Donnerstag, 26.02.2015

Möglicher IAAF-Präsident vergleicht mit Boxen und Ali

Coe fürchtet Rücktritt von Bolt

Sebastian Coe, möglicher kommender Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, fürchtet in der Zeit nach dem für 2017 angekündigten Rücktritt von Weltstar Usain Bolt einen Popularitätsverlust für seine Sportart. Auch zu Russland Dopingskandalen äußerte er sich.

Sebastian Coe blickt dem eventuellen Bolt-Rücktritt 2017 kritische entgegen
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Sebastian Coe blickt dem eventuellen Bolt-Rücktritt 2017 kritische entgegen

Die Leichtathletik müsse sich dieselbe Frage stellen wie das Boxen in den 1960er und 70er Jahren, sagte Lord Coe in einem Interview mit der französischen Nachrichtenagentur AFP: "Hat man sich zu sehr auf Muhammad Ali verlassen?"

Die Antwort laute "wahrscheinlich ja", schließlich bewege sich Bolt in "derselben Kategorie" wie Ali. "Also müssen wir sicherstellen, dass wir andere herausragende Athleten nach vorne bringen, sie vermarkten und den betreffenden Verbänden die Mittel zur Verfügung zu stellen, um diese großen Talente zutage zu fördern", sagte der 1500-m-Olympiasieger von 1980 und 1984.

Der IAAF-Vize, der die Präsidentschaft im Weltverband von Lamine Diack übernehmen will und sich einen Wahlkampf mit dem ehemaligen Stabhochsprung-Weltrekordler Sergej Bubka liefert, regte deshalb "Marketing-Unterstützung" für einige "große, große Athleten" an.

Er nannte Kenias 800-m-Olympiasieger David Rudisha, Kugelstoß-Seriensiegerin Valerie Adams aus Neuseeland sowie die Hochsprung-Stars Bogdan Bondarenko (Ukraine) und Blanka Vlasic (Kroatien).

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Doping in Russland

Zudem äußerte sich Coe zum russischen Kampf gegen, den er unterstützen will. "Ich weiß, dass das Sportministerium in Russland und die russische Föderation sehr daran interessiert sind, gute Arbeitsbeziehungen aufzubauen, neue Systeme und neue Menschen zu etablieren - das sind die richtigen Antworten", sagte Coe.

"Die Leute sagen, wir müssten diese ganzen Verbände aus dem Sport ausschließen - nein, gute Präsidentschaften stellen sicher, dass wir ihnen helfen, ein Umfeld und Systeme aufzubauen, die Integrität und Vertrauen schaffen. Das ist unsere Verantwortung", sagte der 1500-m-Olympiasieger von 1980 und 1984, der derzeit IAAF-Vize ist und sich im Wahlkampf mit dem ehemaligen Stabhochsprung-Weltrekordler Sergej Bubka um das Präsidentenamt befindet.

Russland gehe derzeit durch "eine schwierige Zeit", aber dem Land müsse geholfen werden, ein "saubere Sportmaschinerie" aufzubauen.

Infolge der Dopingenthüllungen einer "ARD"-Dokumentation ermittelt die Ethik-Kommission der IAAF in zahlreichen russischen Fällen. Der russische Verbandspräsident und IAAF-Schatzmeister Walentin Balachnitschew ist mittlerweile von seinen Ämtern zurückgetreten.


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