Fehlstart für desolate DHB-Auswahl

Von Florian Regelmann / Sebastian Schramm
Sonntag, 15.01.2012 | 18:48 Uhr
Das DHB-Team ist mit einer Niederlage gegen Tschechien in die EM gestartet
© Getty
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Die EM in Serbien hätte für die deutsche Handball-Nationalmannschaft nicht schlechter beginnen können. Das DHB-Team verlor in Nis gegen Tschechien mit 24:27 (9:14). Nach einer vor allem in der ersten Halbzeit desaströsen Vorstellung kann sich Deutschland den Olympia-Traum im Prinzip jetzt schon abschminken.

Lars Kaufmann (5 Tore) und Michael Haaß (4) waren die besten Werfer im deutschen Team, bei den Tschechen traf Superstar Filip Jicha (7) am besten. Am Dienstag trifft die DHB-Auswahl im zweiten Gruppenspiel auf Außenseiter Mazedonien (18 Uhr im LIVE-TICKER).

Auch das wird keine einfache Aufgabe, denn die vielen mitgereisten Fans der Mazedonier werden die Halle in einen Hexenkessel verwandeln. Und wie gefährlich die Mazedonier um Topstar Kiril Lazarov sind, bewiesen sie mit einem 26:26 in ihrem ersten Spiel gegen Schweden.

Unter Martin Heuberger hat das Team jetzt 5 von 6 Spielen verloren. Da Tschechien ein direkter Konkurrent um einen von zwei Plätzen für ein Olympia-Quali-Turnier ist, wird es für das DHB-Team jetzt richtig schwer, noch nach London zu kommen.

Die Reaktionen:

Martin Heuberger (Bundestrainer): "Unser Problem war, dass wir zu viele Chancen haben liegen lassen. Die Chancenverwertung hat uns das Genick gebrochen. Das zehrt am Selbstvertrauen. Trotzdem haben wir uns zurückgekämpft. Es ist noch nichts verloren, obwohl die Niederlage sehr bitter war. Wir werden das in aller Ruhe analysieren. Und am Dienstag werden wir gegen Mazedonien eine Mannschaft sehen, die alles gibt und versucht, bei dieser EM den ersten Sieg zu landen."

Heiner Brand (DHB-Manager): "Die schwache Anfangsphase war entscheidend. Danach habe ich zwar im Angriff viele gute taktische Lösungen gesehen, aber die eklatanten Schwächen im Abschluss machten alles zunichte und ließ unsere Mannschaft nicht für den Sieg infrage kommen."

Pascal Hens (DHB-Kapitän): "Das war nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. Wir haben die richtigen Sachen gespielt, aber die Bälle leider nicht reingemacht und sind so immer in Gegenstöße gelaufen. Hier ist noch nicht alles vorbei. Wir werden wir darüber sprechen, was schlecht war - und dann werden wir wieder nach vorne schauen und gegen Mazedonien müssen wir einfach besser spielen."

Dominik Klein (DHB-Linksaußen): "Die Niederlage ist ein Schock für uns. Wir hatten genug Chancen, um einen oder zwei Punkte mitzunehmen, aber wir sind mit der Deckung der Tschechen nicht klargekommen."

Lars Kaufmann (DHB-Rückraumspieler): "Wir alles sind sehr enttäuscht, weil wir viele freie Bälle vergeben haben und es deshalb verpasst haben, das Spiel zu drehen."

Filip Jicha (Tschechien): "Es ist ein perfekter Start für uns. Ein Schlüssel war unsere offensive Abwehr. Und als es in der zweiten Halbzeit eng wurde, haben wir als Team stark zurückgefightet und unsere Führung nie abgegeben. Es war ein hartes Spiel, ich kann meine Beine gar nicht mehr fühlen."

Der SPOX-Spielfilm

Vor dem Spiel: Nachdem Heuberger völlig überraschend Strobel vorerst gestrichen hat, geht das DHB-Team mit nur einem etatmäßigen Mittelmann in die EM. Haaß beginnt im Rückraum wie erwartet mit Kapitän Hens und Glandorf. Klein und Groetzki starten auf den Außenpositionen, dazu Theuerkauf im Angriff am Kreis. Im Tor steht Heinevetter. Roggisch bildet mit Haaß den Mittelblock.

11.: Die Tschechen spielen Katz- und Maus mit uns! Wieder versemmelt Hens freistehend, Gegenstoß über die Außen, Filip trifft und schon steht es 3:8. Heuberger nimmt die Auszeit.

25.: Kaufmann im Fallen - schöner Lupfer! Geht doch! 6:11.

27.: Deutschland bekommt den Göppinger Horak nicht in den Griff. Schon sein drittes Tor innerhalb von nur sechs Minuten. 7:13.

30.: Glandorf bricht endlich mal durch und klatscht das Ding rein. 9:14 zur Pause.

37.: Knaller! Unser Block packt endlich mal zu - Klein vorne ohne Nerven. Nur noch 16:17.

44.: Roggisch läuft die zweite Welle mit und trifft! Ein seltenes Tor des Abwehrchefs. 19:20.

