Das Prinzip Facebook

Montag, 08.09.2014 | 16:06 Uhr
In den letzten Jahren hat sich die Bundesliga zu einem Hochglanzprodukt entwickelt
© getty
Advertisement
League Cup
Di23.01.
Die Entscheidung: Bristol-ManCity & Chelsea-Arsenal
Copa del Rey
Do25.01.
Derby mit Druck: Dreht Barca den Rückstand?
Serie A
Juventus -
CFC Genua
Premier League
Swansea -
Liverpool
Primera División
Eibar -
Malaga
Coupe de France
Nantes -
Auxerre
League Cup
Bristol City -
Man City
Premiership
Partick Thistle -
Celtic
Coupe de France
Epinal -
Marseille
Copa del Rey
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Coupe de France
PSG -
Guingamp
Serie A
Lazio -
Udinese
Copa del Rey
Alaves -
Valencia
Serie A
Sampdoria -
AS Rom
League Cup
Arsenal -
Chelsea
Coupe de France
Monaco -
Lyon
Copa del Rey
Real Madrid -
Leganes
Indian Super League
Kalkutta -
Chennai
First Division A
Brügge – Oostende
Coupe de France
Straßburg -
Lille
Copa del Rey
FC Barcelona -
Espanyol
A-League
Melbourne Victory -
FC Sydney
Ligue 1
Dijon -
Rennes
Primera División
Bilbao -
Eibar
Primera División
La Coruna -
Levante
Championship
Bristol City -
QPR
Primera División
Valencia -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Montpellier
Serie A
Sassuolo -
Atalanta
Primera División
Malaga -
Girona
Ligue 1
Angers -
Amiens
Ligue 1
Guingamp -
Nantes
Ligue 1
Metz -
Nizza
Ligue 1
St. Etienne -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Troyes
Primera División
Villarreal -
Real Sociedad
Serie A
Chievo Verona -
Juventus
Primera División
Leganes -
Espanyol
Eredivisie
Utrecht -
Ajax
Eredivisie
Feyenoord -
Den Haag
Ligue 1
Lille -
Strassburg
Serie A
Turin – Benevento
Serie A
Neapel – Bologna
Serie A
Crotone -
Cagliari
Serie A
Florenz -
Hellas Verona
Serie A
CFC Genua -
Udinese
Premiership
Ross County -
Rangers
Primera División
Atletico Madrid -
Las Palmas
Ligue 1
Bordeaux – Lyon
First Division A
Lüttich – Anderlecht
Serie A
AC Mailand -
Lazio
Primera División
FC Sevilla -
Getafe
Primera División
FC Barcelona -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Sampdoria
Ligue 1
Marseille -
Monaco
Primera División
Celta Vigo -
Real Betis
Primeira Liga
Belenenses -
Benfica
Coppa Italia
Atalanta -
Juventus
Premier League
Huddersfield -
Liverpool
Coupe de la Ligue
Rennes -
PSG
Premier League
West Ham -
Crystal Palace (Delayed)
Premier League
Swansea -
Arsenal (Delayed)
Coppa Italia
AC Mailand – Lazio
Premier League
Tottenham -
Man United
Coupe de la Ligue
Monaco -
Montpellier
Primeira Liga
Sporting -
Guimaraes
Premier League
Man City -
West Brom (Delayed)
Premier League
Everton -
Leicester (Delayed)
Premier League
Stoke -
Watford (Delayed)
Premier League
Southampton -
Brighton (Delayed)
Premier League
Chelsea -
Bournemouth (Delayed)
Premier League
Newcastle -
Burnley (Delayed)
Indian Super League
Mumbai City – Jamshedpur
Primera División
Real Sociedad -
La Coruna
Primera División
Eibar -
Sevilla
Premier League
Burnley -
Man City
Premiership
Kilmarnock -
Celtic
Championship
Leeds -
Cardiff
Primera División
Real Betis -
Villarreal
Serie A
Sampdoria -
FC Turin
Premier League
Arsenal -
Everton
Premier League
Man United -
Huddersfield
Serie A
Inter Mailand -
Crotone
Premier League
West Brom -
Southampton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth – Stoke (DELAYED)
Premier League
Brighton -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Leicester – Swansea (Delayed)
Primera División
Getafe -
Leganes
Serie A
Hellas Verona -
AS Rom
Serie A
Atalanta -
Chievo Verona
Serie A
Bologna -
Florenz
Serie A
Udinese -
AC Mailand
Serie A
Juventus -
Sassuolo
Serie A
Cagliari -
SPAL
Premier League
Crystal Palace -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Barcelona
Premier League
Liverpool -
Tottenham
Primera División
Girona -
Bilbao
Primera División
Atletico Madrid -
Valencia
Serie A
Benevento -
Neapel
Ligue 1
Monaco -
Lyon

