Mittwoch, 16.11.2016

Christian Prokop soll der Nachfolger Dagur Sigurdssons werden

Medien: DHB will Prokop als Bundestrainer

Hungriger Shootingstar statt hoch dekorierter Meistertrainer: Christian Prokop ist der Wunschkandidat des DHB auf die Nachfolge des wohl scheidenden Bundestrainers Dagur Sigurdsson. Dankt der Isländer wie erwartet nach der WM in Frankreich ab, soll der 37 Jahre alte Coach vom Bundesliga-Überraschungsteam SC DHfK Leipzig die Bad Boys im kommenden Sommer übernehmen.

"Ja, ich habe für den Fall einer Notwendigkeit eine grundsätzliche Bereitschaft bei Christian Prokop nachgefragt", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning dem SID und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der Sport Bild. Der deutsche Handball brauche "nicht den besten und erfolgreichsten Trainer, sondern den, der am besten zu unserem Konzept passt."

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Und das ist nach Meinung des DHB Prokop. Der 37-Jährige, der in der vergangenen Spielzeit als "Trainer der Saison" ausgezeichnet wurde, besitzt in Leipzig zwar noch einen Vertrag bis 2021 ohne Ausstiegsklausel. Doch er ist nach SID-Informationen an der neuen Aufgabe sehr interessiert - und die Verhandlungen mit den DHfK-Verantwortlichen über eine vorzeitige Freigabe laufen äußerst vielversprechend.

Sollte sich das DHB-Interesse im Falle des Sigurdsson-Abgangs konkretisieren, werde man sich "mit Christian Prokop hinsetzen und fragen, was seine Wünsche sind", sagte Geschäftsführer Karsten Günther dem SID. Aber auch der Klub müsse an seine Verantwortung denken "und sich überlegen, wie man einen solchen Verlust wirtschaftlich auffangen kann", meinte Günther, der damit indirekt eine finanzielle Entschädigung ins Gespräch brachte.

Im Raum steht eine Freigabe im Sommer 2017. In den zwei Spielen zwischen WM, die Sigurdsson definitiv noch als Bundestrainer bestreiten wird, und Prokops Amtsübernahme könnte Hanning laut Sport Bild als Interimscoach einspringen.

Seit 2013 Trainer in Leipzig

Jung, zielstrebig, erfolgreich: Prokop erinnert mit seinem Auftreten und Profil stark an Sigurdsson. Auch der Isländer war bei seiner Amtsübernahme im Sommer 2014 der breiten deutschen Öffentlichkeit noch kein Begriff, genoss in der Szene als Trainer der Füchse Berlin aber längst höchste Wertschätzung. Zudem wäre Prokop ein Kandidat, der wohl bei sämtlichen Bundesliga-Klubs auf Zustimmung stoßen würde.

Prokop ist seit 2013 Trainer in Leipzig, schaffte 2015 den Aufstieg in die Bundesliga und sorgt dort mit seinem Team aktuell für Furore. Vor seinem Wechsel auf die Trainerbank spielte der gebürtige Köthener unter anderem beim HC Wuppertal und bei der GWD Minden. "Selbstverständlich wird der Trainer nicht allein die Entscheidung treffen, sondern in erster Linie die Vereinsverantwortlichen", sagte Hanning: "Für uns gilt es, auf die Leipziger Interessen Rücksicht zu nehmen."

Sollte bei der Verpflichtung Prokops noch etwas schiefgehen, kämen als Alternativen Markus Baur (TVB Stuttgart) und Gudmundur Gudmundsson (scheidender Nationaltrainer Dänemarks) infrage. Auf diese drei Namen hat der Verband seine Liste nach den Absagen von Kiels Meistercoach Alfred Gislason und dem Flensburger Erfolgsgaranten Ljubomir Vranjes, die bei DHB-Interesse von ihren Vereinen keine Freigabe erhalten würden, reduziert.

Noch besitzt Sigurdsson allerdings einen rechtskräftigen Vertrag beim DHB, der bislang noch nicht gekündigt ist. Dem 43-Jährigen liegt eine unterschriftsreife Offerte aus Japan vor. Der Vertrag des Erfolgstrainers, der die Handballer zum EM-Titel und zu Olympia-Bronze geführt hat, läuft eigentlich bis 2020, eine Option - zu ziehen bis zum 31. Dezember dieses Jahres - ermöglicht ihm allerdings den vorzeitigen Ausstieg zum 30. Juni 2017. Sigurdsson will sich bis Ende November entscheiden.

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