Themenwoche Trainingsmethodik: Mentaltrainer Peter Boltersdorf im Interview

Auf dem Trip ihrer Persönlichkeit

Von Interview: Oliver Wittenburg
In den Clasicos ließen die Spieler von Real und Barca ihre Masken fallen, sagt Peter Boltersdorf
© Getty
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SPOX: Wie bewahre ich denn eine Mannschaft vor dem Zerfall?

Boltersdorf: Es gibt keinen Belohnungsersatz für eine Niederlage. Das Ziel ist es dann, trotz der Frustration dafür zu sorgen, dass die Mannschaft kognitiv weiter teamorientiert handelt und sich gegenseitig unterstützt und den Glauben nicht verliert und das einzige, was wir dafür haben sind die gemeinsamen Interessen.

SPOX: Wie machen Sie das?

Boltersdorf: Wie arbeiten ganz stark mit Symbolen, die die Mannschaft aber selbst entwickelt. Man darf nichts von außen vorgeben.

SPOX: Was kann so ein Symbol sein?

Boltersdorf: Bekannt sind die Glückbändchen, wie sie die "Bild"-Zeitung genannt hat. Das Entscheidende ist natürlich, was drin steht. In den Bändchen verbergen sich Botschaften, die die Mannschaft selbst entwickelt hat. Ich betone noch mal: Es darf nichts Vorgegebenes sein. Das wirkt nicht. Eine Botschaft, die die Spieler selbst entwickelt haben, kann eine sehr starke Wirkung haben.

SPOX: Ich stelle mir gerade vor, wie 20, 25 erwachsene Männer zusammensitzen und sich überlegen, was sie in ihr Freundschaftsbändchen schreiben sollen. Das funktioniert?

Boltersdorf: Das funktioniert.

SPOX: Sind Sie bei so einem Vorgang dabei?

Boltersdorf: Ich moderiere.

SPOX: Jetzt stelle ich mir einen 20-jährigen Jungprofi in Ihrer Runde vor, der zwei Millionen im Jahr verdient. Der findet das auch gut? Der hält sich nicht etwa pikiert im Hintergrund?

Boltersdorf: Sie dürfen folgendes nicht vergessen: Wenn es zu so einem Termin kommt, dann hat auch der längst verstanden, warum er zwar die zwei Millionen bekommt, sich aber trotzdem nicht zufrieden fühlt. Das geht übrigens vielen so, dass ihnen alle sagen 'Toll, jetzt hast Du's aber geschafft!', aber sie empfinden gar nicht so. Über die Arbeit, die wir bis dahin gemacht haben, hat er das aber längst verstanden - und dann ist da nichts mehr mit pikiert. Ich habe mehr als einmal bei einer solchen Gelegenheit Gänsehaut bekommen, wenn einer mit einem Vorschlag ankam und mir klar wurde: Das ist die Mannschaft. Das macht viele von denen aus. Das ist der Spruch, der am Ende in dem Bändchen stehen wird.

Wie funktioniert das Reiss Profile? SPOX hat den Selbstversuch gemacht

SPOX: Verraten Sie mir einen Spruch?

Boltersdorf: Nein.

SPOX: Dachte ich mir. Deshalb leite ich über zu einem anderen Punkt. Ein Lebensmotiv, über das das Reiss Profile Auskunft gibt, ist Rache/Kampf. Das erscheint mir im Leistungssport besonders interessant zu sein.

Boltersdorf: Sport ist dafür ein wunderbares Spielfeld. Sie stoßen immer wieder auf Menschen, bei denen dieses Motiv sehr hoch ausgeprägt ist. Das sind die Leute, die beim Badminton immer schon nach zwei Minuten fragen: 'Können wir jetzt um Punkte spielen?' Leute, bei denen das Motiv schwach ausgeprägt ist, haben auch Spaß an der Ästhetik des Spiels und müssen ihrem Gegner den Ball nicht unbedingt so um die Ohren hauen, dass er nicht wieder zurückkommt. Bei Rache/Kampf hoch kommt es nur aufs Gewinnen an, ob ich dabei gut oder schlecht spiele, ist zweitrangig.

SPOX: Was ist mit Fußballern, die eine schwache Ausprägung bei diesem Motiv haben? Wenn es sie denn gibt...

Boltersdorf: Wir finden eine hohe Ausprägung sehr häufig vor. Am Ende des Tages kommt es beim Fußball aber auf das Talent an. Ein begnadeter Spieler, der bei Rache/Kampf einen sehr niedrigen Wert hat, bekommt möglicherweise ein Problem mit dem Trainer. Die meisten Trainer wollen immer den absoluten Biss sehen, auch im Training. So ein Spieler bekommt bei einer Niederlage immer die Kritik zu hören, er hätte nicht genug gekämpft, nicht alles gegeben. Bei einem Sieg bekommt der gleiche Spieler, obwohl er nicht anders gespielt hat, genau das Gegenteil zu hören. Das zeigt, auf welch paradoxe Weise die Wahrnehmung von Gewinnen und Verlieren geprägt ist. Das hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun.

SPOX: Da würden Sie dann auf den Plan gerufen und würden den Trainer zur Vorsicht im Umgang mit so einem Spieler raten.

Boltersdorf: Der Trainer darf bestimmte Dinge von diesem Spieler nicht erwarten. Es kann sich aber durchaus lohnen, ihn zu pushen, während ich einen anderen, der eine starke Rache-Kampf-Ausprägung hat, nicht pushen darf, sonst sieht der nach fünf Minuten seine erste Gelbe Karte. Mit so einem Spieler muss ich wiederum daran arbeiten, sich während der 90 Minuten nicht zu sehr mit dem Thema Revanche zu beschäftigen.

SPOX: Apropos Revanche. Im Frühjahr spielten ständig Real Madrid und der FC Barcelona gegeneinander. Mir ist am stärksten das Hinspiel im Champions-League-Halbfinale in Erinnerung, weil es am wenigsten Fußball enthielt. Mit welchen Augen haben Sie dieses Spiel gesehen? Wie sehr würde es Sie reizen, die beteiligten Spieler einmal zu analysieren?

Boltersdorf: Je stärker wir in einer Situation emotionalisiert sind, umso deutlicher treten unsere Lebensmotive zutage. Sie liegen blank wie Kupferdraht. Ich kann leicht Impulse unterdrücken, z.B. aggressiv zu sein, wenn mir die Situation nicht wichtig ist. In so einem Spiel sieht man, was wirklich ist. Die Spieler sind auf dem Trip ihrer Persönlichkeit. Steuerungs- und Handlungsmöglichkeiten sind dann eingeschränkt und es gewinnt die Mannschaft, die ihre Persönlichkeit besser im Griff hat. Das Problem einer ganzen Reihe von Spielern von Madrid war, dass sie nicht mehr frei waren und ihre Stärken nicht mehr entwickeln konnten. Wenn ich das weiß, dann würde das unter Umständen dazu führen, dass ich einen Sergio Ramos in bestimmten Spielen nicht mehr einsetze. Das ist natürlich eigentlich völlig bescheuert, wenn ich über ein normales Spiel spreche. In so einer Extremsituation kann er aber vielleicht nur 70 Prozent Leistung liefern und dann ist das womöglich weniger als der Spieler hinter ihm, der sich vielleicht besser steuern kann.

Weiter auf Seite 3: Führungsspieler-Blödsinn und andere unausrottbare Klischees

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