Motorrad-WM: Erster deutscher Titel seit 18 Jahren?

Stefan Bradl tritt auf die Bremse

SID
Donnerstag, 20.10.2011 | 11:51 Uhr
Schon in Malaysia könnte Stefan Bradl in der Moto2-Klasse Weltmeister werden
© Getty
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Schon am Wochenende könnte Stefan Bradl in Malaysia als erster Deutscher seit Dirk Raudies vor 18 Jahren Motorrad-Weltmeister werden. An einen vorzeitigen Titelgewinn in der Moto2-Klasse glaubt der 21-Jährige aber nicht.

Stefan Bradl hat im feuchtwarmen Malaysia noch einmal ordentlich Luft geholt, kurz abgeschaltet und sich in aller Ruhe auf den Showdown vorbereitet.

Schon am Sonntag könnte der Zahlinger eine 18-jährige Durststrecke beenden und als erster deutscher Motorrad-Pilot seit Dirk Raudies den WM-Titel holen, doch Bradl hat den Sekt noch nicht kalt gestellt. Der 21-Jährige rechnet nicht damit, dass es mit dem vorzeitigen Titelgewinn klappt.

Bradl drei Punkte in Führung

"Jetzt am Wochenende Weltmeister zu werden - da muss ich schon sehr, sehr viel Glück haben, und Marc Marquez muss mir in die Karten spielen. Ich gehe nicht davon aus, dass das so eintreten wird", sagte der Moto2-Spitzenreiter bei "Sport1".

Bradl liegt bei zwei ausstehenden Rennen drei Punkte vor seinem Verfolger. Sollte der Spanier beim vorletzten Lauf nicht über den 14. Platz hinauskommen, könnte Bradl den Titel mit einem Sieg in Sepang perfekt machen.

Bradl ist in einer komfortablen Situation und hat es nach seiner Rückkehr an die Spitze des Klassements selbst in der Hand, Marquez kann sich die WM-Krone beim 16. Saisonlauf keinesfalls aufsetzen.

"Alles auf eine Karte setzen"

Klappt es für den Deutschen in Südostasien (noch) nicht, bietet sich beim Finale in Valencia am 6. November eine weitere Gelegenheit.

Die Entscheidung ist völlig offen, auch wenn Bradl im Moment die Nase vorn hat. "Jeder von uns beiden hat Druck. Wer am besten damit umgeht, wird wahrscheinlich am Ende Weltmeister sein", glaubt Bradl.

Taktieren kommt für den deutschen Hoffnungsträger beim nächsten Schlagabtausch nicht in Frage: "Ich werde alles auf eine Karte setzen. Was anderes bleibt mir nicht übrig."

Platz zwei nicht mehr zu nehmen

Dass ihm der zweite Platz im Gesamtklassement nicht mehr zu nehmen ist und er damit auf einer Stufe mit seinem Vater steht, lässt Bradl ziemlich kalt. "Natürlich ist es schön, schon Vizeweltmeister zu sein, aber letztlich reicht mir das einfach nicht", so Bradl: "Ich habe immer gesagt: Ich will einen Platz besser werden als mein Papa." Helmut Bradl war 1991 in der 250ccm-Klasse WM-Zweiter geworden.

Eine Welt würde für Bradl junior aber nicht zusammenbrechen, sollte am Ende doch Marquez den Titelkampf für sich entscheiden.

"Mein Privatleben ist mir schon noch wichtiger als der WM-Titel. Aber ich werde alles daran setzen, es zu schaffen", sagte Bradl.

Dirk Raudies letzter deutscher Weltmeister

Sollte Bradl in seinem siebten WM-Jahr tatsächlich der große Coup gelingen, würde der Kalex-Pilot in die Fußstapfen von Dirk Raudies treten.

1993 hatte der heute 47-Jährige mit der 125ccm-Maschine den Titel geholt. Seitdem hat sich eine Vielzahl deutscher Piloten vergeblich darum bemüht, die Weltmeisterschaft in einer der drei Klassen für sich zu entscheiden.

Bradl ist ganz dicht dran, doch geschafft hat er es noch lange nicht. Der letzte Sieg gelang Mitte Juni, seitdem stand Marquez in sechs von neun Rennen ganz oben auf dem Treppchen.

Marquez mit der besseren Serie

Lediglich beim letzten Grand Prix in Australien lag Bradl vor dem Spanier. Allerdings nur, weil Marquez als Unfallverursacher ans Ende des Feldes strafversetzt wurde.

Doch der 18-Jährige kämpfte sich im Rennen trotz seiner denkbar schlechten Ausgangsposition bis nach vorn, fünf Sekunden lag Marquez im Ziel als Dritter hinter dem zweitplatzierten Bradl.

Der Deutsche weiß, wie schnell der Konkurrent unterwegs ist, Marquez domniniert in der Moto2 seit Monaten das Geschehen. Doch Bradl will ganz bewusst nicht zu sehr in Richtung des Konkurrenten schielen.

"Ich konzentriere mich nur auf mich selber", sagt er. Der Weg ist noch weit, das ist Bradl vor dem Rennen am Sonntag bewusst: "Man bekommt nichts geschenkt im Leben. Jetzt muss ich etwas dafür tun, um Weltmeister zu werden."

Der WM-Stand in der Moto2-Klasse

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