Deutschland - Spanien 24:17

DHB-Bubis sind Europameister!

Sonntag, 31.01.2016 | 19:08 Uhr
Hendrik Pekeler und Fnn Lemke bildeten bei der EM einen starken Mittelblock
© getty
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Der Traum ist wahr geworden! Deutschland hat bei der EM in Polen im Finale Spanien gedemütigt und mit einem 24:17 (10:6) aus der Halle geschickt. Entscheidend für das zumindest kleine Wunder von Krakau war eine heldenhafte Abwehrleistung und der herausragende Keeper Andreas Wolff.

Durch den zweiten EM-Titel nach 2004 ist das DHB-Team außerdem für die Olympischen Spiele im Sommer in Rio qualifiziert.

Bester deutscher Werfer war Nachrücker Kai Häfner mit sieben Toren. Zudem trafen Rune Dahmke (4), Tobias Reichmann, Steffen Fäth (beide 3), Hendrik Pekeler (2), Johannes Sellin, Martin Strobel, Erik Schmidt, Julius Kühn und Jannik Kohlbacher (alle 1).

DHB vs. Spanien im BOXSCORE

Bei den Spaniern erwies sich Raul Entrerrios (5) vor Victor Tomas (4) und Alex Dujshebaev (3) noch am treffsichersten.

Die Reaktionen:

Dagur Sigurdsson: "Das ist ein überragendes Gefühl. Das war eine großartige Leistung der gesamten Mannschaft. Wir haben ein tolles Team. Das müssen wir jetzt einfach genießen. Das alles war kein Zufall, wir haben schon über anderthalb Jahre tolle Fortschritte gemacht."

Alle Reaktionen zum DHB-Triumph: "Ziehe alle Hüte"

Andreas Wolff: "Eine grandiose Leistung. Wir haben eine tolle Abwehr gespielt."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Spiel: Sigurdsson vertraut auch im Finale seiner zuletzt üblichen Startformation. Wolff beginnt im Tor, Linksaußen Dahmke. Den Rückraum bilden Fäth halblinks, Strobel in der Mitte und Wiede halbrechts. Rechtsaußen agiert Reichmann, am Kreis Pekeler.

8.: Was für ein überragender Auftakt des DHB-Teams - und vor allem von Häfner. Der macht nach einem Tempogegenstoß bereits seinen dritten Treffer - 4:1 für Deutschland. Die Abwehr steht bisher überragend, auch Wolff ist voll da. Weiter so, Männer!

17.: Was der deutsche Mittelblock mit Lemke und Pekeler bisher leistet, ist einfach der pure Wahnsinn. Kommt doch mal ein Spanier zum Abschluss, ist in aller Regel der bärenstarke Wolff zur Stelle. Jetzt kommt Dujshebaev aber doch mal durch und verkürzt aus halbrechter Position auf 3:7.

27.: Was für eine Abwehrschlacht in Krakau! Auch die Spanier werden nun immer aggressiver in der Deckung. Wolff und Sterbik erledigen den Rest, es fallen kaum noch Tore. 8:5 führt die deutsche Truppe, Sigurdsson nimmt eine Auszeit.

30.: YES! YES! YES! Kühn steigt sieben Sekunden vor dem Ende der ersten Hälfte im Rückraum hoch und wirft. Der Ball wird unhaltbar für Sterbik abgefälscht. 10:6 für Deutschland zur Halbzeit. Sechs!!! Gegentore. Unglaublich.

33.: Jetzt macht er es auch noch vorne, dieser Abwehr-Kanten Pekeler. Die DHB-Abwehr steht wieder gut, Spanien verliert den Ball. Tempogegenstoß, Pass zu Pekeler und drin das Ding. 12:6 für Deutschland! So langsam dürfen wir aber mal richtig träumen.

42.: Das DHB-Team lässt den Ball geduldig laufen. Schließlich steigt Häfner im Rückraum hoch und knallt Sterbik den Ball um die Ohren. 15:9.

49.: Freunde, so langsam solltet ihr darüber nachdenken, ob ihr genügend Kaltgetränke parat habt. Häfner packt die nächste Fackel aus dem Rückraum aus und es schlägt ein. 18:11 führt das Sigurdsson-Team!

56.: Das Ding ist durch, auch wenn Spanien jetzt schon an der Mittellinie angreift, Ugalde wenig später von außen einspringt und ein Tor erzielt. Trotzdem: Das DHB-Team führt 22:15!!! Das ist so unglaublich.

60.: Aus! Schluss! Vorbei! Deutschland ist Europameister!!!!! "Oh, wie ist das schön...", hallt es durch die Arena. Das ganze deutsche Team stürmt auf das Feld und lässt den Emotionen freien Lauf. Ihr seid die Größten, Jungs!

Der Star des Spiels: Der deutsche Mittelblock stellvertretend für die gesamte deutsche Abwehrleistung und Keeper Wolff. Was Finn Lemke, Hendrik Pekeler und Erik Schmidt leisteten, war einfach nur sensationell. Ließen in der ersten Halbzeit nur zehn Würfe auf den deutschen Kasten zu, brachten mit ihrer Aggressivität die Spanier völlig aus dem Konzept und zwangen sie zu etlichen leichten Fehlern.

Der Flop des Spiels: Julen Aguinagalde. Er ist ein Kreis-Monster - eigentlich. Diesmal war er allerdings gegen die deutsche Deckung völlig überfordert. Null Tore und nur zwei Würfe sprechen Bände. Natürlich spielten mehrere Spanier wie beispielsweise auch Joan Canellas (1 von 4) desolat.

Das fiel auf:

  • Erst in der siebten Minute kamen die Spanier zu ihrem ersten Treffer - per Siebenmeter. Es dauerte gar bis zur 12. Minute, ehe das erste Feldtor zu Buche stand.
  • Deutschland stellte einen Gegentor-Rekord auf. Noch nie in der 22-jährigen EM-Geschichte (seit 1994) ließ ein Team im Endspiel so wenig Tore zu wie die DHB-Auswahl (zuvor 19). Besonders das Rückzugsverhalten war sensationell.
  • Allstar Wolff spielte überragend und wehrte 48 Prozent aller Würfe auf seinen Kasten ab - 16 von 33.
  • Dujshebaev kam früh für Maqueda, weil das spanische Angriffsspiel zu statisch war. Der konnte allerdings auch nur bedingt etwas ausrichten.
  • Wiede musste nach zwei Minuten angeschlagen raus. Er kam zwar wenig später wieder, fand aber nicht zu seinem Spiel (0 von 4).
  • Mr. Zuverlässig Reichmann vergab bis zum Finale nur einen Siebenmeter. Gegen Sterbik ließ er zwei liegen, aber seien wir ehrlich: Wen interessiert das jetzt noch?

Alles zur EM 2016

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