Fußballromantiker stellen schon lange die Frage, ob der Fußball seine Seele verkauft. Aber die Klubs haben alle Argumente auf ihrer Seite. Die Fans füllen die Stadien Woche für Woche, der Absatz von Fanartikeln läuft bemerkenswert gut und am Ende jubeln die Zuschauer erfolgreichen Mannschaften zu, egal woher das Geld für die Verpflichtung der Spieler stammt.

Die strategischen Partner werden vom Volk ohne großen Aufschrei geduldet, selbst der Einstieg der als Heuschrecke bekannten Firma KKR bei Hertha BSC ging ohne Protest über die Bühne. Dafür werden immer wieder die Feindbilder der Konzernklubs hochgehalten.

"An manchem Standort wird der Geldzufluss von außen akzeptiert, weil er Sünden der Vergangenheit im eigenen Verein bereinigt, während gegenüber einem anderen Klub, der mit unternehmerischen Investitionen sehr professionell und strukturiert arbeitet, die Moralkeule geschwungen wird", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der gerne den Anwalt der Traditionsklubs gibt, hat schon mehrfach vor der Konkurrenz aus Wolfsburg, Leverkusen, Hoffenheim und neuerdings Leipzig gewarnt.

"Wir sind da so ein bisschen ein Old-School-Vertreter, der sich versucht, gegen die New Economy zu behaupten", sagte er noch kurz vor der Bekanntgabe der Kapitalerhöhung gegenüber der Zeitung "Der Westen".

Vereinskonzerne vs. Konzernvereine

Natürlich ist der Kauf von Anteilen am Aktienpaket eines Klubs etwas anderes als die Organisation bei den Werksklubs VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen, die hundertprozentige Tochterunternehmen von VW und Bayer sind. "Wenn wir strategische Partner ins Boot holen, wissen diese, dass ihr Einfluss auf das operative Geschäft genau nullkommanull Prozent ist - und kein Promille mehr", sagte Watzke.

Aber immerhin sitzt mit Christian Kullmann ein Vorstandsmitglied von Evonik im Aufsichtsrat. Beim FC Bayern tummeln sich neben dem Aufsichtsratsvorsitzenden Herbert Hainer (Adidas) noch Martin Winterkorn (VW), Rupert Stadler (Audi) und Timotheus Höttges (Telekom) in diesem Gremium - und das bestimmt immerhin über die Besetzung des Vorstands.

Der Zwiespalt zwischen Vereinskonzernen und Konzernvereinen wird die Bundesliga in den nächsten Jahren weiter beschäftigen. Der Aufstieg von RB Leipzig mithilfe von Red Bull ist abzusehen und Red-Bull-Milliardär Dietrich Mateschitz hat schon angekündigt, dass Leipzig langfristig um die Meisterschaft mitspielen soll.

Warum ist Puma besser als VW?

Es bleibt die Frage, was den Anteilskauf von Investoren und die damit verbundene Werbung so viel besser macht als das mittlerweile über Jahre seriöse Sponsoring von Unternehmen wie VW und Bayer oder auch das Mäzenatentum von SAP-Gründer Dietmar Hopp.

