Michelmann fordert Umdenken bei TV-Rechten

SID
Dienstag, 29.11.2016 | 12:43 Uhr
Andreas Michelmann fordert ein Umdenken bei der TV-Rechte Vergabe
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Angesichts des drohenden TV-Blackouts bei der Handball-Weltmeisterschaft in Frankreich (11. bis 29. Januar 2017) und des Olympia-Ausscheidens der öffentlichen-rechtlichen Sender hat DHB-Präsident Andreas Michelmann ein Umdenken bei der Rechtevergabe gefordert.

"Es muss eine Umkehr stattfinden", sagte Michelmann bei einer Pressekonferenz in Hamburg: "Wir müssen im gesamten Sport Obacht geben, dass Geld bei den Entscheidungen nicht solch eine große Rolle spielt, damit nicht der gesamte Sport Schaden nimmt."

Wie bei den Olympischen Spielen 2018 bis 2024 müssen deutsche Sport-Fans höchstwahrscheinlich erneut auch bei der bevorstehenden Handball-WM auf Live-Übertragungen im Free-TV verzichten. "Wer Handball live sehen will, fährt am besten nach Rouen oder nach Paris", sagte Michelmann mit einem Anflug von Sarkasmus. Er habe "wahrscheinlich schon ein Stadium erreicht, das über die Wut hinausgeht". Verhandlungen von ARD und ZDF mit der katarischen Rechteagentur beIN Sports endeten aufgrund technischer Zwänge ergebnislos, ein Angebot von Pay-TV-Sender Sky steht weiterhin im Raum.

Michelmann erhöht Druck auf IHF

Mit Blick auf den neuen TV-Vertrag im Handball ab 2018 erhöhte Michelmann den Druck auf die Internationale Handballföderation (IHF). "Ich sehe den neuen Verhandlungen seitens der IHF mit Spannung und einer gewissen Erwartungshaltung entgegen. Wir haben in Deutschland die meisten Handballer und die meisten TV-Zuschauer. Da erwarte ich, dass der Verband das berücksichtigt und nicht von Kollateralschäden spricht", sagte Michelmann.

Bereits die WM 2015 in Doha/Katar hatten ARD und ZDF nicht übertragen. Nach Abbruch der Verhandlungen mit beIN Sports war Sky kurzfristig eingesprungen. Wie damals erlaubt beIN Sports auch bei der anstehenden WM keine Übertragung auf unverschlüsselten Satellitensendern. Konkret geht es darum, dass das Signal nicht im Ausland empfangen werden darf. Dies umzusetzen, ist technisch äußerst kompliziert.

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