IHF-Präsident Hassan Moustafa

Und täglich trickst der Pharao

Montag, 16.01.2017 | 19:33 Uhr
Hassan Moustafa (r.) ist seit 2000 Präsident des Handball-Weltverbandes
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Der Präsident des Handball-Weltverbandes IHF, Hassan Moustafa, gehört zu den zwielichtigen Sportfunktionären dieser Welt. Oft hat sein Handeln mindestens ein Geschmäckle. Unter anderem ist er dafür verantwortlich, dass die WM in Frankreich in Deutschland nicht im TV zu sehen ist.

Mal rechnet er Dienstflüge ohne Belege ab, mal wird er für Schiedsrichter-Neuansetzungen verantwortlich gemacht, mal nimmt er seinem Generalsekretär einfach den Schlüssel ab: Hassan Moustafa.

Der Präsident des Handball-Weltverbandes IHF, der von vielen nur der Pharao genannt wird, hat sich seit seinem Amtsantritt im Jahr 2000 ein ähnlich dubioses Image wie der frühere FIFA-Boss Sepp Blatter erworben.

Hinter vorgehaltener Hand sprechen viele im Handball schlecht über den 72-Jährigen. Doch offen wird der Ägypter sehr selten angegangen. Man weiß aus den Erfahrungen seiner eisernen Regentschaft: Das bekommt einem selten gut.

Das Ende eines Kritikers

So war es 2009 beispielsweise dem Schweizer Peter Mühlematter schlecht bekommen, sich als Generalsekretär der IHF offen mit seinem Boss anzulegen. Mühlematter hatte damals aufgrund der zahlreichen Skandale Moustafa den Rücktritt ans Herz gelegt.

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Ein paar Monate später schlich der Mann aus Bern, dem auf Moustafas Anweisung schon zuvor die Schlüssel für das Büro in der Basler Verbandszentrale abgenommen worden waren, gedemütigt und abgewählt vom IHF-Kongress in Kairo davon.

Er sei ein Betrüger, habe die vielen negativen Berichte in der internationalen Presse lanciert und so dem Welthandball geschadet, rief Moustafa seinem Widersacher hinterher.

Der Schweizer hatte die Frechheit besessen, den Pharao beispielsweise dafür zu kritisieren, dass dieser zwischen 2001 und 2007 alle Dienstflüge ohne einen Beleg abrechnete und dafür angeblich über 500.000 Euro eingestrichen hatte.

Plötzlich pfeifen zwei Jordanier

Zwei der wohl schlimmsten unter den zahlreichen zwielichtigen Ereignissen, die während Moustafas Handeln stattfanden, datieren aus den Jahren 2007 und 2010.

2007 traf das hochfavorisierte Südkorea in der Olympia-Qualifikation für Peking auf den Handball-Zwerg Kuwait. Anstatt der angesetzten deutschen Schiedsrichter wurden kurzfristig zwei Jordanier dazu erhoben, die Partie zu leiten.

Kuwait gewann tatsächlich, die Pfiffe der Schiris waren aber derart absurd, dass der Internationale Sportgerichtshof wegen Manipulation ein Wiederholungsspiel ansetzte. Selbstverständlich beteuerte Moustafa, mit der Sache nichts zu tun zu haben.

Die "Handball-Familie" hält zusammen

Zwei Jahre später fiel ihm das schon schwerer, als der Spiegel einen Vertrag zwischen dem 72-Jährigen und dem früheren Handballrechte-Vermarkter Sportfive enthüllte. Moustafa kassierte demnach für seine Dienste als Lobbyist 600.000 Euro extra.

Doch der diplomierte Sportwissenschaftler, der zu DDR-Zeiten in Leipzig studiert hat, konnte sich auf seine Gefolgsleute verlassen, die sich vor allem auch aus kleinen, aber gleichberechtigten Nationen wie Barbados oder Samoa rekrutieren.

"Meiner Meinung nach sind wir eine Handball-Familie. Und wenn jemand ein Problem hat, dann müssen wir das in der Familie zusammen diskutieren", sagte Moustafa damals.

