Nach EM-Fehlstart gegen Tschechien

Kleine Augen nach großer Enttäuschung

SID
Montag, 16.01.2012 | 14:37 Uhr
Die deutsche Nationalmannschaft unterlag Tschechien zum Auftakt der EM mit 24:27 (9:14)
© Getty
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Die Nacht war kurz und unruhig. Mit kleinen Augen schlichen die deutschen Handballer nach der großen Enttäuschung durch das Mannschaftshotel Tami Residence in Nis.

Nach dem 24:27 (9:14) im Auftaktspiel am Sonntagabend gegen Tschechien könnte die Handball-EM in Serbien für die Nationalmannschaft schon am Dienstag so gut wie beendet sein. Eine weitere Niederlage gegen Mazedonien, danach ein Sieg der Schweden gegen Tschechien, und die Deutschen müssten schon vor dem Abschluss der Vorrunde alle Hoffnungen begraben: Auf den Einzug in die Hauptrunde, vor allem aber auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen in London.

"Gegen Mazedonien wird es ein Hopp-oder-Top-Spiel. Wir müssen jetzt versuchen, den Spaß und die Begeisterung zurückzuholen", sagte Bundestrainer Martin Heuberger am Montagmorgen. Stundenlang hatte der Coach zuvor den vor allem in der ersten Hälfte desaströsen Auftritt seines Teams analysiert.

Abwärtstrend droht sich fortzusetzen

Nun soll alles besser werden. "Wir werden erhobenen Hauptes gegen Mazedonien antreten und das Spiel gewinnen", verspricht Heuberger. Von derart selbstbewusstem Auftreten war gegen die Tschechen, die ebenfalls noch auf die Olympia-Teilnahme hoffen und nun deutlich im Vorteil sind, nichts zu spüren. Fehlpässe, Fehlwürfe, eine einzige Fehlleistung.

Nach dem zehnten Platz bei der EM 2010 und dem elften Platz bei der WM 2011 droht sich der Abwärtstrend des deutschen Handballs in unverminderter Geschwindigkeit fortzusetzen. Dieses Mal mit verheerenden Folgen.

Sollte in Serbien keines der beiden verbliebenen Tickets für die olympischen Qualifikations-Turniere im kommenden April gelöst werden, fänden die Sommerspiele erstmals ohne deutsche Mannschaft statt. Es wäre ein Tiefschlag für die ganze Sportart.

"Traum von Olympia noch nicht ausgeträumt"

"Der Traum von Olympia ist noch nicht ausgeträumt. Erst wenn die letzte Chance vergeben ist, ist es vorbei", sagte Heuberger, dessen Bilanz als Bundestrainer nun fünf Niederlagen und nur einen Sieg aufweist. Jetzt ist der Nachfolger von Heiner Brand gefordert.

Als Psychologe, als Motivator, als Taktiker. Das Spiel gegen Mazedonien wird für die Mannschaft zum Charaktertest, für Heuberger zur Feuerprobe. "Wir müssen uns jetzt endlich zusammenreißen", forderte Abwehrchef Oliver Roggisch. Kämpfer sind gefragt. Zumal es gegen Mazedonien wohl weniger auf spielerische Brillanz ankommen wird. Es wird ein Duell auf Biegen und Brechen - vor einer heißblütigen Menge.

Schon bei ihrem 26:26 (13:14) zum Auftakt gegen den ersatzgeschwächten WM-Vierten Schweden wurde der Außenseiter von seinen mitgereisten Fans lautstark nach vorn gepeitscht. 4.000 Plätze hat die Halle im Spielort Nis, auf mehr als 3.500 saßen am Sonntag Mazedonier. Oder besser: Sie standen, hüpften, sprangen.

Presse verhöhnt Deutsche

"Wir müssen versuchen, die Halle mit unserer Leistung ruhig zu bekommen. Es ist eine Kopfsache, dass man damit klarkommt. Ich hoffe, dass wir das hinkriegen", sagte Pascal Hens, dem die eigenen Nerven gegen Tschechien versagten.

Nach ganz schwachem Start ließ Heuberger seinen Kapitän insgesamt nur gut 20 Minuten auf dem Feld. "Wir müssen jetzt nach vorn schauen", sagte Hens am Montag.

Der deutsche Handball soll weiterleben. Die tschechischen Presse hat ihn schon abgeschrieben. "Tschechien hat die Deutschen vernichtet", hieß in der Zeitung "Sport".

Handball-EM: Alle Ergebnisse

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