Nachwuchs macht Hanning Hoffnung

SID
Donnerstag, 31.07.2014 | 13:52 Uhr
Ermutigend: Bob Hanning zeigt sich vom deutschen Nachwuchs beeindruckt
© getty

Fünf Spiele, fünf Siege - die deutschen Junioren eilen bei der Europameisterschaft in Österreich von Erfolg zu Erfolg. Während die A-Nationalmannschaft zuletzt von einer Verlegenheit in die nächste stolperte, reift im DHB-Nachwuchs eine hoffnungsvolle Generation heran.

Verbandsvize Bob Hanning sieht im Team von Trainer Markus Bauer einige potenzielle Spieler für das Projekt "Olympiagold 2020" - und fordert nicht weniger als den EM-Titel.

"Wir holen den Titel, ganz klar", sagte Hanning dem "SID" vor dem Halbfinale am Freitag gegen Titelverteidiger Spanien: "Das muss unser Anspruch sein, und das können wir von der Mannschaft auch erwarten. Ich will diesen Titel, damit die Spieler lernen zu gewinnen. Von solchen Erfahrungen werden sie in den kommenden Jahren zehren."

Ein Erfolg wäre der dritte EM-Titel einer deutschen U20-Auswahl nach 2004 und 2006.

Drux, Wiede und Co. verheißungsvoll

Bob Hanning ist so etwas wie der Edelfan des Junioren-Teams. Täglich pendelt er mit dem Flieger zwischen Berlin und Wien, um bei den Spielen live vor Ort zu sein.

Nach dem Halbfinal-Einzug durch ein 28:25 gegen Slowenien war er geradezu verzückt. "Das Team gibt ein sehr gutes Bild ab, ist voll fokussiert und konzentriert und sowohl in der Breite als auch in der Spitze von allen EM-Teilnehmern am besten aufgestellt", sagte der 46-Jährige.

In der vom Trainer-Doppel Markus Baur und Axel Kromer betreuten Mannschaft stehen mit den beiden Shootingstars Paul Drux und Fabian Wiede (Füchse Berlin), Simon Ernst (VfL Gummersbach), Tim Suton (Rhein-Neckar Löwen) oder Yves Kunkel (GWD Minden) zahlreiche Akteure, denen eine große Karriere winkt.

"Ich erwarte von einigen Spielern dieser Mannschaft, dass sie spätestens 2019/2020 echte Leistungsträger sind", sagte Hanning.

"Maximale Talentförderung" auf der Agenda

Der aktuelle Siegeszug darf auch als erster Erfolg des neuen DHB-Präsidiums um Verbandschef Bernhard Bauer und Hanning gewertet werden, die auf dem Weg zur Heim-WM 2019 und den Olympischen Spielen 2020 in Rio verstärkt auf die Jugend setzen.

"Die Bundesliga darf dabei aber nicht vergessen werden", sagte Hanning. Die neue Spieler-Generation sei auch "ein Produkt der Arbeit in den Leistungszentren und ein Erfolg der Bundesligisten, die ihren jungen Leuten Einsatzzeiten geben".

In der kommenden Saison gehe es darum, so Hanning, "diese Talente in der Liga weiter maximal zu fördern".

Baur setzt auf stabile Defensive

Vor dem Halbfinale gegen Spanien strotzt das deutsche Team vor Selbstvertrauen. "Wir haben EM-Gold und WM-Bronze gewonnen, das zeigt eindeutig, dass dieser Jahrgang weltweit zu den absoluten Topteams zählt", sagte DHB-Trainer Markus Baur.

Der Weltmeister von 2007 setzt im Duell mit Spanien vor allem auf eine stabile Defensive: "Kassieren wir weniger als 23, 24 Gegentore, haben wir beste Chancen aufs Finale."

Schon bei der U19-WM im vergangenen Jahr in Ungarn standen sich beide Mannschaften gegenüber - im Spiel um die Bronzemedaille siegte die Auswahl des Deutschen Handballbundes seinerzeit mit 29:23.

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