Gehaltserhöhung für Moustafa

Mit seinem dubiosen Handeln ist Moustafa nun sogar verantwortlich dafür, dass die WM in Deutschland nicht im TV, sondern nur im Livestream der DKB zu sehen ist. Ende 2013 handelte Moustafa einen bis 2017 laufenden TV-Rekorddeal aus, der schließlich mit der Tochterfirma des katarischen Senders Al Jazeera, beIN Sports, abgeschlossen wurde.

Für jeweils zwei Männer- und zwei Frauen-Weltmeisterschaften kassierte die IHF offenbar mehr als 80 Millionen Euro. "Einen Vertrag wie den aktuellen in dieser Höhe nicht zu unterschreiben, das wäre geradezu fahrlässig gewesen. Das hätte man Moustafa als Fehler vorwerfen müssen", findet DHB-Vizepräsident Bob Hanning.

Das Problem: Moustafa, der unmittelbar nach dem Deal von einem IHF-Gremium, dem er selbst angehörte, aufgrund von "exzellenter Bemühungen um den Handball" mit einer Gehaltserhöhung belohnt wurde, trat sämtliche Mitspracherechte ab.

Versäumte es der große Boss, auszuhandeln, dass in den wichtigsten Märkten Free-TV-Rechte vergeben werden müssen? Oder war es ihm aufgrund des passenden Preises schlichtweg egal?

Ein verhängnisvoller Deal

Fakt ist: Für die Sportart Handball an sich, deren oberstes Ziel es nur sein kann, für möglichst viele Menschen frei zugänglich zu sein, entpuppte sich der Deal als ein Desaster. Schon in Katar fand die Sportart längst nicht mehr die weltweite Verbreitung wie in den Jahren zuvor. Schon gar nicht in Europa, wo Handball bekanntlich die mit Abstand größte Rolle spielt.

Deutschland ist davon in besonderem Maße betroffen. Da beIN Sports die Rechte nur auf regional begrenzten Märkten anbieten möchte, scheiterten die Verhandlungen mit ARD und ZDF sowohl vor der WM in der Wüste als auch jetzt in Frankreich.

Moustafa, der für den Vertrag verantwortlich ist, versuchte sich als jemand darzustellen, dem es um den Handball gehe. Bereits im März 2016 hatte der Ägypter im Zuge der Streitigkeiten um die TV-Rechte für 2017 erklärt, einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschrieben und um Unterstützung gebeten zu haben. Merkel habe ihm geantwortet, sich nicht einmischen zu wollen.

Merkwürdige Sitzung in Belgrad

Schon die Councilsitzung der IHF am 21. Dezember 2013 in Belgrad, bei der über die TV-Rechte abgestimmt wurde, war merkwürdig verlaufen. Moustafa drängte offenbar darauf, dass eine Entscheidung über einen TV-Partner sofort fallen solle, bevor überhaupt Details offengelegt wurden.

Der Einwurf eines französischen Mitglieds, das anmerkte, dass es womöglich ganz sinnvoll wäre, zu wissen, worüber man abstimme, wurde Berichten zu Folge nicht zur Kenntnis genommen. Die Kataris erhielten mit 16:0-Stimmen den Zuschlag für die TV-Rechte.

Rückendeckung aus Deutschland

Trotz allem wird der Präsident vom DHB verteidigt. "Ich finde die Kritik an Hassan Moustafa aus deutscher Sicht nicht angebracht. Kein Funktionär hat dem deutschen Handball so geholfen wie er", sagte Hanning kürzlich in der Sport Bild.

Die Begründung lieferte der Macher der Füchse Berlin gleich mit: "Die von der IHF an Deutschland vergebenen Wildcard bei der WM der Männer 2015 und zur Frauen-WM sowie die Vergabe der Frauen-WM 2017 und Männer-WM 2019 nach Deutschland haben es uns erst ermöglicht, diesen Handballboom in Deutschland auszulösen."

Die Wildcard 2015 für Deutschland - noch so eine Aktion von Moustafa, die mindestens ein Geschmäckle hat.

Die WM 2017 im Überblick

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