Fussball

Brief bringt Blatter in Bedrängnis

SID
FIFA-Präsident Sepp Blatter steht erneut unter Druck
© Getty

FIFA-Präsident Joseph Blatter gerät erneut wegen Korruptionsverdacht und Vorteilsnahme unter Druck. Der schottische Journalist Andrew Jennings veröffentlichte am Montag auf seiner Homepage einen handgeschriebenen Brief von FIFA-Generalsekräter Jerome Valcke an den ehemaligen Vize-Präsidenten Jack Warner, der belegen soll, dass Blatter TV-Rechte bewusst an Gremien des Weltfußballverbandes vorbei an Warner vergeben haben soll.

Im Gegenzug sollte Warner, der auch Vorsitzender der CONCACAF (Nord- und Zentralamerikanischer und karibischer Fußballverband) ist, die Stimmen seines Verbands für die Wiederwahl Blatters als FIFA-Präsident sicherstellen. Warner selber hatte im erst im Dezember 2011 erklärt, er habe Übertragungsrechte für die karibischen Länder lediglich deshalb für nur einen Dollar (0,77 Euro) erhalten, weil er Blatter bei früheren Wahlen zum FIFA-Präsidenten unterstützt habe. "Diese Unterstellung ist komplett falsch", erklärte die FIFA seinerzeit in einem Statement.

Der Weltfußballverband erklärte nun, dass der veröffentlichte Brief von Jerome Valcke "authentisch zu sein scheint", sie aber die Vorgänge "nicht bestätigen" könne.

"Besser, erstmal nicht an die Öffentlichkeit zu gehen"

Im besagten Brief, den Jennings im Original veröffentlichte, heißt es: "Jack (Warner, Anm. d. Red.), hier ist die Vereinbarung, unterschrieben vom P. (FIFA-Präsident Blatter). Dieser Deal ist nicht durch alle Boards und Komitees gegangen. Ich denke, es ist besser, erstmal nicht an die Öffentlichkeit zu gehen. Freundliche Grüße."

Schon 2002 hatte der damalige FIFA-Generalsekretär Michel Zen-Ruffinen Vorwürfe gegen Blatter und die FIFA erhoben und auf die unrechtmäßigen Deals zwischen dem Verband und Warner hingewiesen, die es laut Zen-Ruffinen schon im Rahmen der TV-Übertragungsrechte für die Fußball-Weltmeisterschaften 1990, 1994 und 1998 gegeben haben soll.

Der Schweizer wurde kurz danach entlassen.

 

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