Das Triple bleibt ein Wunsch

Bizarres Ende im Hinterhof

Von Andreas Lehner
Freitag, 02.05.2008 | 00:25 Uhr
Bayern, Kahn, Zenit
© Getty
Advertisement
International Champions Cup
Do13:35
FC Bayern München -
Inter Mailand
UEFA Europa League
Do19:00
Sturm Graz -
Fenerbahce
Copa Sudamericana
Fr00:15
Arsenal -
Recife
Copa do Brasil
Fr02:45
Paranaense -
Gremio
First Division A
Fr20:30
Antwerpen -
Anderlecht
J1 League
Sa12:00
Gamba Osaka -
Cerezo Osaka
J1 League
Sa12:00
Kobe -
Omiya
International Champions Cup
Sa13:35
Chelsea -
Inter Mailand
Emirates Cup
Sa15:00
RB Leipzig -
Sevilla
Club Friendlies
Sa15:30
SV Werder Bremen -
West Ham
Premier League
Sa16:00
Kamjanske -
Schachtjor Donezk
Emirates Cup
Sa17:20
Arsenal -
Benfica
First Division A
Sa18:00
Lokeren -
Brügge
Super Liga
Sa19:00
Partizan -
Javor
Super Cup
Sa21:00
Monaco -
PSG
Serie A
So00:00
Palmeiras -
Avai
International Champions Cup
So00:05
Man City -
Tottenham
International Champions Cup
So02:05
Real Madrid -
Barcelona
CSL
So13:35
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
Emirates Cup
So15:00
RB Leipzig -
Benfica
Emirates Cup
So17:20
Arsenal -
Sevilla
First Division A
So18:00
St. Truiden -
Gent
Superliga
So18:00
Brondby -
Lyngby
Super Liga
So19:00
Rad -
Crvena zvezda
Serie A
So21:00
Corinthians -
Flamengo
International Champions Cup
So22:05
AS Rom -
Juventus
Club Friendlies
So22:30
Bayer 04 Leverkusen -
Lazio Rom
Serie A
Mo00:00
Gremio -
Santos
Premier League
Mo18:30
Spartak Moskau -
Krasnodar
Ligue 2
Mo20:45
Auxerre -
Lens
Club Friendlies
Di18:30
St. Pauli -
Stoke
Copa Sudamericana
Mi00:15
Libertad -
Huracan
Club Friendlies
Mi19:00
Villarreal -
Real Saragossa
Copa Sudamericana
Do00:15
LDU Quito -
Club Bolívar
Serie A
Do02:45
Santos -
Flamengo
Copa Sudamericana
Do02:45
Olimpia -
Nacional
Copa Sudamericana
Fr02:45
Atletico Junior -
Deportivo Cali
Ligue 2
Fr20:00
Lens -
Nimes
First Division A
Fr20:30
Lüttich -
Genk
Ligue 1
Fr20:45
Monaco -
Toulouse
Championship
Fr20:45
Sunderland -
Derby
J1 League
Sa12:00
Kashiwa -
Kobe
Premiership
Sa13:30
Celtic -
Hearts
Club Friendlies
Sa16:00
Crystal Palace -
FC Schalke 04
Championship
Sa16:00
Fulham -
Norwich
Club Friendlies
Sa16:45
RB Leipzig -
Stoke
Ligue 1
Sa17:00
PSG -
Amiens
Club Friendlies
Sa18:15
Liverpool -
Bilbao
Club Friendlies
Sa18:30
Tottenham -
Juventus
Championship
Sa18:30
Aston Villa -
Hull
Ligue 1
Sa20:00
Lyon -
Straßburg
Ligue 1
Sa20:00
Metz -
Guingamp
Ligue 1
Sa20:00
Montpellier -
Caen
Ligue 1
Sa20:00
St. Etienne -
Nizza
Ligue 1
Sa20:00
Troyes -
Rennes
CSL
So13:35
Shanghai SIPG -
Tianjin Quanjian
First Division A
So14:30
Gent -
Antwerpen
Ligue 1
So15:00
Lille -
Nantes
Allsvenskan
So15:00
Sundsvall -
Östersunds
Club Friendlies
So17:00
SC Freiburg -
Turin
Ligue 1
So17:00
Angers -
Bordeaux
Club Friendlies
So17:00
Brighton -
Atletico Madrid
Championship
So17:30
Bolton -
Leeds
First Division A
So18:00
Anderlecht -
Oostende
1. HNL
So19:00
Dinamo Zagreb -
Hajduk
Club Friendlies
So20:30
Inter Mailand -
Villarreal
Copa Libertadores
Mi02:45
River Plate -
Guarani
J1 League
Mi12:00
Shimizu -
Osaka
J1 League
Mi12:00
Kobe -
Kashima
League Cup
Mi20:45
Colchester -
Aston Villa
Copa Libertadores
Do00:15
Gremio -
Godoy Cruz
Club Friendlies
Do02:00
Sevilla -
AS Rom

München - Karl-Heinz Rummenigge sah angeschlagen aus. Das 0:4-Debakel bei Zenit St. Petersburg hatte ihm sichtlich zugesetzt.