53.: Langsam wird's düster. Jichas Wurf schlägt ein. Christophersens Wurf geht dagegen nur ans Gebälk. Tschechien nach einem 5:1-Lauf wieder 25:20 vorne.

59.: Heinevetter hält! Aber Kaufmann versemmelt das Ding vorne. Dann trifft auch noch Stehlik. Das war's. 23:26.

Deutschland - Tschechien: Das komplette Spiel im Re-Live

Der Star des Spiels: Filip Jicha. Der Welthandballer erlaubte sich in der ersten Halbzeit erstaunlich viele Fehlwürfe, aber wer Jicha kennt, der wusste, dass er in der entscheidenden Phase die Dinger schon machen würde. Als das deutsche Team in der zweiten Halbzeit dabei war, das Spiel komplett zu drehen, riss Jicha das Spiel mit echten Hammern an sich. Dank dreier Jicha-Tore setzten sich die Tschechen wieder ab und brachten den Sieg letztlich souverän nach Hause. Was würde Deutschland dafür geben, einen Spieler zu haben, der nur ansatzweise das Format eines Jicha hat. Auch stark: Stochl. Klarer Sieger im Füchse-Keeper-Duell gegen Heinevetter.

Der Flop des Spiels: Pascal Hens. Der Captain sollte bei dieser EM eigentlich vorangehen, aber Hens erlebte zum Auftakt ein Spiel zum Vergessen. Der Hamburger kam von Beginn an nicht in die Partie und verwarf alle seine drei Wurfversuche. Dazu kamen teilweise katastrophale Abspielfehler. Dass Hens in der Abwehr keine Hilfe ist, ist ohnehin seit jeher bekannt. Heuberger ersetzte Hens schon in der ersten Halbzeit durch Lars Kaufmann. In der Folge sah Hens das Spiel fast komplett von der Bank. Klar ist aber auch, dass Hens als Kapitän nur ein sinnbildlicher Flop für eine Mannschaft ist, die insgesamt über weite Strecken desolat aufgetreten ist.

Analyse: Das DHB-Team begann nicht völlig überraschend mit einer 5-1-Abwehr, in der ein vorgezogener Dominik Klein Tschechen-Star Filip Jicha so gut es geht aus dem Spiel nehmen sollte. Die Taktik ging aber überhaupt nicht auf. Durch die Konzentration auf Jicha boten sich dessen Mitspielern große Räume.

Vor allem Spielmacher Tomas Sklenak wusste diese Lücken immer wieder geschickt auszunutzen. Die Abwehr mit einem dazu noch indisponierten Silvio Heinevetter im Tor war schlecht, der deutsche Angriff war sogar noch katastrophaler. Man ließ beste Chancen unkonzentriert liegen, oder scheiterte am starken Petr Stochl. Immer wieder wurde der Gegner zu Tempogegenstößen und leichten Toren eingeladen, selbst kam man dagegen gar nicht ins Laufen.

Nach elf Minuten lag die DHB-Auswahl bereits mit sechs Toren hinten (3:9), in den ersten knapp 20 Minuten brachte man gegen die offensive Deckung der Tschechen gerade mal zwei mickrige Tore aus dem Feld zustande.

Uwe Gensheimer, sonst eine Bank, vergab zu allem Überfluss auch noch zwei Siebenmeter. Dem deutschen Spiel fehlte einfach alles. Keine Entschlossenheit, keine Körpersprache, unglaubliche Ungenauigkeiten - die ersten 30 Minuten waren absolut erschreckend.

Jicha machte sogar kein besonders gutes Spiel und leistete sich viele Fehlwürfe, aber die Tschechen waren zur Pause dennoch mit 5 weg (14:9). Heuberger muss sich auch Fragen gefallen lassen. Warum brachte er nicht Carsten Lichtlein? Warum schmorte Gensheimer bis zehn Minuten vor Schluss auf der Bank? Unerklärlich.

In der zweiten Halbzeit steigerte sich das deutsche Team zwar, kam zurück in die Partie (19:20) und hatte mehrfach die Chance zum Ausgleich, nutze sie aber nicht. Selbst in Überzahl nicht. In der entscheidenden Phase fehlte schlichtweg dann doch wieder die Qualität im Angriff - und für die Tschechen übernahm in der Crunchtime Jicha das Kommando und führte sein Team zu einem 4:0-Lauf (24:19). Genau so wie man es vom Welthandballer erwartet.

Trotz Jicha muss man klar festhalten, dass Tschechien keine Top-Mannschaft hat. Spielmacher Sklenak spielt beispielsweise in Eisenach, Rechtsaußen Jan Filip ist inzwischen Spielertrainer in St. Gallen. Und dennoch waren die Tschechen über 60 Minuten gesehen klar besser.

Eine ganz ordentliche Viertelstunde reicht eben nicht. Auch gegen Tschechien nicht. Nach dieser desolaten Vorstellung braucht man keine Gedanken mehr an die Olympia-Quali verschwenden. Man hat nicht viel erwartet, aber dass es so schlimm losgeht, ist dann doch schockierend.

Handball-EM: Alle Ergebnisse

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