Doping Kirdjapkin

Russischer Geher verliert Olympiagold

SID
Freitag, 25.03.2016 | 11:01 Uhr
Sergej Kirdjapkin beim Zieleinlauf in London
© getty
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Der zurzeit wegen Dopings gesperrte russische Geher Sergej Kirdjapkin wird sein 50-km-Gold von den Olympischen Spielen 2012 in London verlieren. Der internationale Sportgerichtshof CAS bestätigte einen entsprechenden Einspruch des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF.

Zudem muss Olga Kaniskina ihr London-Silber über 20 Kilometer Gehen zurückgeben. Geher Sergej Bakulin verliert sein WM-Gold von 2011 über 50 Kilometer. Der WM-Titel von 2011 für 3000-m-Hindernisläuferin Julia Saripowa wird ebenfalls annulliert, sie muss ohnehin seit Januar 2015 damit rechnen, auch das Olympiagold von London aberkannt zu bekommen.

Die IAAF erklärte, unverzüglich die Streichung der Ergebnisse und die Neuverteilung der Medaillen bei Wettbewerben in ihrer Verantwortung anzugehen. Zudem werde die IAAF das Internationale Olympische Komitee (IOC) informieren und die gleiche Vorgehensweise bei Olympischen Spielen beantragen. Die Neuvergabe auch für Olympiamedaillen ist allerdings nur noch ein formaler Akt und soll in den kommenden Wochen geschehen.

Kirdjapkin war Anfang Januar 2015 wegen auffälliger Werte in seinem biologischem Pass rückwirkend ab dem 15. Oktober 2012 für 38 Monate gesperrt worden. Allerdings hatte die russische Anti-Doping-Agentur (RUSADA) bei ihm und den anderen Athleten die Ergebnisse nicht für den gesamten Zeitraum der Auffälligkeiten annulliert. Gegen diese "selektive" Disqualifikation hatte die IAAF Einspruch eingelegt. Seinen WM-Titel von Berlin 2009 über 50 Kilometer hat Kirdjapkin bereits verloren.

Saripowa für 30 Monate gesperrt

Der Australier Jared Tallent wird nun anstelle von Kirdjapkin das Olympiagold erhalten. "Es wurde Geschichte geschrieben, ich bin Olympiasieger", sagte Tallent und sprach sich dafür aus, dass die derzeit suspendierten russischen Leichtathleten nicht an den Spielen in Rio teilnehmen dürfen: "Es gibt Diskussionen, dass ihr Bann aufgehoben wird. Es wäre unheimlich enttäuschend, wenn das passiert. Ich bin strikt gegen einen Start Russlands, und ich hoffe, dass die IAAF und das IOC stark bleiben."

Saripowa war ebenfalls im Januar 2015 für 30 Monate rückwirkend zum 25. Juli 2013 gesperrt worden. Eine Aberkennung des Olympiagoldes hatte sich damals bereits abgezeichnet, nun muss sie auch WM-Gold ablegen. Die deutschen London-Starterinnen über 3000 Meter Hindernis, Antje Möldner-Schmidt und Gesa Felicitas Krause, würden auf die Plätze sechs und sieben vorrücken. Offiziell wird Saripowa allerdings noch als Olympiasiegerin geführt.

''Kein positives Resultat für uns''

Auch Kaniskina, 2008 in Peking Olympiasiegerin, hatte ihre Silbermedaille von London zunächst behalten dürfen. In ihrem Fall annullierte der CAS ebenfalls alle Ergebnisse vom 15. August 2009 bis zum 15. Oktober 2012. Die 30-Jährige war rückwirkend zum 15. Oktober 2012 für 38 Monate gesperrt worden, sie ist allerdings inzwischen vom Leistungssport zurückgetreten.

"Wir haben diese Entscheidung erwartet. Unglücklicherweise ist es zu keinem positiven Resultat für uns gekommen", sagte Russlands Verbandschef Dimitri Schljachtin. Verbandsjurist Artjom Patsew bestätigte, dass es keine Widerspruchsmöglichkeit mehr gibt.

Insgesamt gab der CAS der IAAF bei sechs Einsprüchen bei russischen Leichtathleten recht. Darunter auch die Fälle von Peking-Olympiasieger Waleri Bortschin und Bakulin. Der 29-Jährige hatte 2011 im südkoreanischen Daegu triumphiert.

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