Im Hintergrund dominierte die Werbetafel der UEFA mit dem Finalort Manchester. Die Stadt, in der die großen Karrieren von Oliver Kahn und Ottmar Hitzfeld auf europäischer Vereinsebene zu Ende gehen und das erste Triple in der 108-jährigen Klubgeschichte vollendet werden sollte. Nun wurde dieses Vorhaben nach einer desolaten Leistung vom russischen Meister jäh gestoppt.

Tore und Highlights im Video bei SPOX.TV! 

Regelrecht bizarr muteten dagegen die Reaktionen nach dem Spiel an. Weder Rummenigge, der nach einem 2:2 gegen die Bolton Wanderers in der vergleichsweise unbedeutenden Gruppenphase noch mächtig vom Leder gezogen hatte, noch Kahn, der in seinem letzten Jahr eine Art Altersmilde entwickelt zu haben scheint, wollten die heftigste Europapokalpleite seit knapp 17 Jahren (2:6 beim FC Kopenhagen, 1991) diesem Anlass angemessen kommentieren.

"Ich bin überhaupt nicht enttäuscht. Irgendwann geht es zu Ende. Soll ich mich jetzt umbringen?", meinte Kahn, der seinem Team zwar eins der schlechtesten Spiele überhaupt attestierte, aber vor allem die Stärken der Russen als entscheidenden Faktor sah. "Wir sind an einem Gegner gescheitert, der einfach klasse war. Das ist eine richtige Überraschungsmannschaft mit tollen Fußballern in ihren Reihen. Die haben ihre Chancen so eiskalt verwertet, wie ich das eigentlich nur von Weltklasse-Spielern aus der Champions League kenne."

Erstaunliche Gleichgültigkeit 

Die Königsklasse ist allerdings auch der Anspruch der Münchner. Von Beginn an zählte im ungeliebten UEFA-Cup eigentlich nur der Titel. Umso erstaunlicher die Gleichgültigkeit, mit der die Bayern ihren desolaten Auftritt nun hinnahmen.

Die Bilder des Debakels in St. Petersburg

"Es ist besser chancenlos auszuscheiden, als im Elfmeterschießen oder durch ein Tor in der 95. Minute. Wenn man so sang- und klanglos ausscheidet wie wir, schleicht man sich irgendwo hin und denkt ein bisschen darüber nach. Dann kommt man zu dem Schluss, das war hier der UEFA-Cup, wäre schön gewesen im Finale, ist aber nicht lebenswichtig", sagte Kahn. Deshalb meinte auch Hoeneß, dass "wir jetzt etwas Alkohol trinken und dann feiern werden." Die Mannschaft habe trotzdem eine tolle Saison gespielt.

Von Getafe geblendet 

Mit purer Willenskraft hatten die Bayern in Getafe noch den Kopf aus der Schlinge gezogen. Dieses emotionale Spiel war auch das Fundament, auf dem die Bayern ihr Selbstbewusstsein vor der Partie in St. Petersburg aufbauten. "Wer Getafe übersteht, braucht sich in St. Petersburg nicht fürchten", lautete der Tenor beim Rekordmeister.

Dass solche Spiele aber nicht planbar und schon gar nicht alltäglich sind, wurde gegen Zenit deutlich. Die Bayern agierten emotionslos und ohne die für ein Halbfinale nötige Leidenschaft. Sie schafften es in keiner Phase des Spiels in die Zweikämpfe zu kommen, liefen meist hinterher und ließen den Russen viel Platz, um ihr schnelles Konter- und Kombinationsspiel aufzuziehen.

Alle Daten und Fakten zum Spiel

Eklatante Defensivschwäche 

Dabei offenbarten die Russen die eklatante Defensivschwäche der Bayern, die sich wie ein roter Faden durch die UEFA-Cup-Saison zieht. In 14 Spielen kassierten sie 19 Gegentreffer, allein gegen Getafe und Zenit waren es neun. In der Bundesliga steht man nach 30 Spieltagen bei erst 18 Gegentoren. Während viele Mannschaften in der Liga erst gar nicht versuchen, die Bayern in der Defensive zu attackieren, werden sie auf europäischer Bühne viel mehr beschäftigt und die Schwächen so deutlich aufgedeckt.
Es auf die höhere Belastung zu schieben wie Karl-Heinz Rummenigge, greift zu kurz und ist zu einfach. Vor allem, da man gegen eine bessere B-Elf der Russen antreten durfte. "Wir haben nur mit fünf Stammspielern gespielt. Deshalb hätte ich nicht gedacht, dass wir so gut spielen würden", meinte Zenits Coach Dick Advocaat, der aufgrund von Sperren und Verletzungen auf mehrere Spieler verzichten musste.

Es bleibt Sarkasmus 

Für Kahn sind die Russen im Finale nun absoluter Favorit. Dass sein Weg nun auf dem Hinterhof der europäischen Fußballbühne zu Ende ging, nahm er mit Sarkasmus.
"St. Petersburg ist eine schöne Stadt. Kann ich jedem nur empfehlen. Hier seine internationale Karriere zu beenden - das ist schon ein Highlight." Sprach's und trat mit einem Lächeln ab.

Schon am Donnerstag diskutierten die SPOX-User über das peinliche Aus der Bayern! 

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung