als jüngster Radprofi die Straßen-WM in Oslo
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Doch schnell wird klar, dass seine Stärke das Radfahren ist. Mit 22 Jahren gewinnt er als jüngster Radprofi die Straßen-WM in Oslo
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1995 fährt er zum ersten Mal die Tour de France zu Ende
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Nur ein Jahr später wird bei Armstrong Krebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert - er entscheidet sich gegen eine herkömmliche Chemotherapie
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Nur ein Jahr später wird bei Armstrong Krebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert - er entscheidet sich gegen eine herkömmliche Chemotherapie
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Er trainiert härter als je zuvor - der Sport soll ihm helfen, die Krankheit zu besiegen
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Vom Krebs geheilt, startet Armstrong 1999 bei der Tour de France, gewinnt vier Etappen
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Vom Krebs geheilt, startet Armstrong 1999 bei der Tour de France, gewinnt vier Etappen
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Das "Comeback des Jahrhunderts" ist perfekt. Er gewinnt die Tour zum ersten Mal, das US Postal Team feiert ihn
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Zweiter wird Alex Zülle (l.) vor Fernando Escartin auf dem dritten Platz
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Tour de France 2000: Armstrong fährt schon wieder im Gelben Trikot
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Unvergessen bleiben dabei die Duelle mit dem mittlerweile verstorbenen Marco Pantani
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Armstrong gewinnt die Tour, Ullrich wird Zweiter, Zabel gewinnt die Sprint-Wertung. Doch das war erst der zweite Streich...
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...und der Dritte folgt sogleich. Für Jan Ullrich bleibt 2001 mal wieder nur der zweite Rang
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Die Tour 2002: In keinem Jahr wurde es Armstrong so leicht gemacht wie in diesem. Ullrich nahm wegen diverser Krisen gar nicht erst Teil
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Der vierte Tour-Sieg ist perfekt. Zweiter wird Joseba Beloki (l.), Dritter Raimondas Rumsas
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100 Jahre Tour de France. Die Tour startet und endet wie 1903 in Paris
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Mit Sicherheit die spannendste Tour der letzten Jahre, geprägt durch den Zweikampf zwischen Armstrong und Ullrich
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Mit Sicherheit die spannendste Tour der letzten Jahre, geprägt durch den Zweikampf zwischen Armstrong und Ullrich
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Faire Geste: Einen Sturz von Armstrong nutzt Ullrich nicht aus, sondern wartet, bis sein Kontrahent wieder zu ihm aufgeschlossen hat
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Für sein sportliches Verhalten bekommt Ullrich nicht nur den "Fair Play Preis" des deutsche Sportbundes, sondern auch noch den Bambi verliehen
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Ullrichs Sportsgeist bleibt am Ende unbelohnt. Er wird mit 1:01 Minute Rückstand zum fünften Mal Zweiter
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Armstrong hingegen stellt mit seinem fünften Tour-Triumph in Folge den Rekord von Miguel Indurain ein
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Und auch in der Liebe könnte es nicht besser laufen. Im Herbst 2003 geben er und Sängerin Sheryl Crow ihre Beziehung öffentlich bekannt
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Bei der Tour 2004 will Armstrong Geschichte schreiben und den alleinigen Rekord
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Die Anwesenheit von Freundin Sheryl und Töchterchen Grace scheinen ihn geradezu zu beflügeln
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Er düpiert die Konkurrenz, siegt als erster Mensch in der Geschichte zum sechsten Mal bei der Tour de France - und das auch noch in Folge
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Das Jahr 2005: Schon vor der Tour kündigt Armstrong seinen Rücktritt vom Radsport an. Es wird seine vermeintlich letzte Tour de France sein
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Somit ist es auch Jan Ullrichs letzte Chance, den US-Amerikaner zu schlagen
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Unerwartet kommt es aber zum erbitterten Dreikampf zwischen Ivan Basso, Jan Ullrich und Lance Armstrong
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Unerwartet kommt es aber zum erbitterten Dreikampf zwischen Ivan Basso, Jan Ullrich und Lance Armstrong
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Doch am Schluss triumphiert einmal mehr Lance Armstrong, Jan Ullrich wird nach einer vom Pech verfolgten ersten Woche in der Gesamtwertung Dritter
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Doch am Schluss triumphiert einmal mehr Lance Armstrong, Jan Ullrich wird nach einer vom Pech verfolgten ersten Woche in der Gesamtwertung Dritter
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Durch diesen Sieg verbessert er seine bereits historische Bestmarke auf sieben Siege in Folge
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Durch diesen Sieg verbessert er seine bereits historische Bestmarke auf sieben Siege in Folge
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Nach drei Jahren Pause gibt Armstrong 2009 sein Tour-Comeback beim Team Astana - und ist sofort Publikums- und Pressemagnet
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Der Prolog in Monaco lief mit Rang zehn noch ganz gut, doch als es in die Berge ging, hatte Armstrong...
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...gegen die junge Garde um Andy Schleck und Alberto Contador das Nachsehen. Dennoch reichte es für Platz drei in Paris
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...gegen die junge Garde um Andy Schleck und Alberto Contador das Nachsehen. Dennoch reichte es für Platz drei in Paris
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2010 sollte mit dem eigenen Team RadioShack der ganz große Coup folgen: sein achter Sieg bei der Tour de France
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2010 sollte mit dem eigenen Team RadioShack der ganz große Coup folgen: sein achter Sieg bei der Tour de France
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Doch daraus wurde nichts. Am Ende hieß es Rang 23 für einen chancenlos hinterherfahrenden Lance Armstrong
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Doch daraus wurde nichts. Am Ende hieß es Rang 23 für einen chancenlos hinterherfahrenden Lance Armstrong
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Doch das große Ende folgte 2012. Armstrong wollte sich nicht mehr gegen die Dopingvorwürfe wehren. Es folgte ein Abschlussbericht der US-Antidopingagentur USADA, der...
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Doch das große Ende folgte 2012. Armstrong wollte sich nicht mehr gegen die Dopingvorwürfe wehren. Es folgte ein Abschlussbericht der US-Antidopingagentur USADA, der...
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...das System Armstrong schonungslos aufdeckte. Bestechungen, Drohnachrichten, Dopingprogramme - das Kartenhaus des Tourminators brach endgültig zusammen
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...das System Armstrong schonungslos aufdeckte. Bestechungen, Drohnachrichten, Dopingprogramme - das Kartenhaus des Tourminators brach endgültig zusammen
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Am Ende bleibt ein Mann zurück, der mit Hilfe von Doping zu einer Legende wurde - aber wohl nur die Spitze des Eisbergs im verseuchten Radsport war
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Am Ende bleibt ein Mann zurück, der mit Hilfe von Doping zu einer Legende wurde - aber wohl nur die Spitze des Eisbergs im verseuchten Radsport war
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Der einstige Patron der Tour de France glaubt nicht daran, den Fall verlieren zu können. Aber er dachte ja auch, dass er um die Geldbuße im Streit mit SCA-Promotions herumkäme.

"US Postal ist kein Schaden entstanden"

"Niemand kann ernsthaft argumentieren, dass US Postal ein Schaden entstanden ist, denke ich. Sie haben mit dem Deal eine Menge Geld gemacht und bekommen, was sie ausgehandelt hatten. Ich habe mir den Arsch aufgerissen für sie - und ich bin stolz drauf", sagte er zur Sache vor einigen Monaten bei "CNN".

Das aktuelle Beispiel sorgte bei SCA naturgemäß für Erleichterung. SCA-Anwalt Jeff Tillotson nannte Armstrongs Verhalten "empörend", denn er habe auch vor dem Schiedsgericht nicht die Wahrheit gesagt.

"Wir sind sehr zufrieden", ließ sich SCA-Gründer und Präsident Bob Hamman zitieren: "Es ist schwer zu beschreiben, wie viel Schaden Lance Armstrongs Lügennetz angerichtet hat, aber das ist ein guter Anfang."

Armstrong hat bewusst gehandelt

Endgültig vorbei ist der Prozess allerdings noch nicht. Ein texanisches Gericht muss den Schiedsspruch erst noch für rechtsverbindlich erklären. Angestrengt hatte SCA das Verfahren, weil Armstrong 2005 unter Eid bestritten hatte, jemals gedopt zu haben. Das Panel in Dallas erklärte schriftlich, Armstrong habe bewusst gehandelt, um Millionen von Dollar zu bekommen, und keine Reue gezeigt.

Denn SCA hatte infolgedessen im Jahr 2006 7,5 Millionen Dollar für Armstrongs inzwischen aberkannten Siege bei der Tour de France zahlen müssen, weil sie die Lüge damals nicht nachweisen konnten.

Bis zuletzt versuchte der Texaner auf juristischem Weg, die Rückzahlung zu verhindern. Armstrong argumentierte, mit dem Unternehmen sei eben 2006 bereits Einigkeit erzielt worden. Das Gericht war anderer Meinung.

"Beispiellos", schimpfte Armstrongs Anwalt Tim Herman in der USA Today: "Kein Gericht oder Schiedsrichter hat jemals eine Sache, die freiwillig niedergelegt worden war, wieder eröffnet." Herman will das Urteil auch jetzt noch nicht hinnehmen.

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