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Der FC Barcelona nach der Clasico-Schlappe

Im Osten nichts Neues

Sonntag, 26.10.2014 | 10:25 Uhr
Enttäuschung pur: Gegen die Königlichen musste Barca die ersten Niederlage in la Liga einstecken
© getty
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Der FC Barcelona pflügte in beeindruckender Manier durch La Liga - die Pleite im Clasico gegen Real hat die Defizite der Blaugrana aber schonungslos aufgedeckt. Während sich Luis Enrique bei der Aufstellung verzockt, zeigt das Team, dass eine alte Baustelle immer noch offen ist.

"Fußball ist ein Spiel der Fehler", hatte Barca-Coach Luis Enrique Ende September gesagt. "Heute konnte Paris unsere Fehler zu seinem Vorteil ausnutzen."

Seine bis dahin ungeschlagenen Katalanen hatte gerade die erste Niederlage der Saison einstecken müssen. 2:3 hieß es in der Königsklasse gegen Paris Saint-Germain. Ein Weckruf für Barca, der zeigte, dass vor den Katalanen noch ein Haufen Arbeit liegt.

Drei Wochen später hört sich vieles ähnlich an. Diesmal hieß es 1:3, diesmal war es die erste Niederlage in der Liga - ausgerechnet im Clasico gegen Erzrivale Real Madrid. Und wieder muss Enrique über Fehler reden, die seiner Mannschaft nicht nur die Pleite beibrachten, sondern auch zeigten, dass der Haufen Arbeit nicht unbedingt kleiner geworden ist.

Zu groß für die Kleinen, zu klein für die Großen

Abgesehen von den beiden Niederlagen liest sich Barcas bisherige Saison fantastisch. Neun Siege, ein Unentschieden in Liga und Champions League zusammen - bei 23:1 Toren. Aber eben auch zwei Pleiten, die unterstrichen haben, dass die Blaugrana für die meisten Teams der Welt eine unlösbare Aufgabe ist, in der absoluten Weltspitze aber ins Hintertreffen geraten ist.

So waren PSG und Real bislang die einzigen wirklichen Topspiele. In der Königsklasse standen mit APOEL Nikosia und Ajax Amsterdam Pflichtaufgaben an, in La Liga kam mit Villarreal am 2. Spieltag der Viertplatzierte, der Rest der Gegner war zwischen Rang sieben und 20 zuhause.

Ein dankbarer Start in die Saison also, in dem Barcelona freilich beeindruckte, dadurch aber die eigenen Probleme kaschierte und vielleicht unterschätzte.

"Niederlagen sind Teil des Lernprozesses"

"Es wurden individuelle Fehler gemacht, die wir jetzt analysieren müssen", gab sich Enrique nach Paris noch entspannt. Doch auch die Königlichen durften sich über zwei Schnitzer von Barcelona freuen, die zu Toren führten. "Niederlagen sind Teil des Lernprozesses. Daran wächst das Team", beschwichtigte der Coach nach Madrid erneut. "Ich hoffe, dass wir aus unseren Fehlern lernen." Es ist höchste Zeit dafür.

Vor allem die Defensiv-Problematik ist in Katalonien nicht erst seit Saisonbeginn bekannt, die Schwäche bei hohen Bällen und vor allem Standards eklatant. Bei der Ausführung selbiger fehlt die Zuordnung.

Wird der Ball nicht geklärt, sondern kommt zurück, herrscht Chaos in der Hintermannschaft. Die Folge? Fünf der bisher kassierten sieben Saison-Gegentore fielen durch oder unmittelbar nach Standard-Situationen.

Probleme, die schon am Ende der Ära Guardiola aufkeimten und die seitdem kein Trainer in den Griff bekam. Auch gegen die Königlichen waren es ein Elfmeter und ein Tor nach einer Ecke, bei dem Pepe am Fünfer mutterseelenallein stehend einnicken durfte, die Real auf die Siegerstraße brachten.

Enrique verzockt sich

Dabei war es im 229. Clasico auch die Aufstellung von Enrique, die ihren Teil zur Pleite der Blaugrana beisteuerte. So missachtete der Coach seine eigene, beim Amtsantritt verkündete Philosophie, nicht nach Namen, sondern nach Leistungen aufzustellen.

Im Schnitt 29 Jahre alt war die Startaufstellung Barcas. Der zuletzt so starke wie für das Ballbesitzspiel wichtige Ivan Rakitic musste Xavi weichen. Auch Pique, der zuletzt leicht seine Einsatzzeiten kritisierte, erhielt in der Innenverteidigung den Vorzug.

Das Ende vom Lied ist bekannt. Xavi war ein Schatten seiner selbst, hatte die drittwenigsten Ballkontakte des FCB und konnte dem Spiel zu keiner Zeit Impulse geben. Pique verursachte den Elfmeter vor dem 1:1 und machte auch beim 1:2 keine gute Figur.

Dennoch sah der Coach in der ersten Halbzeit phasenweise gute Ansätze. "Da hatten wir eine gute Kontrolle. Wir haben den Fußball gespielt, den wir praktizieren wollen", lobte Enrique seine Mannschaft, die jedoch abgesehen von Neymars frühem Führungstor durch Lionel Messi nur noch eine hochprozentige Chance hatte.

Suarez-Debüt macht Hoffnung

Wirklich verheißungsvoll war lediglich der erste Einsatz von Luis Suarez, dessen drakonische Sperre von vier Monaten 18 Stunden vor der Begegnung mit dem Erzrivalen abgelaufen war. Seinen ersten Assist steuerte der Uruguayer nach vier Minuten mit seinem starken Pass auf Neymar bei. Zusammen mit dem Brasilianer und Messi wird der ehemalige Liverpooler wohl eine der besten Offensiv-Abteilungen der Welt bilden - der eigentlichen Problemzone weiter hinten hilft das aber freilich auch nicht.

"Den Fehlern ist heute auch die enorme Qualität des Gegners vorangegangen", beschwichtigte der Coach der Katalanen. Sprach von "Fehlern, die wir normalerweise so nicht machen" und davon, dass man "analysieren und zusammen eine Lösung finden" werde.

"Sehen, ob wir etwas verdient haben"

Es bleibt für all diejenigen, die es mit den Rotblauen halten, zu hoffen, dass man von dieser Lösung bald etwas sieht. Ende November geht es gegen Sevilla und Valencia, zwei Mannschaften, die in der aktuellen Spielzeit ganz oben mitmischen. Am 10. Dezember steht die Revanche gegen Paris an.

Denn auch wenn der Mannschaft unter dem neuen Coach eine gewissen Zeit zugestanden werden muss: Die Hilflosigkeit gegen Real, die die Katalanen ab der Führung in der vierten Minute förmlich überrannten und bei besser ausgespielten Kontern hätten noch höher gewinnen können, war erstaunlich.

"Mit dem 2:1 waren wir gebrochen, mit dem 3:1 war es vorbei", sagte Enrique schließlich noch. "Es spielte nur noch Real. Wir konnten nichts mehr tun." Für eine Mannschaft mit dem Selbstverständnis und Anspruch von Barcelona, dem Verein, der "mes que un club" sein möchte, ein erschreckendes Fazit. "Am Ende der Saison werden wir sehen, ob wir etwas verdient haben." Zumindest international ist das in der aktuellen Form fraglich.

Real Madrid - FC Barcelona: Die Statistik zum Spiel

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