Ist es allein die Tatsache, ein Traditionsklub zu sein? Ist es die damit verbundene, größere Fanbasis? Oft fehlen die klaren Antworten. Auf der anderen Seite haben die Werksklubs viel früher die Entwicklung ihrer Nachwuchsmannschaften gefördert als manch etablierter Klub und bringen reihenweise Spieler in den Profifußball.

Ralf Rangnick hat seine Sicht der Dinge im "manager magazin" dargestellt: "Wir sind ein neuer, junger Verein. Gerade in Deutschland kommt es immer zu einer Abwehrhaltung, wenn etwas Neues entsteht. In der Wirtschaft hingegen gehört das zum System, sonst hätte es kein Google, kein Facebook gegeben."

Auch das macht noch einmal klar, in welcher Größenordnung bei Red Bull gedacht wird.

Veränderungen historisch normal

Darüberhinaus war auch der Fußball in Deutschland in seiner über 100-jährigen Verbandsgeschichte Veränderungen unterworfen.

Selbst der FC Bayern gehörte nicht immer zum Establishment und musste sich von der Nummer zwei Münchens zum größten deutschen Fußballklub hocharbeiten. Dafür spielen ehemalige Granden wie Preußen Münster oder Rot-Weiss Essen nur noch in unteren Ligen tragende Rollen.

Gravierend verändert haben sich allerdings die Geschwindigkeit und die Art und Weise des Aufstiegs von Wolfsburg, Hoffenheim oder Leipzig. Die großen Ressentiments gegenüber Wolfsburg oder Hoffenheim wurden aber schnell abgebaut, sie sind als feste Bestandteile der Bundesliga akzeptiert. Und es gibt keine erkennbaren Gründe, warum das bei Leipzig oder weiteren Klubs in Zukunft anders sein sollte.

DFL: "Alle Investoren sind willkommen"

Die DFL hat sich in der Frage der Klub-Struktur klar positioniert. "Alle Investoren sind willkommen, wenn sie sich an die Spielregeln halten. Wir haben uns immer für die 50+1-Regel eingesetzt. Wenn Investoren Geld in den Fußball stecken, ist das doch gut", sagt Geschäftsführer Andreas Rettig.

Die 50+1-Regelung ist der Abwehrmechanismus des deutschen Fußballs gegenüber Scheichs und Oligarchen, die sich im negativen Extremfall einen Fußballklub als Spielzeug angeln und nach kurzem Engagement einen kaputten Klub hinterlassen.

Dass der Einstieg von Einzelpersonen aber auch jetzt durchaus Probleme bereiten kann, hat das Beispiel 1860 München und Hasan Ismaik bewiesen. Der Jordanier wollte für die geleisteten Zahlungen ein Mitspracherecht, obwohl ihm das formal nicht zusteht.

Lex Leverkusen ist gefallen

Die DFL hat in ihrer Geschichte nur zwei Ausnahmen der 50+1-Regel erlaubt und die sogenannte Lex Leverkusen geschaffen. "Über Ausnahmen in solchen Fällen, in denen ein Wirtschaftsunternehmen seit mehr als 20 Jahren vor 1999 den Fußballsport des Muttervereins ununterbrochen und erheblich gefördert hat, entscheidet der Vorstand des Verbandes", hieß es in der Satzung. VW und Bayer erfüllten diese Kriterien.

Martin Kind erstritt vor Gericht, dass der Stichtag wegfiel und jetzt jeder Investor bei einem Klub die Mehrheit übernehmen kann, wenn er diesen mehr als 20 Jahre unterstützt hat. Für Kind ist dieses Urteil "ein Weg, die Konkurrenzfähigkeit zu erhalten oder zu entwickeln".

Der Fußball in Deutschland und die Bundesliga stehen noch am Anfang einer Entwicklung, die das Spannungsfeld zwischen Tradition und Business noch verstärken wird. Doch schließen sich beide Pole nicht aus, keine Position wird die andere ersetzen. Aber das Business wird mehr und mehr zur Tradition werden.

Seite 1: Mehr Umsatz, die Bundesliga boomt

Seite 2: Woher kommt die Doppelmoral?

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung