Sonntag, 07.12.2014

Russlands Leichtathletik-Präsident verägert

"Alle Anschuldigungen falsch"

Walentin Balachnitschew, Präsident des russischen Leichtathletik-Verbandes, hat den Vorwurf eines staatlich unterstützten Doping- und Korruptionssystem in Russlands Sports zurückgewiesen.

Die Dopingvorwürfe gegen den russischen Verband werden größer
© getty
Die Dopingvorwürfe gegen den russischen Verband werden größer

"Nach unseren Untersuchungen sind alle Anschuldigungen falsch", wurde Balachnitschew in einem ARD-Beitrag am Sonntag zitiert: "Ich habe mit den Athleten gesprochen. Alle Informationen entsprechen nicht der Wahrheit."

Die speziell gegen den russischen Leichtathletik-Verband ARAD gerichteten Vorwürfe waren in der "ARD"-Reportage "Geheimsache Doping: Wie Russland seine Sieger macht" geäußert worden.

Vor allem die Kronzeugenaussagen von Julia Stepanowa, derzeit wegen Dopings gesperrte 800-m-Läuferin, und ihrem Mann Witali Stepanow, zwischen 2008 und 2011 Mitarbeiter der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA, hatten die Sportwelt erschüttert. Die ARAD erwägt eine Verleumdungsklage.

Skandal um Schobuchowa

Stabhochsprung-Legende Sergej Bubka äußerte in einem Statement am späten Sonntagabend sein Entsetzen über die Angelegenheit. "Ich nehme diese Vorwürfe sehr ernst und bin zutiefst schockiert. Wir alle müssen jetzt schnell und transparent handeln, um die Integrität unseres Sports zu schützen", sagte der Vizepräsident des IOC und NOK-Präsident der Ukraine: "Ich befürworte eine Null-Toleranz-Politik beim Thema Doping, wir müssen beständig und konsequent gegen die größte Bedrohung des Sports im 21. Jahrhundert ankämpfen."

Balachnitschew, Schatzmeister des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, war zudem vorgeworfen worden, in einen Schmiergeld-Skandal um die derzeit gesperrte russische Marathon-Läuferin Lilia Schobuchowa verwickelt zu sein.

Teil des Geldes zurückgezahlt

Diese hatte vor laufender Kamera erklärt, dass sie sich durch eine Zahlung von umgerechnet 450.000 Euro ihren Start bei den Olympischen Spielen 2012 in London erkauft hatte.

Ein Teil dieses Geldes sei ihr über eine Firma aus Singapur zurückgezahlt worden. Nach neuen "ARD"-Informationen war der Sohn des mächtigen IAAF-Präsidenten Lamine Diack (Senegal), Papa Diack, eng mit dieser Firma verbunden.


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