Dienstag, 20.03.2012

Chaos im brasilianischen Verband

Teixeira verlässt FIFA, Valcke persona non grata

Das Ende der Dynastie, die den brasilianischen Fußball über Jahrzehnte beherrschte und auch die FIFA stark beeinflusste, neigt sich dem Ende entgegen. Die schlechten Nachrichten für die Familien Havelange und Teixeira nehmen kein Ende.

Ricardo Teixeira (l.), tritt ab, Jerome Valcke ist in Brasilien nicht mehr erwünscht
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Ricardo Teixeira (l.), tritt ab, Jerome Valcke ist in Brasilien nicht mehr erwünscht

Ricardo Teixeira, ehemaliger Präsident des brasilianischen Fußball-Verbandes und des Organisationskomitees für die Weltmeisterschaft 2014, der in den vergangenen Woche von diesen Ämtern zurückgetreten war, erklärte am Montag auch noch seinen Rückzug aus dem Exekutivkomitee der FIFA. Teixeira führte "persönliche Gründe" für diesen Schritt an.

Am Vorabend war sein Mentor und Schwiegervater Joao Havelange mit einer schweren Infektion in Rio de Janeiro ins Krankenhaus eingeliefert. Der leitende Arzt bezeichnete am Montag den Gesundheitszustand des 95 Jahre alten ehemaligen Fifa-Präsidenten als "ernst".

Druck auf Teixeiras Tochter wächst

Neben den beiden Funktionären, die über Jahrzehnte die Geschicke des brasilianischen Fußballs beherrscht hatten, geriet am Montag auch die Tochter Ricardo Teixeiras in den Blickpunkt. Joana Havelange, im Marketingbereich des Organisationskomitees für die WM 2014 tätig, soll nach dem Willen vieler Parlamentsabgeordneter diese Tätigkeit aufgeben. Abgeordnete, die Ricardo Teixeira früher unterstützten, haben sich bereits von ihrer ehemaligen Leitfigur distanziert.

Diese Männer bestimmen über die Regeln
Es war einmal im Jahre 1886: Das International Football Association Board (IFAB) wird gegründet. Seine Aufgabe: Die Änderung bzw. Beschließung von Fußballregeln
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Es war einmal im Jahre 1886: Das International Football Association Board (IFAB) wird gegründet. Seine Aufgabe: Die Änderung bzw. Beschließung von Fußballregeln
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Neben vier FIFA-Mitgliedern sind je ein Vertreter der Verbände aus England, Schottland, Wales und Nordirland bei den Treffen dabei. Wie David Bernstein (l.) als FA-Vorsitzender
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Stewart Regan (l.) hat seit dem 28. Juli 2010 das Sagen im schottischen Fußball. Nicht schlecht für jemanden, der einst in der Brauereiwirtschaft tätig war
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Keep smilin': Jim Shaw (r.), seit November 2010 der starke Mann im nordirischen Fußball. Von den vier britischen Verbänden fehlt ein Foto des Waliser Verbandschefs Philip Pritchard
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Sepp Blatter darf als FIFA-Präsident natürlich nicht fehlen und hat beim International Football Association Board ebenfalls Stimmrecht
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In Sachen Amtszeit schlägt Angel Maria Villar (l.) sogar Blatter: Seit 1988 ist er spanischer Verbandspräsident. Zudem ist er der Vorsitzende der FIFA-Schiedsrichter-Kommission
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Ebenfalls mit dabei: FIFA-Generelsekretär Jerome Valcke. Ein weiteres Exekutiv-Mitglied besitzt das vierte FIFA-Votum
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Nach fast fünf Jahrzehnten, in denen die Familien Havelange-Teixeira auch den Weltfußball mit teilweise umstrittenen Methoden prägten, scheint eine Ära zu Ende zu gehen. Die Kritik an Teixeira war immer lauter geworden.

Beckenbauer soll Valcke nachfolgen

Derweil geht der Streit um den FIFA-Ansprechpartner der brasilianischen Regierung im Rahmen der WM-Ausrichtung weiter. Die Regierung hatte bekräftigt, dass sie FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke nicht mehr akzeptiere. Dagegen hatte die FIFA zuvor deutlich erklärt, an Valcke festzuhalten.

Andere Namen für eine Valcke-Nachfolge wurden bereits genannt: Die in internationalen Fußball-Kreisen gut informierte Online-Plattform "worldfootballinside.com" bezeichnete Franz Beckenbauer als einen ernsthaften Kandidaten, während in Brasilien immer häufiger der Name Pelé ins Spiel gebracht wird.

Beckenbauer eigne sich als Leiter der FIFA-Taskforce und mit seiner Erfahrung in der Organisation der WM 2006 sehr gut für die Tätigkeit, zwischen FIFA und der brasilianischen Regierung zu vermitteln.

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Das Ende der Dynastie, die den brasilianischen Fußball über Jahrzehnte beherrschte und auch die FIFA stark beeinflusste, neigt sich dem Ende entgegen.

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