DVV gibt sich selbstbewusst vor WM

SID
Montag, 06.01.2014 | 12:47 Uhr
Vital Heynen ist seit Februar 2012 Chefcoach des DVV
© getty
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Nach der erfolgreichen WM-Qualifikation blieb den deutschen Volleyballern keine Zeit für die große Party. Für Bundestrainer Vital Heynen war das Turnier in Ludwigsburg ohnehin nur ein Zwischenschritt.

Für die große Party danach hatten die deutschen Volleyballer schlichtweg keine Zeit. Bundestrainer Vital Heynen fuhr schon am frühen Abend aus der Tiefgarage der Ludwigsburger MHP Arena, die Nationalspieler packten im Hotel nebenan ihre Siebensachen und kehrten zu ihren Heimatklubs zurück - mehr als "ein bis zwei Bier", sagte Libero Ferdinand Tille, waren einfach nicht drin.

Verdient gewesen wäre das nach der souveränen direkten Qualifikation für die WM in Polen (3. bis 21. September) zwar allemal, die nüchterne Abreise verdeutlichte aber: Die drei Quali-Spiele am Neckar, die das Team des DVV mit einer makellosen Bilanz gewann, waren kaum mehr als eine Zwischenstation. Im Jahr nach dem sechsten Platz bei der EM wollen die Größten aller Mannschaftssportler mehr.

"YOLO" als Motivationstrick

"2013 diente dazu, einige junge Leute zu entwickeln, 2014 ist das Jahr, in dem wir gewinnen wollen", sagte Heynen, der kurz nach dem 3:0 im entscheidenden letzten Gruppenspiel gegen die Türkei die WM-Vorbereitung einläutete: "Wir wollen mehr als nur überraschen und zeigen, dass wir oben dazugehören - das war jetzt der Anfang."

Den "entscheidenden" Motivationstrick dafür bekam Heynen von seiner kleinen Tochter zu hören. Die Neunjährige, erzählte der Bundestrainer, brachte als Argument für eine WM-Reise mit dem Papa trotz Schule vor: "YOLO, was bei uns bedeutet: You only live once!", sagte Heynen: "Das habe ich auch meiner Mannschaft eingetrichtert, dass man als Spieler nicht so viele Chancen bekommt, an Weltmeisterschaften teilzunehmen."

Wie weit die Nationalspieler acht Monate vor dem Turnier tatsächlich sind, ließ sich am Wochenende allerdings nur schwer einschätzen. Die Türken und zuvor Kroatien und Estland, gegen die Deutschland ebenfalls keinen Satz abgab, taugten nur bedingt als sportlicher Gradmesser. "Das Wichtigste" für Heynen war deshalb, dass sein Team "mit dem Druck umgehen" kann. "Das war ein nächster Schritt", sagte der Belgier.

Großereignisse sind Grundvoraussetzung

Eine verpasste WM wäre für die Volleyballer in jeder Hinsicht eine Katastrophe gewesen, sowohl sportlich als auch im Ringen um die Gunst neuer Fans. An drei Tagen kamen 9373 Zuschauer in die Arena. "Bei den Großereignissen dabei zu sein, ist mittlerweile ein Grundvoraussetzung auf dem Niveau, auf dem wir spielen", sagte Zuspieler Sebastian Kühner: "Wir sind im Dunstkreis der Spitze." Die deutschen Basketballer und Handballer können davon derzeit nur träumen.

Starspieler Georg Grozer hob "das Potenzial und den Willen" des Team hervor. "Ich hätte nicht gedacht, dass das Turnier so einfach wird. Wir sind wirklich sehr, sehr froh, bei der WM dabei zu sein", sagte der Diagonalangreifer: "Es steht und fällt nicht mehr nur über mich. Wenn wir als Mannschaft so arbeiten, haben wir schon gezeigt, dass wir jeden Gegner schlagen können."

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