Volleyball: Mit Interimstrainertrio zu Olympia

SID
Dienstag, 17.01.2012 | 16:58 Uhr
Stefan Hübner (M.) hat seine Karriere erst kürzlich beendet und soll nun Bundestrainer werden
© Getty
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Deutschlands Volleyballer sollen offenbar mit dem Interimstrainertrio Stefan Hübner, Ralph Bergmann und Stewart Bernard den Sprung zu den Olympischen Spielen in London schaffen. Diese Lösung zeichnet sich nach Gesprächen mit dem Nationalteam ab.

Die endgültige Entscheidung über die genaue Verteilung der Kompetenzen soll bei einer Vorstandssitzung des Deutschen Volleyball-Verbandes am 27./28. Januar fallen. Kandidat für den Chefposten im Triumvirat ist dabei offenbar Stefan Hübner, der erst vor kurzem seinen Rücktritt als Spieler erklärt hatte.

"Es wird keine Zauberlösung mit einem Trainer-Guru geben. Die Mannschaft rät uns, in der derzeitigen Konstellation weiterzumachen, und das ist sehr deckungsgleich mit dem, wie es der DVV sieht", sagte DVV-Sportdirektor Günter Hamel der Nachrichtenagentur dapd.

Zwei Chancen für London

Das Trainer-Trio hatte das deutsche Nationalteam nach der Entmachtung von Chefcoach Raul Lozano zum Sieg bei der Olympia-Vorqualifikation in Frankreich geführt. Damit gibt es zwei Qualifikationschancen für London: beim Europa-Qualifikationsturnier vom 8. bis 13. Mai in Sofia und vom 8. bis 10. Juni in Berlin.

Ursprünglich sollte die Entscheidung über die Besetzung des Trainerpostens schon zu Jahresbeginn gefallen sein, doch der DVV holte sich ein umfassendes Feedback in der Bundesliga und vor allem bei den Nationalspielern ein.

Das Veto war mehr als eindeutig zugunsten des eigentlich nur als Notlösung verpflichteten Trios. "Sie raten wegen der kurzen Vorbereitungszeit ab, einen klassischen Cheftrainer zu verpflichten, weil es dann Abstimmungsprobleme geben könnte", sagte Hamel.

Der klassische Alleinherrscher Lozano (Spitzname Napoleon) war nach dem EM-Debakel mit Platz 15 von der Mannschaft gestürzt worden, die sich damit laut Hamel auch "gleichzeitig selbst in die Verantwortung nahm". Unter dem Trio herrschte dann ein eher kollektiver Führungsstil mit dem eigentlich nur als Athletiktrainer eingesetzten Hübner als graue Eminenz im Hintergrund. Inzwischen hat der 36-Jährige, der eigentlich als Spieler nach London wollte, nach erneuten Verletzungsproblemen seine Karriere beendet.

Hübner: "Gespannt, wie sich Dinge entwickeln"

Danach kündigte Hübner, der einst zu den weltbesten Mittelblockern zählte, seinen Einstieg ins Trainergeschäft an: "Ich habe reingeschnuppert und festgestellt, dass das für mich eine interessante Sache ist." Hübner gilt als das vielleicht größte deutsche Trainertalent.

Am interessantesten für ihn wäre natürlich der Job im Nationalteam: "Ich habe dem Verband mitgeteilt, dass ich gerne als Teil des Teams weitermachen würde, um den Prozess weiter voran zu bringen. Ich bin gespannt, wie sich die Dinge in dieser Hinsicht entwickeln werden." Vielleicht wird Hübner ja sogar neue Chef.

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