Darts

"Vielleicht hat Taylor Angst vor mir"

Michael van Gerwen ist der beste Darts-Spieler der Welt

SPOX: Phil Taylor hat die WM unfassbare 16 Mal gewonnen und hat die Darts-Welt über Jahre hinweg dominiert. Sind Sie der legitime Nachfolger?

Van Gerwen: Man kann diese Zeiten nicht miteinander vergleichen. Heute gibt es viel mehr Turniere und Darts wächst und wächst. Phils Karriere neigt sich dem Ende hin und er spielt nicht so viele Events wie ich. Klar, ich gewinne derzeit die meisten Turniere, aber ich glaube nicht, dass es möglich ist, die Darts-Welt so zu dominieren, wie er es getan hat. 16 WM-Titel sind eine Menge Holz, aber daran denke ich gar nicht. Ich denke nur an den nächsten.

SPOX: Beim World Matchplay hat Taylor sichtlich angefressen reagiert, als er keine Chance gegen Sie hatte. Glauben Sie, dass Taylor ein bisschen Angst vor Ihnen hat?

Van Gerwen: Fakt ist: Er hat seit Jahren keinen Major-Titel vor laufenden Kameras gewonnen und ich habe einige gewonnen. Vielleicht hat Taylor Angst vor mir, aber wenn man so viel gewonnen hat wie er, muss man sich eigentlich vor gar nichts mehr fürchten.

SPOX: Wie würden Sie Ihre Rivalität beschreiben?

Van Gerwen: Taylor und ich pflegen eine gute Rivalität. Wir respektieren uns beide gegenseitig als Darts-Spieler und ich bin davon überzeugt, dass unsere Rivalität uns dabei hilft, das Maximum aus uns beiden herauszuholen. Wenn wir auf die Bühne gehen, wollen wir uns beide gegenseitig schlagen und dafür muss man sein bestes Darts auspacken.

SPOX: Sie sagten einmal, dass Sie nicht so lange wie Phil spielen wollen. Wäre es denkbar, dass Sie wieder Fließen verlegen?

Van Gerwen: (lacht) Ich hoffe, dass ich bis dahin genug Geld verdienen werde, um dann glücklich und sorgenfrei in Rente gehen zu können.

SPOX: Der dritte große Spieler derzeit ist Gary Anderson. Der Doppel-Weltmeister zählt die Tage, die er daheim mit seiner Familie verbringt. Letztes Jahr waren es wohl nur 28. Wie anstrengend ist das Leben als Darts-Profi?

Van Gerwen: Es kann sehr ermüdend sein, aber wir haben Glück mit dem, was wir machen. Während meiner Freizeit versuche ich, mit meiner Frau Daphne so viel Urlaub wie möglich zu machen. Insgesamt haben wir uns mittlerweile eingespielt und sie ist oft bei Turnieren dabei.

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SPOX: Als Kind haben Sie Fußball gespielt und noch heute sind Sie Fan vom PSV Eindhoven. Wären Sie eigentlich gerne Fußball-Profi geworden?

Van Gerwen: Nein, nein, nein. Ich war grottenschlecht im Fußball. Da ich beim Darts spielen doch etwas besser war, hat sich diese Frage gar nicht gestellt.

SPOX: Es gibt viele niederländische Darts-Talente. Ist die Untersützung für angehende Darts-Profis dort einfach besser?

Van Gerwen: Seit ich denken kann, gab es schon immer Möglichkeiten für junge Spieler in den Niederlanden. Ich kenne die Unterschiede zu anderen Länden nicht, aber wenn man ein guter Darts-Spieler ist, bekommt man die nötige Unterstützung.

SPOX: Raymond van Barneveld hat die Entwicklung von Darts in den Niederlanden in den letzten Jahrzehnten mit fünf WM-Titeln vorangetrieben. Obwohl er im Ranking etwas abgefallen ist, haben Sie immer wieder Probleme mit ihm. Warum?

Van Gerwen: Er ist ein fantastischer Spieler und es ist jedes Mal aufs Neue eine harte Aufgabe, auf ihn zu treffen. Er hat mich in einigen großen Matches geschlagen, aber ich denke, dass ich auch ein paar Mal gegen ihn gewonnen habe.

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Seite 1: Van Gerwen über Dominanz, Emotionen und Lunch im Königshaus

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